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Eichlers Eurogoals : Ein Ausputzer besonderer Art

  • Aktualisiert am

Liam Ridgewell - am Boden und nicht auf der Toilette Bild: dapd

Der englische Verteidiger Liam Ridgewell sorgt mit einem Foto vom Toilettengang für Schlagzeilen. Wesley Sneijder sitzt auch zu viel herum. Und Zlatan Ibrahimovic hat Parkplatzsorgen.

          Wer sehnt sich nicht manchmal nach den Tagen zurück, als es noch richtig doofe Fußballer gab? Denen man ihre taktische Aufgabe noch so erklären musste: Du deckst den Zehner, und wenn der Zehner aufs Klo geht, gehst du mit? Die gute Nachricht: Es gibt solche Fußballer noch. Vielleicht sogar noch doofere. Sie gehen nicht nur aufs Klo, sie lassen sich dort auch noch fotografieren.

          Die englische Boulevardzeitung „Sun“ bewies das nun mit der Veröffentlichung eines Fotos des Verteidigers Liam Ridgewell von West Bromwich Albion, dem bisherigen Überraschungsteam der Premier League. Es zeigt, wie Ridgewell mit heruntergelassener Hose auf der Toilette sitzt - und sich dabei mit einem 20-Pfund-Geldschein den Hintern abputzt. Vor ihm liegt bereits ein Haufen Geldscheine.

          Soziale Sprengkraft

          Immer noch besser, als hätte er dafür die „Sun“ benutzt, könnte man meinen (einiges Wohlwollen vorausgesetzt). Und vermutlich wäre das Foto, das ein anonymer West-Brom-Fan dem Blatt zuschickte, bei anderen Zeitungen im Papierkorb gelandet. Oder allenfalls an der Pin-Wand neben der Herrentoilette.

          Doch die „Sun“ erkannte die soziale Sprengkraft, ja die politische Dimension dieses Zeitdokuments. Und sah sich deshalb verpflichtet, den Lokus in den Fokus zu rücken. „Es ist ein Foto, das hart arbeitende Fußballfans überall in Großbritannien in Rage bringen wird“, schrieb das Blatt und vergaß nicht zu erwähnen, dass der „schändliche Schnappschuss“ in Ridgewells „1,5 Millionen Pfund teurem Haus“ bei Birmingham aufgenommen wurde.

          Otto Rehhagel: Fachmann auch für sanitäre Anlagen

          Nun ist ja eigentlich nichts dagegen zu sagen, wenn sich jemand seine Hygiene auch etwas kosten lässt. Und gerade die Verdauungsversorgung von Fußballern hat lange gebraucht, um ein ziviles Niveau zu erreichen. Und um den Gebrauch der Vokabel „Kulturtasche“ im Zusammenhang mit kickender Körperpflege zu erlauben.

          Rehhagels Toiletten

          So beschrieb Otto Rehhagel sein bleibendes Vermächtnis in Ostwestfalen nach seiner Entlassung bei Arminia Bielefeld 1979 nicht mit Fortschritten bei der Spiel-, sondern der Sanitäranlage: „Wenigstens gibt es wegen mir jetzt eine Toilette am Trainingsgelände.“

          Selbst nach dem Aufstieg zum griechischen Gott Rehhakles soll er sich bei Besuchen auf der Bielefelder Alm erkundigt haben, ob Ottos Örtchen noch existierte. Und später, als Meistertrainer in Bremen, schilderte er einen weiteren seiner größten Erfolge so: „Bei Werder habe ich sechs Jahre um ein eigenes Klo gekämpft. Bei Real würden sie mich fragen: Welche von den zehn Toiletten möchten Sie benutzen?“

          Sneijders Zeit zum Herumsitzen

          Dennoch geht es natürlich zu weit, wenn Fußballer am falschen Ende verschwenderisch sind. Und wenn sie, wie Ausputzer Ridgewell, auf solch unappetitliche Weise zeigen, wie sie das viele Geld, das man ihnen nachwirft, zu schätzen wissen. Immerhin ist er einsichtig. Am Samstag entschuldigte sich Ridgewell für das Foto. Es sei vor acht Monaten aufgenommen worden, „um einen Kumpel zu foppen, gegen den ich eine Wette gewonnen hatte. Nur er sollte das Foto sehen, aber nun, da es öffentlich geworden ist, verstehe ich die Reaktionen.“

          Wesley Sneijder sitzt auch zu viel herum

          Noch mehr Zeit zum Herumsitzen und noch mehr Papiergeld hat Wesley Sneijder, der kleine holländische Spielmacher, der nach seiner überragenden Saison 2010 (Meister, Pokalsieger, Champions-League-Sieger mit Inter Mailand, WM-Finalist mit Holland) von Inter einen neuen Vertrag bekam, der ihm bis 2015 pro Jahr 13 Millionen Euro brutto sichert.

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