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Eichlers Eurogoals : Unendlich weit weg

Einst im April 2009: Bayern-Trainer Klinsmann (l.) und Barcelonas Coach Pep Guardiola Bild: AFP

Vor kaum fünf Jahren war München extrem weit entfernt von Europas Spitze - unterlag unter Klinsmann mit Spielern wie Oddo, Ottl, Lell dem FC Barcelona Guardiolas mit 0:4. Was ist aus den Bayern von einst nur geworden?

          Manchmal hilft ein kleiner Blick in die Vergangenheit, um die Gegenwart richtig einschätzen zu können. An diesem 1. April geht der FC Bayern als hoher Favorit in das Duell mit Manchester United. Blicken wir mal fünf Jahre zurück in das Frühjahr 2009. Damals sah die Fußballwelt noch ein wenig anders aus. Der Titelverteidiger in der Champions League hieß Manchester United. Herbstmeister in der Bundesliga war der Aufsteiger TSG Hoffenheim geworden. Der kommende Deutsche Meister, der die Bayern 5:1 schlug, mit einem Jahrhunderttor des Brasilianers Grafite, hieß VfL Wolfsburg.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Und in den Länderspielen jenes Frühjahrs, in denen es ein 0:1 der Nationalelf gegen Norwegen gab und glanzlose Pflichtsiege in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein und Wales, standen Spieler wie Hinkel, Trochowski, Tasci, Marin oder Helmes auf dem Platz. Aber nur drei Bayern, denn mehr deutsche Nationalspieler hatte der Rekordmeister damals nicht: Lahm, Schweinsteiger, Podolski. Miroslav Klose, der vierte, war verletzt.

          Zwei Trainer, die als Visionäre galten

          Und am 8. April 2009 kam es zu einem Viertelfinale in der Champions League, das zeigte, wie unendlich weit die Bayern weg waren von der Spitze Europas. Vor dem Anpfiff im Stadion Camp Nou in Barcelona schüttelten sich zwei Männer im ersten Berufsjahr als Klubtrainer die Hände: ein blonder Schwabe und ein Katalane, dessen pechschwarzes Haupthaar langsam schütter wurde. Beide, Jürgen Klinsmann und Pep Guardiola, galten als Visionäre.

          Doch die Bayern hatten den falschen. Er ließ Christian Lell gegen Lionel Messi spielen. Die erste Halbzeit, nach der Barcelona es bis Schlusspfiff bei einem 4:0 bewenden ließ, wurde die schlimmste Demontage eines Bayern-Teams im 21. Jahrhundert.  

          Was aus den beiden Jung-Visionären wurde, ist bekannt. Klinsmann ist beim FC Bayern graue Geschichte, Guardiola strahlende Gegenwart. Der damals dünne Bayern-Kader gilt heute als der beste der Welt. Welch unglaubliche Entwicklung der Personalbestand genommen hat, aus dem Guardiola heute aus 16 oder 17 Weltklassespielern seine Elf wählen kann, verdeutlicht

          Klinsmanns Aufstellung vom 8. April 2009:

          Tor: Butt. – Abwehr: Oddo, Demichelis, Breno, Lell – Mittelfeld: van Bommel, Schweinsteiger, Zé Roberto, Altintop, Ribéry – Sturm: Toni. – Eingewechselt: Ottl, Sosa. - Reservebank, ohne Einsatz: Rensing, Badstuber, Lahm, Borowski, Podolski.

          Was ist aus den Bayern von 2009 geworden? Nur Franck Ribéry, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm sind noch dabei, als Stützen des Triple-Siegers. Ebenfalls im Kader der damalige Amateur Holger Badstuber, der nach seiner schweren Knieverletzung von Ende 2012 diesen Sommer aufs Spielfeld zurückkehren soll.

          Heute zweiter Mann in der zweiten Liga: Michael Rensing

          Massimo Oddo, Mark van Bommel und Jörg Butt haben ihre Karriere beendet, ebenso der damalige Ersatzmann Tim Borowski, der bei Werder Bremen derzeit eine Management-Ausbildung absolviert. Die Karriere von Breno hat dagegen immer noch nicht richtig begonnen. Derzeit ist der wegen schwerer Brandstiftung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilte Brasilianer Freigänger der JVA Stadelheim und Ko-Trainer beim Amateurteam des FC Bayern.

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