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Eichlers Eurogoals : Weltfußballer des Webs

Nur einer von vielen Fußballern, die abseits des Internets ein Problem haben: Wayne Rooney
          4 Min.

          Punkte und Tore sind ein reichlich antiquiertes Kriterium für den Erfolg eines Fußballers. Klicks und „Like“-Buttons sind ein deutlich moderneres. Die englische Zeitung „Independent“ veröffentlichte vor Beginn dieser Saison ihre Rangliste der populärsten Kicker der Welt, berechnet anhand von Zahlen aus dem Internet.

          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Im Wesentlichen basieren sie darauf, wie viele Fans der jeweilige Fußballer bei Facebook hat, wie viele ihm auf Twitter folgen und wie oft seine Szenen auf Youtube angeschaut werden. Schöne neue Fußballwelt. Allerdings läuft es für die populärsten Kicker im richtigen Leben augenblicklich nicht immer so rund wie im virtuellen.

          Unser kleiner Countdown abwärts von Platz zwölf beginnt mit Gerald Pique – dem Verteidiger des FC Barcelona droht nun ein Abstieg im Ranking, seit mexikanische Zeitungen vor zwei Wochen meldeten, Popstar Shakira habe ihm den Laufpass gegeben.

          Platz elf gehört Diego Forlan – leider merkte Inter Mailand erst nach der Neuverpflichtung des trefflichsten Frauenliebling der letzten WM, dass Forlan in der Champions League nicht einsetzbar ist, und nun fällt er auch noch in der Serie A, in der Inter nur auf Platz 17 steht, verletzt für längere Zeit aus.

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          Verletzt sind derzeit auch die Beine der Barca-Stars Cesc Fabregas (Platz neun) und Andres Iniesta (fünf), während der spanische Landsmann Fernando Torres bei Chelsea (Rang acht) mehr unter seelischen Verletzungen in Folge von langfristiger Ladehemmung leidet.

          Brasiliens Jungstar Neymar (Rang zehn) flog an diesem Wochenende vom Platz (weil er den Schiedsrichter einen „Clown“ nannte), genau wie Brasiliens Altstar Ronaldinho (Platz sieben) für ein allerdings hauchzartes Revanchefoul.

          Rooney und der dämlichste Tritt des Jahres

          Deutlich berechtigter war da gewiss die Rote Karte des knapp vor Ronaldinho plazierten Wayne Rooney. Für den dämlichsten Tritt des Jahres beim 2:2 mit England in Montenegro ist er nun mit einer Sperre für die gesamte EM-Vorrunde gestraft (wenn ihn Trainer Capello überhaupt mitnimmt).

          Auf Platz vier der Liste der unvermeidliche David Beckham, der aber kaum noch als Fußballer wahrzunehmen ist und ebenso wie sein früherer Kompagnon aus dem „Galacticos“-Projekt von Real Madrid, der zweitplazierte Kaka, eher von früheren als von aktuellen Leistungen lebt. Kaka profitiert weniger von seiner Präsenz bei Real als von der bei Twitter, wo er mehr als fünf Millionen „Follower“ hat, Weltrekord für Fußballer.

          Einer will die Nachfrage der Fans nicht noch steigern

          Blieben noch die Plätze drei und eins, sie gebühren den beiden unzweifelhaft besten Fußballern der Welt. Dass Lionel Messi dabei nur den dritten Platz belegt, wirkt vielleicht überraschend, hat aber wohl damit zu tun, dass er die Öffentlichkeit scheut und die wahnwitzige Nachfrage der Fans nicht auch noch steigern will.

          Wo Messi hinkommt, besonders daheim in Südamerika, wird er von Massen umringt wie ein Elefantenmensch, so dass er sich nach dem bisschen Platz sehnen muss, den ihm die Verteidiger auf dem Fußballfeld lassen.

          Dribbling in der engen elterlichen Wohnung

          Dort findet er im Höchsttempo die Lücken – wohin aber kann man in einem Flugzeug fliehen? Dort gibt es selbst für Messi, der die Kunst des Dribbelns angeblich in den Zimmern der engen elterlichen Wohnung erlernte, kein Entkommen.

          Nach der 0:1-Niederlage der Argentinier in Venezuela berichtete eine venezolanische Zeitung in dieser Woche, dass Messi per Linienflug von Caracas zurück nach Barcelona reiste, wobei der Plan, ihn als letzten Passagier nach Löschen der Kabinenbeleuchtung unbemerkt ins Flugzeug zu schmuggeln, scheiterte.

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