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Eichlers Eurogoals : „Hässlicher als die Rückseite eines Kühlschranks“

Ist Manchester schön? David de Geas Freundin Edurne Garcia ist sich da nicht ganz so sicher Bild: Imago

Auch unter Louis van Gaal läuft es bei Manchester United nicht. Nun soll angeblich sogar Cristiano Ronaldo zurückkommen. Doch „King Louis“ hat schlechte Karten – zumal die Freundin des Torwarts nicht gerade Werbung für einen Umzug nach Manchester macht.

          Lange nichts mehr von Louis van Gaal gehört. Läuft wohl gerade nicht rund für ihn bei Manchester United. Denn wenn es rund läuft, das wissen wir aus seiner Zeit bei Bayern München, dann lässt er es die Welt auch wissen. Vielleicht aber hat er sich auch ein geändert in der Zwischenzeit, wer weiß. Jedenfalls waren nach dem 3:0-Sieg über Tottenham am Sonntag keine auftrumpfenden Töne von „King Louis“ zu hören. Er ahnte wohl, dass dieser Sieg keine Befreiung war, nur die Mindestvoraussetzung, damit nicht schon in seiner ersten Saison in Manchester an seinem Thron gerüttelt wird.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Was er bisher erreicht hat, bewegt sich am unteren Rand der Erwartungen, so gerade noch im Bereich dessen, was von den verwöhnten Fans des Rekordmeisters hingenommen wird. Mit dem 1:2 gegen Arsenal im FA Cup vor einer Woche bekamen sie die Gewissheit, dass sie bei United zum ersten Mal seit 26 Jahren zwei trophäenlose Spielzeiten hintereinander erleben. Aus dem anderen Pokalwettbewerb, dem Ligapokal, war man mit einem blamablen 0:4 beim Drittligaverein Milton Keynes Dons ausgeschieden, und um den Meistertitel hat United von Beginn an nie ernsthaft konkurrieren können.

          Selbst Platz vier, der Platz für die Champions League, das absolute Minimum der Saisonziele, ist in Gefahr geraten, und das, obwohl sich United mangels Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb in dieser Saison völlig auf die Premier League konzentrieren konnte. Es sind also die Wochen der Wahrheit für van Gaal. Am Sonntag geht es zum formstarken FC Liverpool, der United im Nacken sitzt, und dem Heimspiel gegen Aston Villa folgen Partien gegen die beiden Top-Teams der Liga, Manchester City und Chelsea.

          Der frühere Kapitän Roy Keane warnte, es wäre ein „Desaster”, sollte United abermals die ersten vier Plätze verpassen. Den Verlust der Einnahmen könnte der Klub angesichts horrender Erlöse aus Trikotwerbung und TV-Vermarktung sogar noch verschmerzen, doch drohte dann die Anziehungskraft auf Top-Stars zu schmelzen. Angeblich bemüht sich Alex Ferguson, die alte Trainer-Ikone, darum, zwei frühere United-Spieler im Sommer zurück nach Old Trafford zu lotsen: Cristiano Ronaldo, den man für 94 Millionen Euro als Weltrekordtransfer zu Real Madrid verkaufte, und Paul Pogba, den Ferguson als 19-Jährigen aus der eigenen Jugend nach nur 71 Spielminuten in der Premier League ablösefrei zu Juventus Turin ziehen ließ. Zweieinhalb Jahre später soll er 70 bis 80 Millionen Euro kosten. Aber wollen ein Ronaldo und Pogba Europa League spielen?

          Es läuft noch nicht gerade gut für Trainer Louis van Gaal bei United

          Van Gaal hat Fans und Medien nicht nur dringlich Punkte zu liefern, auch Transfererfolge und nicht zuletzt eine Spielweise, die zu Tradition und Erwartungen passt. Bisher gelang es ihm nicht. Van Gaals auf Ballbesitz geeichte Spielidee, mit dem Warten auf die Lücke und dem Überbrücken dieses Wartens mit Sicherheitspässen, bricht mit der Erwartung des Publikums, das schnelles, direktes Spiel mit Zug zum Tor gewohnt ist.

          Auch das Wechseln der Systeme behagt dem Publikum nicht. Als van Gaal gegen die Queens Park Rangers zum wiederholten Male auf die in England ungewohnte Dreierkette wechselte, forderten Zuschauer im Chor „4-4-2“ – das klassische englische Fußballsystem mit Viererkette. Und ein ungewohnter Anblick wie beim Sieg über den Neuling Burnley, als United kurz vor Schluss einen knappen Vorsprung über die Zeit rettete, indem man eine Ecke statt zu einer Flanke vors Tor zu einer Rückpass-Stafette bis zum eigenen Torwart nutzte, treibt manch treuen United-Fan auf die Barrikaden. Auch van Gaal entgingen nicht „die ersten Pfiffe“ im Spiel gegen Burnley.

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