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Eichlers Eurogoals : Das torlose Tor zur Welt

Felix Magath: Mit Fulham ganz unten angekommen Bild: dpa

Die Sommerpause ist beendet - auch für Eichlers Eurogoals. Und wo, wenn nicht in Hamburg, könnte der Blick in die Weiten des internationalen Fußballs beginnen?

          Hamburg, das Tor zur Welt. Aber nicht das Tor zur großen Fußballwelt. Früher war das vielleicht mal so, als der heute 70-jährige Ferrari-Fahrer Günter Netzer noch Trainer und Spieler holte. Heute ist der HSV ein programmierter Karriereknick. Etwa für René Adler oder Heiko Westermann, die als Nationalspieler nach Hamburg kamen und nun nur noch Bankdrücker beim Tabellenletzten sind. Am meisten aber gilt das für Trainer. Keine guten Aussichten für Mirko Slomka. Und für seinen Nachfolger.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          So gut wie kein Trainer, den der HSV in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren beschäftigte, kam danach noch so richtig auf die Füße. Frank Pagelsdorf landete in Osnabrück, später in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Karriere von Kurt Jara Karriere endete bald nach Hamburg in Salzburg, die von Klaus Toppmöller in Georgien. Ohne Job sind heute auch die früheren HSV-Trainer Huub Stevens, Bruno Labbadia, Martin Jol, Thorsten Fink, Bert van Marwijk. Michael Oenning ging zum Fernsehen.

          Armin Veh, der in Stuttgart Meistertrainer war und danach in Wolfsburg ein Meisterteam übernahm, ist seit dem HSV-Job, der folgte, nur noch im abstiegsgefährdeten Mittelmaß unterwegs, in Frankfurt, jetzt in Stuttgart. Und selbst Thomas Doll, der Letzte, der den HSV im Mai 2006 in die Champions League brachte (und neun Monate später als Tabellenletzter entlassen wurde), landete nach einem Jahr als Klopp-Vorgänger in Dortmund in den äußersten Randbezirken der großen Fußballwelt, in Ankara, in Saudi-Arabien. Derzeit ist er bei Ferencváros Budapest engagiert.  

          Am Ort des veritablen Karriereknicks angekommen: Mirko Slomka

          Eine glorreiche Ausnahme aber gab es bisher, den Mann, der den HSV einst zum größten Erfolg, dem Gewinn des Europapokals der Landesmeister, geschossen hatte – Felix Magath. Er schaffte es, trotz zwei Jahren als HSV-Trainer (1995 bis 1997) eine weiterhin stattliche Karriere als kantiger Übungsleiter bei sieben Bundesligaklubs zu machen, mit zwei Double-Gewinnen beim FC Bayern und dem Meistertitel 2009 in Wolfsburg. Doch nun hat der HSV-Trainerfluch wohl auch den Teetrinker mit dem sardonischen Lächeln erwischt. Auf seiner ersten Auslandsstation ergeht es ihm schlechter, als es ihm in Deutschland je hätte ergehen können: Er ist auf Platz 24 angekommen.

          „Felix raus“-Rufe beim FC Fulham

          So tief ist noch kein deutscher Trainer gesunken. 24 Teams spielen in der „Championship“, der zweiten englischen Profiliga, in die Magath mit dem FC Fulham aus der Premier League abgestiegen ist. Mit nur einem Punkt aus sechs Spielen steht Magath nun auch dort ganz unten – und muss am Mittwoch zu Tabellenführer Nottingham Forest. „Felix raus“, riefen die mitgereisten Fulham-Fans bei der 0:3-Niederlage in Reading, die auch der von 1860 München gekommene Torwart Gabor Kiraly und der frühere Schalker Tim Hoogland nicht verhindern konnten.

          Was macht eigentlich Frank Pagelsdorf? Einer aus der abgestürzten HSV-Trainer-Gilde Stevens, Labbadia, Jol, Fink, van Marwijk

          „Ein komischer Mann“, urteilte der frühere Klubbesitzer Mohammed Al Fayed über den Deutschen, der ihm vorgeworfen hatte, „zu wenig investiert“ zu haben. Nach der Pleite in Reading verkündete Magath, in der Teetasse rührend, die üblichen Durchhalteparolen: „Ich schaue nur nach vorn.“ Zurückzuschauen ist auch nicht sehr erheiternd, nach nur vier Siegen in zwanzig Spielen, seit er im Februar nach London kam.

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