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Eichlers Eurogoals : Sind Messi und Ronaldo robuster als Reus?

Zwei Stars, die kaum verletzt sind: Lionel Messi (links) vom FC Barcelona und Real Madrids Cristiano Ronaldo Bild: Picture-Alliance

Marco Reus wird schon wieder schwer verletzt. Spieler wie Messi oder Ronaldo erwischt es deutlich seltener. Ist das nur Glück? Eher nicht. Der deutsche Fußball kann noch sehr viel von Spanien lernen.

          4 Min.

          Sie hatten wieder was zu feiern, die beiden Großen der Fußballwelt. Lionel Messi traf dreimal beim 5:1 des FC Barcelona gegen den FC Sevilla, Cristiano Ronaldo zweimal beim 4:0 mit Real Madrid bei SD Eibar. Beides bedeutete abermals neue Rekorde.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Der mittlere und mittelmäßigste Treffer von Messi war sogar ein wirklich historischer. Und deshalb ereignete sich im Camp Nou die seltsame Begebenheit, dass nicht sein herrlicher Freistoß zum 1:0 und auch nicht sein typisches Messi-Tor zum 5:1, aus vollem Lauf von der Strafraumgrenze mit dem linken Innenrist knallhart und flach ins linke Eck gefeuert, die Fans und die Mitspieler aus dem Häuschen brachte. Sondern das völlig unspektakuläre 4:1. Da drückte Messi einen Querpass von Neymar, der das Tor auch selber hätte schießen können, aus einem Meter über die Linie.

          Das Publikum tobte, die Kollegen warfen Messi in die Luft. Treffer Nummer 252 in der spanischen Liga. Endlich war die bald sechzig Jahre alte Höchstmarke von Telmo Zarra übertroffen, die Messi schon seit fünf Wochen wie eine Karotte vor der Nase baumelte. Er war Mitte Oktober bis auf ein Tor herangekommen, blieb dann aber dreimal ohne Treffer.

          Für einen Messi geradezu eine Durststrecke. Doch die schlechte Laune ist vorbei, sie herzten und feierten ihn in Barcelona. Wohl auch, um ihm zu zeigen, wo seine Fußballheimat liegt. Spieler seines Schlages fordern solche Liebesbeweise gerne mal heraus. Messi tat das zuletzt mit einer vagen Bemerkung im Interview mit einer argentinischen Zeitung: „Ich würde gerne in Barcelona bleiben, aber es läuft nicht immer so, wie man es will. Man weiß im Fußball nie.“

          Für die Geschichtsbücher, aber nicht für die Ewigkeit

          Nun also erlebt Lionel Messi in seinem eher tristen Jahr 2014, in dem er mit Barcelona keinen Titel gewann, mit Argentinien im WM-Finale scheiterte und die Torjägerkanonen dem Rivalen Ronaldo überlassen musste, doch noch eine kleine, späte Krönung: 253 Tore in 289 Spielen, eine Ausbeute für die Geschichtsbücher.

          Aber wohl keine für die Ewigkeit. Denn Ronaldo wird bald die 200 voll haben. Mit seinen beiden Treffern in Eibar kommt der Portugiese auf 197 Tore, schlägt aber das höhere Tempo an. Er hat dafür nur 176 Spiele und knapp fünfeinhalb Jahre benötigt, während Messi schon vor zehn Jahren sein Debüt in der spanischen Liga gab.

          Der Schmerzensmann des deutschen Fußballs: Marco Reus
          Der Schmerzensmann des deutschen Fußballs: Marco Reus : Bild: dpa

          Mit einem Drehschuss und einem Elfmeter erhöhte Ronaldo seine Saisonausbeute auf unfassbare zwanzig Tore in elf Spielen, auch das eine neue Bestmarke in der Primera Division. Er hat noch kein torloses Saisonspiel in der Liga zu Buche stehen. Und nimmt man sein letztes Spiel der vergangenen Saison in Valladolid aus, als er schon nach neun Minuten mit einer Muskelblessur ausschied, hat Ronaldo nun in 19 Liga-Spielen in Folge immer getroffen.

          Es ist ein grandioses Duell, das die Fußballwelt erleben darf. Zwei solche Torjäger auf der Höhe ihres Schaffens, zur selben Zeit in derselben Liga, das hat die Welt noch nicht gesehen. Es wird sich in dieser Woche auch in der Champions League fortsetzen, in der Barca und Real längst fürs Achtelfinale qualifiziert sind, in der aber Messi (in Nikosia) und Ronaldo (in Basel) ihre Jagd auf die Tabellenführung der ewigen Torjägerliste der Champions League fortsetzen dürften. Messi hat sich vor kurzem mit seinem 71. Tor an die Spitze gesetzt, gleichauf mit dem nicht mehr aktiven Real-Helden Raúl. Ronaldo blieb vorerst bei 70 stehen, man ahnt, wie ihn das beschäftigt.

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