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Eichlers Eurogoals : Der Tag der großen alten Männer

Andrea Pirlo aber entschied das Derby doch noch für Juventus

Lampard gewann in dreizehn Jahren alles mit Chelsea, wurde mit 211 Toren Rekordtorschütze in der Geschichte des Klubs, verließ ihn aber im Sommer nach Auslaufen seinen Vertrages, um auf seine alten Tage noch ein wenig in der gemütlicheren amerikanischen Liga zu spielen. Claudio Reyna, Sportdirektor von New York City FC, stellte ihn als „einen der größten Spieler der Weltgeschichte“ vor. Bevor der neugegründete Klub im März in seine erste Saison startet, ließ sich Lampard, um fit zu bleiben, bis Jahresende an ManCity ausleihen.

Doch dort möchte man ihn nun behalten. Er zeigte eine Klasseleistung beim 3:2-Sieg über Bayern München, als er die spielentscheidende Szene, das Foul von Medhi Benatia an Sergio Agüero mit folgendem Platzverweis und Elfmeter, mit einem direkt gespielten, perfekt gezirkelten Vierzig-Meter-Pass einleitete. Lampard soll nun bis März in England bleiben, und Trainer Manuel Pellegrini möchte ihn am liebsten ganz von dem Wechsel in die Vereinigten Staaten abbringen.

Wenige Sekunden vor Schluss titschte sein Ball doch noch ins Tor

Pirlo hat mit 35 nach der WM seinen Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt, sich es kurz danach aber schon wieder anders überlegt: Er werde zur Verfügung stehen, wenn man ihn brauche. Man brauchte ihn, er spielt wieder für Italien. Auch Lampard ist nun mit 36 gefragt wie eh und je. Xabi Alonso erfährt, gerade 33 geworden, bei den Bayern seit Monaten Huldigungen für sein zeitloses Können.

Und da, wo es noch schwieriger ist als im laufintensiven Mittelfeld, sich gegen das eigene Alter und die Jugend der Gegner zu wehren, im Angriff nämlich, hält Antonio di Natale auch mit 37 die Stellung. Der ewige Torjäger von Udinese hat vor einer Woche sein 200. Tor in 400 Serie-A-Spielen erzielt. Und das, obwohl er erst mit 25 in der ersten Liga ankam und in 19 Profijahren nie für eines der großen Teams, sondern nur für Empoli und Udine spielte.

Wer ist der größte Ü-30-Stürmer? Antonio Di Natale

Erst als er in der Saison 2009/10 mit 29 Treffern Torschützenkönig der Serie A wurde, nahm man seinen Namen im Rest von Europa wahr – und glaubte an eine späte Laune des Fußball-Schicksals: einer, der auf seine alten Stürmer-Tage, mit 32, noch einmal groß herauskommt, bevor er wieder in der Versenkung verschwindet. Doch das war nur der Anfang. Seit jener Saison, in den fünfeinhalb Jahren seit Sommer 2009, hat kein Stürmer in England, keiner in Frankreich, kein anderer in Italien und erst recht keiner in Deutschland es geschafft, mehr Liga-Tore zu erzielen: mehr als die 127, die der gute alte „Toto“ zwischen seinem 32. und 38. Lebensjahr angesammelt hat.

Nur zwei Spielern in Spanien, beide noch deutlich jünger, haben den größten aller Ü-30-Torjäger überboten. Ein gewisser Messi (199 Tore). Und ein angeblicher nicht untalentierter Bursche namens Ronaldo (197). Beide haben an diesem Wochenende übrigens nicht getroffen. Ist auch mal eine Nachricht.

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