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Frankfurt siegt in Mailand : „Es war ein geiles Spiel“

Die Freude muss raus. Torwart Kevin Trapp und Eintracht Frankfurt stehen im Viertelfinale der Europa League. Bild: dpa

Nicht nur der Rekord der Frankfurter Fans in Mailand fasziniert. Auch die Eintracht begeistert beim Sieg über Inter. Die Traumreise durch Europa geht weiter. Nun wartet fast sicher ein ganz großer Name.

          Sebastian Rode legte einfach selbst Hand an. Der Körper des Dauerläufers im Mittelfeld spielte nicht mehr mit in der Schlussphase. Und ein Helfer war nicht in Sicht. Rode lag also im Mittelkreis auf dem Rücken und versuchte, den Krampf aus dem nach oben gestreckten Bein zu bekommen. Nicht nur er war gezeichnet von einer Energieleistung, die Eintracht Frankfurt ins Viertelfinale der Europa League brachte. Der 1:0-Sieg bei Inter Mailand im San-Siro-Stadion am Donnerstagabend reichte nach dem 0:0 im Hinspiel vor einer Woche in Frankfurt zum Weiterkommen. „Ich hatte einen Krampf in den Waden und dann noch einen in den Bauchmuskeln – also ich war schon leer“, sagte Rode später.

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          Tobias Rabe

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          Kurz nach dem Spiel war bei ihm von all den Strapazen kaum mehr etwas zu sehen. Er hüpfte mit den anderen Siegern über den Rasen und bejubelte zusammen mit den 15.000 Frankfurter Fans, die im Oberrang der Mailänder Stadion-Schüssel ihren Platz hatten, den tollen Erfolg. „Es war ein heißer Fight, ein geiles Spiel“, sagte Rode im Interview beim Streaming-Anbieter DAZN. Vor insgesamt etwa 50.000 Fans erzielte Luka Jovic schon in der Anfangsphase mit einem Lupfer an den Innenpfosten das Tor des Tages (5. Minute), das letztlich das Duell mit dem 18-maligen italienischen Meister entschied.

          Auch Torwart Kevin Trapp, der mit aller Ruhe alle Mailänder Versuche, die auf seinen Kasten kamen, entschärfte, war begeistert ob einer weiteren starken Leistung der Eintracht in dieser Europapokal-Kampagne. „Es ist toll. Es macht uns stolz, dass wir immer noch international vertreten sind“, sagte der Schlussmann, der im Sommer von Paris St. Germain nach Frankfurt zurückgekehrt war, bei RTL. Nach dem Desaster in der Champions League mit dem Achtelfinal-Aus von Bayern, Dortmund und Schalke ist die Eintracht der einzige Bundesliga-Verein, der noch im Europapokal im Rennen ist.

          Dafür, dass Inter in zwei Spielen kein Tor gelang, sorgte neben Trapp, der im Hinspiel einen Elfmeter pariert hatte, auch Martin Hinteregger. Der Winter-Neuzugang vom FC Augsburg fügte sich nahtlos in seine neue Mannschaft ein und zeigte in Mailand eine starke Leistung, ähnlich wie seine Nebenleute Makoto Hasebe, den auch ein Nasenbeinbruch aus dem ersten Duell mit Inter nicht am Mitspielen hinderte, und der erst 19 Jahre alt Evan N’Dicka. „Wir sind immer besser ins Spiel gekommen und haben Inter vom Tor weggehalten“, sagte Hinteregger. „Das war der Schlüssel zum Sieg.“

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          Nur einen Kritikpunkt mussten sich die Frankfurter gefallen lassen. Nach dem Tor von Jovic vergaben sie viele Chancen, um frühzeitig den Italienern den Zahn zu ziehen. Beim Stand von 1:0 drohte der Ausgleich – und eine Schlussoffensive Inters. Es kam anders. Als das Werk vollbracht war, wollte aber niemand groß herummäkeln an der schwachen Verwertung der Möglichkeiten, auch wenn Hasebe bekannte, dass „wir das Ding früher heimbringen müssen“. Drei bis vier Tore seien ohne Probleme drin gewesen. „Ich bin sehr stolz, sie waren von der ersten Minute im Spiel“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. „Sie haben alles reingeworfen. Die Jungs haben sich das mehr als verdient.“

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