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Eintracht in der Europa League : „Das ist natürlich der Wahnsinn“

  • -Aktualisiert am

Zweite Runde der Qualifikation? Egal! Die Frankfurter Fans sind da und geben ein beeindruckendes Bild ab. Bild: dpa

Für viele wäre ein Spiel wie das der Frankfurter gegen Tallinn eine lästige Aufgabe. Die Fans machen das Duell zu einem Erlebnis. Besonders beeindruckend ist eine Aktion nach der Partie.

          Selten war der Weg ins Bett nach einem Heimspiel für die Frankfurter so beschwerlich. Nach Ende der Partie gegen Flora Tallinn in der zweiten Runde der Qualifikation zur Europa League ging es von Mannheim mit dem Charterflieger zurück nach Linz in Österreich. Mitten in der Nacht kam der Tross wieder in Windischgarsten in Oberösterreich an, um das Trainingslager bis zum Sonntag fortzuführen. Immerhin fielen die Spieler mit einem guten Gefühl in die Betten im Hotel „Dilly“. Nach dem 2:1 vor einer Woche in Estland gelang der Einzug in die dritte Runde mit einem 2:1-Heimsieg letztlich souverän.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Darauf kam es Trainer Adi Hütter an mitten in der Saison-Vorbereitung, die durch Platz sieben in der Bundesliga-Tabelle zu einer einigermaßen komplizierten Sache geworden ist. Während andere Teams zeitlich und örtlich nach Lust und Laune testen, diktiert der Spielplan in Europa der Eintracht das Programm. „Wir freuen uns, dass wir weitergekommen sind. Das war unser erklärtes Ziel“, sagte Hütter. „Insgesamt habe ich eine Steigerung gegenüber zur Vorwoche gesehen. Wir haben defensiv nicht so viel zugelassen und offensiv immer wieder etwas versucht und Chancen herausgearbeitet.“

          Zwei davon nutzte Gonçalo Paciência. Zunächst traf er mit einem Flugkopfball (37. Minute), nach dem sehenswerten Ausgleich durch Vlasiy Sinyavskiy (40.) verwandelte er einen Handelfmeter zum Endstand (54.) – am Tag, an dem er 25 Jahre alt wurde. „Ich habe zum zweiten Mal am Geburtstag gespielt und zum zweiten Mal getroffen!“ Eine Feier gab es indes nicht ob des eng getakteten Plans. „Und das Flugzeug ist zu klein für eine Party“, sagte Paciência lachend. Weitere Geschenke durfte der Portugiese von den Kollegen, die zuvor eine Torte mit Kerzen serviert hatten, nicht erwarten. Danny da Costa jedenfalls sah Paciência mit seiner maßgerechten Flanke vor dem 1:0 genug beschenkt.

          Tallinns Gert Kams bedankt sich bei den Frankfurter Fans für den Applaus nach dem Spiel.

          Nicht nur Paciência wegen seiner zwei Tore und da Costa mit einem gewohnt großen Aktionsradius gefielen bei der Eintracht. Auch der junge Dejan Joveljic, Nachfolger von Luka Jovic, stach durch sein Engagement hervor. „Natürlich funktioniert noch nicht alles. Aber das war nicht zu erwarten, weshalb wir in Windischgarsten noch hart arbeiten“, sagte Trainer Hütter, dem zusagte, wie sich Daichi Kamada als Spielmacher präsentierte. Der Japaner war vergangene Saison an VV St. Truiden nach Belgien verliehen und zeigt sich bei seinem zweiten Anlauf in Frankfurt um einiges verbessert.

          Nicht zu verbessern sind die Fans der Eintracht. Wo für andere ein Spiel gegen solch einen Gegner zur lästigen Pflicht würde, zelebrieren die Frankfurter selbst Partien dieser sehr frühen Phase wie in der vergangenen Saison, als die internationale Traumreise bis ins Halbfinale der Europa League führte. Davon ist die Mannschaft jetzt noch weit entfernt, dennoch war die Arena im Stadtwald mit 48.000 Zuschauern, die mehrheitlich in Weiß gekleidet kamen und so ein beeindruckendes Bild abgaben, ausverkauft. „Das ist natürlich der Wahnsinn“, sagte da Costa. Schon beim Einlaufen sei das Gefühl der letzten Saison mit den vielen unvergesslichen Europapokal-Nächten wieder da gewesen.

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