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Eichlers Eurogoals : Lässt Leicester Lineker in Unterhose dastehen?

Robert Huth und Leicester City sind tatsächlich auf dem Weg zur Meisterschaft. Bild: AFP

Leicester gibt die Zurückhaltung auf und spricht über den Titel in der Premier League. Sollte der Außenseiter Meister werden, muss der bisher berühmteste Spieler des Vereins eine schwere Wahl treffen.

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          Pep Guardiola sagt: „Ich bin wie eine Frau. Ich kann zwei Dinge gleichzeitig.“ Erstens die Bayern trainieren, zweitens Manchester City auf die nächste Saison ausrichten. Trotzdem sitzt der Trainerstar zunehmend zwischen den Stühlen. Und schon fragen die Ersten, wie immer sind es die mit hyperaktivem Kurzzeitgedächtnis: Was hat er denn schon erreicht?

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Nun, 17 Titel in 16 Jahren als Spieler. Und 19 Titel in gerade mal sieben Jahren als Trainer, keine ganz schlechte Bilanz. Aber so einzigartig, wie man früher glaubte, dann auch wieder nicht. Nachfolger Luis Enrique, der 2015 mit Barca Guardiolas Triple von 2009 wiederholte, schickt sich nun auch an, einen Guardiola-Rekord zu überbieten.

          Mit dem 2:0 gegen Levante kommt der spanische Tabellenführer wettbewerbsübergreifend auf 28 Spiele ohne Niederlage, Einstellung der Klub-Bestmarke aus der Saison 2010/11 – die am Sonntag im Heimspiel gegen Celta Vigo überboten werden kann. Es war Enriques hundertstes Spiel als Barca-Trainer, und bei dieser Zwischenmarke liegt er mit seiner Bilanz von 80 Siegen bereits deutlich vor der von Guardiola in Barcelona (71).



          Eine Liga-Saison ohne Niederlage wird aber auch Enrique vorerst nicht schaffen, so wenig wie das Guardiola bei den Bayern noch gelingen kann. Dafür schickt sich ein anderes Team an, das große Kunststück zu wiederholen, das in den großen Ligen Europas zuletzt der FC Arsenal 2004 schaffte. Paris St-Germain ist in Frankreich seit nun 34 Spielen ungeschlagen. Mit der Saisonbilanz von 22 Siegen und 3 Unentschieden) führt der Milliardärsklub die Liga noch überlegener an, als es die „Super-Bayern“ der Triple-Saison und der ersten beiden Guardiola-Jahre taten: 24 Punkte Vorsprung nach 25 Spielen.

          „Wir können wir es schaffen, am Ende ohne Niederlage zu bleiben", sagte Kapitän Thiago Silva nach dem 2:1 bei Olympique Marseille. Aus den „schottischen Verhältnissen“, die Jürgen Klopp einst als Präzisierung der drohenden „spanischen Verhältnisse“ in der Bundesliga vorschlug, als Ausdruck der totalen Dominanz nicht zweier, sondern eines einzigen Klubs, sind längst französische geworden.



          Ob die extreme nationale Überlegenheit, erzeugt durch reiche Gaben aus Qatar, nun ein Vor- oder Nachteil in der Champions League ist, wird PSG von der nächsten Woche an im Achtelfinale gegen den abgestürzten englischen Meister Chelsea erleben (der in der Premier League gegen Manchester United in letzter Minute ein 1:1 rettete). In jedem Fall sind die großen Favoriten der Königsklasse, ausgenommen vielleicht noch Real Madrid und der FC Bayern, und ihre Stars schon königlich in Schuss. Für PSG schoss Zlatan Ibrahimovic sein 21. Saisontor, für Barca Luis Suarez seinen 20. Treffer.

          Bei Juventus Turin, dem Bayern-Gegner am 22. Februar, blieb Torwart Gianluigi Buffon zum achten Mal in Folge ohne Gegentor. Mit dem 2:0 bei Frosinone gelang Juve der 17. Sieg hintereinander gegen nationale Konkurrenz (14 in der Serie A, 3 im Pokal). Aber auch Tabellenführer SSC Neapel ist in Top-Form. Mit dem 1:0 gegen Carpi, bei dem Gonzalo Higuain sein 24. Saisontor schoss, überbot man den Vereinsrekord aus alten Maradona-Tagen: Es war der achte Sieg in Folge. Am Sonntag treffen die beiden Top-Teams der Serie A in Turin aufeinander, und es klingt, als hätte ein Box-Promoter es erfunden: das Duell zweier Champions mit fast perfektem Kampfrekord und gigantischer K.o.-Quote.

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