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Eichlers Eurogoals : Die Kuriositäten-Elf des Fußballjahres

Im Spiel gegen Brasilien gab es Freistoß durch den gefürchteten Rivelino, der Schiedsrichter pfiff zum Zeichen, dass der Brasilianer nun schießen dürfe, der ließ sich aber noch Zeit, und ein Zairer dachte: Der Schiri hat ja gepfiffen, und wenn der Brasilianer nicht will, dann schieße ich ihn eben. Er rannte aus der Mauer und holzte die Kugel weit in die gegnerische Hälfte. Bis heute eine Quelle ewiger Fußballheiterkeit.

Allerdings verging den Brasilianern das Lachen letzte Woche. Bei der Klub-WM verlor ihr Meister Internacional im Halbfinale 0:2 gegen Lubumbashi. Erst im Finale gegen Inter war Schluss für die Kongolesen. Aber da waren sie 2010 in guter Gesellschaft mit dem mächtigen, aber eben auch nicht allmächtigen FC Bayern.

Schnellste Reaktion

Wenn es nicht läuft, dann müssen Klubs rasch reagieren. Müssen Trainer entlassen, was sonst. Und das möglichst rasch, um weiteren Schaden abzuwenden. Einen neuen Maßstab für Handlungsschnelligkeit im europäischen Fußball setzte in dieser Saison der FC Bologna. Er entließ Trainer Franco Colomba für schwache Resultate - und das schon, bevor er die schwachen Resultate fabrizieren konnte: einen Tag vor dem Saisonauftakt.

Nummer zwei des Jahres

Manuel Pellegrini hat eine fabelhafte Bilanz im ablaufenden Trainer-Jahrzehnt. Der Chilene holte in drei Jahren in Argentinien zwei Meistertitel mit San Lorenzo und River Plate, machte dann den Provinzklub Villarreal zur Nummer drei in Spanien hinter Barca und Real - und verpasste das Champions-League-Finale 2006 nur um einen verschossenen Elfer, als Lehman gegen Riquelme hielt.

2009 wurde Pellegrini belohnt, mit der Beförderung zu einem Weltklub. Mit Real Madrid holte dort in seiner ersten Saison 31 Liga-Siege, 102 Tore, 96 Punkte, das ist ein Punkteschnitt pro Spiel von mehr als 2,5. Das war Vereinsrekord und hätte 2010 in jeder anderen Liga Europas zum Meistertitel gereicht. Nur leider nicht in Spanien, weil es dort den FC Barcelona gibt, der hatte 99 Punkte. Natürlich wurde Pellegrini entlassen.

Schönster Stadionname

Fußball ist nicht die Formel 1, deshalb kriegt auch ein Dosen-Milliardär nicht immer die Titel, die er will. Im Fußball reicht es für Red Bull bisher aber nur für alte Weltstars (Henry in New York), vierte Liga in Deutschland (Leipzig) und das ewige Scheitern in der Champions-League-Qualifikation (Salzburg). Im letzten Heimspiel von Red Bull Salzburg - gegen den Tabellenzweiten Sturm Graz - blieben 25.000 von 30.000 Plätzen leer, Rekord.

Da hätte mehr als zweimal die komplette Bevölkerung jenes Ortes hineingepasst, der sensationell vorn liegt in Österreich - und passenderweise nicht wie in Deutschland Herbstmeister, sondern „Wintermeister“ genannt wird. Dafür gibt es sogar einen Pokal. Der SV Ried kommt aus einer Kleinstadt im Innviertel, war Drittletzter im vorigen Jahr. Nun ist er Erster und soll sogar eine Rasenheizung bekommen für sein Stadion. Dessen Name drückt aus, wie Fußball sein sollte: Keine-Sorgen-Arena.

Geringverdiener des Jahres

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