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Frauenfußball in Frankfurt : Alter Trainer, neue Zeitrechnung

  • -Aktualisiert am

Zweimal Arnautis: Co-Trainer Christos (links) und Cheftrainer Niko. Bild: Jan Huebner

Niko Arnautis verlängert seinen Vertrag und startet die Vorbereitung unter dem Dach der Eintracht. „Es macht Spaß, mit dem Adler aufzulaufen“, sagt Kapitänin Tanja Pawollek.

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          Niko Arnautis hat mehr als nur die Farben seines Trainingsanzugs gewechselt. Dass der Deutschgrieche fortan im Eintracht-Dress seiner Arbeit nachgeht, bedeutet für ihn auch ein Zurück in die Zukunft. Arnautis verdiente sich einst erste Trainersporen bei den männlichen Eintracht-Junioren – und hoffte auf eine Karriere bei den Adlerträgern. Dies hat nun über Umwege geklappt. Denn der 40-Jährige leitete am Samstag als Chefcoach die erste Übungseinheit des Frauen-Bundesligateams der Eintracht. Es war für alle Beteiligten mehr als nur ein gewöhnlicher Trainingsauftakt im Schatten der Arena am Stadtwald. Es war „der Beginn einer neuen Zeitrechnung im Frankfurter Frauenfußball“, sagte Arnautis. Mit ihm an der sportlichen Spitze.

          Denn am Sonntag verkündete die Eintracht die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Arnautis um ein Jahr bis Ende Juni 2022. Ein Schritt, der nicht unerwartet kam angesichts seiner Vorleistungen beim FFC. Einen besonderen Mehr- und Neuigkeitswert besaß vielmehr die Tatsache, dass die Eintracht sofort bereit ist, in die Professionalisierung des eigenen Frauen-Flaggschiffs zu investieren. Denn das Trainerteam wurde massiv aufgestockt: Arnautis’ Bruder Christos (zuvor FC Gießen) kommt als weiterer Co-Trainer hinzu; als neuer Trainer der drei Torfrauen wurde Marcel Schulz (zuvor SGS Essen) geholt; Fabian Meier (zuvor FSV Frankfurt) wird das Athletiktraining leiten; Bayram Mechmet wird als Scout und Videoanalyst tätig sein.

          Bestens gelaunt schritt der einstige FFC- und neue Eintracht-Tross zur ersten sportlichen Tat der sechswöchigen Vorbereitungszeit bis zum Bundesliga-Auftakt Anfang September. Geübt wurde freilich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Die Vorfreude bei uns allen war riesig. Dieses erste Training im Eintracht-Trainingsoutfit ist schon etwas Besonderes gewesen. Es macht Spaß, mit dem Adler aufzulaufen“, sagte die 21 Jahre alten Kapitänin Tanja Pawollek. „Man hat gemerkt, dass wir alle hochmotiviert sind und jetzt schon Gas geben.“

          Mit von der ersten Trainingspartie waren auch die vier Neuzugänge: Nationaltorhüterin Merle Frohms, Abwehrspielerin Virginia Kirchberger (beide SC Freiburg), Nachwuchskraft Leonie Köster (FC Bayern München II) und Offensivspielerin Lara Prasnikar (1. FFC Turbine Potsdam). Weil die Frankfurter bislang keine Stammkraft abgegeben haben, wirkt die Kaderplanung schon weit gediehen. Siegfried Dietrich hält aber weitere Neuverpflichtungen für möglich, zumal das Transferfenster bei den Frauen analog zum Männer-Profibetrieb bis Anfang Oktober geöffnet sein wird. „Wir haben uns so verständigt, dass wir Mannschaft und Training nun zwei bis drei Wochen beobachten und uns dann gegebenenfalls nach weiteren Verstärkungen umschauen“, sagte der einstige FFC-Impresario, der bei der Eintracht das Amt des Sportdirektors und des Generalbevollmächtigten der Fußball AG bekleidet.

          Die nächsten Schritte auf dem Transfermarkt werden vermutlich Aufschluss darüber geben, wie es um Budget und Ambitionen gleich im ersten Jahr unter dem Eintracht-Dach bestellt ist. Denn noch ist der Fusionsprozess im Gange und einige Fragen ungeklärt. „Es ist toll, dass wir unsere Leistungsträgerinnen weiterhin im Boot haben und unsere Mannschaft mit starken Persönlichkeiten und talentierten Spielerinnen verstärken konnten“, sagte Arnautis.

          Wie ein Neuzugang ist auch die von einer langjährigen Knieverletzungsmalaise genesene Theresa Panfil. Die 24 Jahre alte Osthessin hat, endlich wieder einsatzfähig, in der Schlussphase der vorigen Spielzeit ihren Wert für die Mannschaft schon angedeutet. Mit der 18 Jahre alten Madeleine Steck rückt zudem eine Spielerin aus der zweiten Mannschaft auf, die seit Jahresbeginn schon regelmäßig mit dem Arnautis-Team trainiert und am letzten Spieltag der Vorsaison ihren ersten Bundesliga-Einsatz hatte. Verletzungsbedingt fehlen drei Akteurinnen, die im Laufe der Vorbereitung – für Mitte August ist ein kurzes Trainingslager geplant – wieder einsteigen sollen. Sjoeke Nüsken laboriert noch an den Folgen ihres in der Liga erlittenen Außenbandrisses im Knie. Saskia Matheis ist nach der noch 2019 vorgenommenen Operation am Innenmeniskus noch in der Reha damit beschäftigt, ihr Knie zu stabilisieren. Letícia Santos wird nach ihrem im heimischen Brasilien kurierten Kreuzbandriss in Kürze wieder in Frankfurt erwartet.

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