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Titel in der Europa League : Die große Fiesta der Eintracht

Eintracht Frankfurt bejubelt den Titelgewinn in der Europa League. Bild: picture alliance/dpa

Grandios, gigantisch, galaktisch. Die Eintracht bejubelt den Titel in der Europa League. In einem epischen Finale gegen die Glasgow Rangers in Sevilla setzen sich die Frankfurter im Elfmeter-Drama durch.

          4 Min.

          Grandios, gigantisch, galaktisch. So hatte sich Kapitän Sebastian Rode diesen epischen Fußballabend am 18. Mai vorgestellt – und so ist es tatsächlich gekommen. Im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán ist der große Sehnsuchtstraum Wirklichkeit geworden. Europa-League-Sieger 2022: Eintracht Frankfurt. Champions-League-Starter 2022: Eintracht Frankfurt.

          Europa League
          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Kurz vor Mitternacht, als das Thermometer in der andalusischen Hauptstadt Sevilla noch immer 27 Grad anzeigte und der slowenische Schiedsrichter Slavko Vincic das Finale nach dem 5:4 gewonnenen Elfmeterschießen abpfiff – die Partie hatte mit dem 1:1 auch nach Verlängerung noch keinen Sieger gefunden –, kam es nach dem furiosen Cup-Erfolg der Eintracht gegen die Glasgow Rangers endgültig zur Eruption der Gefühle. Es war nicht das erste Mal, dass das Stadion scheinbar Kopf stand. Schon Stunden vor dem Anpfiff sorgten die schottischen und deutschen Fans in der Arena des FC Sevilla für eine Stimmung, wie man sie in dieser Form in der Europa League noch nicht erlebt hat.

          „Wir sind alle die Helden, schau dir das an. Es gibt nicht einen Helden, wir alle sind es“, sagte Torwart Kevin Trapp, der den Versuch von Aaron Ramsey hielt, bei RTL. Auch Trainer Oliver Glasner war begeistert: „Jeder hat alles herausgepresst. Wir sind zurückgekommen. Das entschädigt für alles. Jetzt gibt es ein paar Tage Feiern.“ Sebastian Rode war mit einer Platzwunde schwer gezeichnet, aber überglücklich: „Unglaublich diese Mannschaft. Wir haben es einfach verdient. Wir sind unglaublich glücklich, jetzt mit dem Fans feiern zu dürfen. Es stand so viel auf dem Spiel. Ich war direkt wieder bei Bewusstsein, insofern war es okay. Ich habe direkt an Schweini im WM-Finale 2014 (der ebenfalls eine Wunde hatte/d.Red.) gedacht, das war ein gutes Omen.“

          „Wir werden der Chef im Stadion sein.“ So hatte es Peter Fischer, der Präsident der Eintracht, zur Einstimmung auf das größte Spiel der Vereinsgeschichte seit 42 Jahren, seit dem Gewinn des UEFA-Pokals gegen Borussia Mönchengladbach, am Vorabend auf einem Empfang in der „Frankfurter Botschaft“ auf einer Hacienda vor den Toren Sevillas gesagt. Am Spieltag wurde schon am Mittag auf dem Frankfurter Fanfest auf den Jardines del Prado de San Sebastián mächtig für das Finale eingeheizt. Die Helden von 1980, die Markenbotschafter, der Präsident: Alle waren da. Alle wurden gefeiert. So wie die Spieler der Gegenwart an diesem großen Abend.

          Die Eintracht mit dem wieder einsatzbereiten Jesper Lindström und den weiteren anderen bekannten Protagonisten in der Startelf: Trainer Oliver Glasners eingespielte Mannschaft verstand es auch gegen die Rangers, sich von Beginn an mit großem Einsatz zur Wehr zu setzen. Beseelt von dem Traum, den Titel zu holen und einer beeindruckenden Europa-League-Kampagne mit zuvor zwölf ungeschlagenen Spielen im Finale die Krone aufzusetzen, zeigte die Eintracht ihre bekannten Tugenden: Wille, Wucht, Herz und Leidenschaft.

          Der Teamspirit stimmte auch gegen Glasgow, den 55-maligen schottischen Meister. Unterstützt von den stimmgewaltigen Fans, die im Wettstreit mit den sangeswütigen schottischen Anhängern viel Arbeit zu leisten hatten, denn die Rangers-Anhänger hatten das klar personelle Übergewicht – doch die Eintracht-Fans waren lange Zeit lauter.

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