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Eichlers Eurogoals : Wer braucht schon noch Superstars?

Wird nicht mehr gebraucht? Nun werden auch schon in der dritten spanischen Liga Tore à la Ibrahimovic geschossen. Bild: Picture-Alliance

Die größten Stars der Fußballwelt schreiben auch die besten Geschichten? Mitnichten! In England wird ein Algerier zum besten Spieler gewählt. Ein Balljunge greift in der Primera Division ein – und ein Drittligaprofi erzielt das Tor des Jahres.

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          „Es war eine gute Entscheidung, nach Deutschland zu gehen“, sagte Pep Guardiola am Samstag. Was wird von ihm bleiben in diesem Land? Zum Beispiel die Idee, dass man kann nie genug Ballbesitz haben kann. Nun trifft er auf einen Gegenspieler, der damit kein Problem hat: Sollen die anderen doch den Ball haben. Warum nicht sogar einen zweiten? Das verdoppelt ja gleich den Ballbesitz.

          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Beim 1:0-Erfolg gegen den FC Málaga hat Atlético Madrid, der Bayern-Gegner in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr / Live im ZDF, Sky und im Champions-League-Ticker auf FAZ.NET), einen Ball im Tor untergebracht (und damit Punktgleichheit mit Tabellenführer FC Barcelona bewahrt) – und einen auf dem Spielfeld, der da nichts zu suchen hatte. Als ein Spieler von Málaga bei einem gefährlichen Konter über den linken Flügel stürmte, an der Bank von Atlético vorbei, flog plötzlich ein zweiter Ball von dort aufs Spielfeld und irritierte den Spieler. Der Angriff endete erfolglos, die Störung war gelungen.

          Taktisches Foul von der Trainerbank?

          Taktisches Foul von der Trainerbank? Fernsehbilder belegen, dass es nicht Diego Simeone selber war, der den Ball warf. Sie legen aber den Verdacht nahe, dass der Atlético-Trainer mit einer Handbewegung einem Balljungen diesen Befehl gab und mit einem zum „Like“ hochgestreckten Daumen goutierte. Der Schiedsrichter schickte Simeone auf die Tribüne – was keine persönliche Schuldzuweisung darstellte, sondern der Regel entsprach, wonach bei unsportlichem Verhalten von der Bank, dessen Urheber nicht auszumachen ist, der Trainer als Verantwortlicher bestraft wird.

          Es ist nichts Neues, dass sich zum Saisonende hin die schäbigen Seiten des unbedingten Siegeswillens im Fußball häufiger zeigen. Dinge wie Zeitschinden, Provozieren oder Simulieren, mit der vorläufigen Krönung durch Arturo Vidals Schwalbe beim Bayern-Sieg im Pokal gegen Bremen. Die Aktion von Atlético lässt nun ahnen, dass die Bayern beim Besuch in Madrid Mitteln und Methoden des unbedingten Gewinnens begegnen könnten, gegen die selbst ihr Krieger und Flieger Vidal ein Lehrling wäre.

          Ab auf die Tribüne: Diego Simeone soll einen Balljungen zum Ballwurf angestiftet haben. Bilderstrecke
          Ab auf die Tribüne: Diego Simeone soll einen Balljungen zum Ballwurf angestiftet haben. :

          Von der dunklen Seite des Planeten Fußball kommt auch die Nachricht von der positiven Doping-Probe des Liverpooler Abwehrspieler Mamadou Sakho, dem ein verbotenes Fettverbrennungspräparat nachgewiesen worden sein soll. Der Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc nennt es zu Recht den „Witz des Jahrhunderts“, wie schleppend im organisierten Fußball mit solchen Fällen umgegangen wird – so dass der Franzose trotz des längst feststehenden Probenergebnisses vom Liverpooler Europa-League-Erfolg gegen Manchester United noch vier Wochen später eine weitere Runde im Wettbewerb, beim 4:3 gegen Borussia Dortmund, spielen durfte. Er leitete die unglaubliche Wende der Partie mit dem Ausgleich zum 3:3 ein.

          Erst mehr als fünf Wochen nach der Abnahme der Probe hat die Uefa den „möglichen Verstoß“ publik gemacht und der FC Liverpool Sakho vorsorglich aus dem Spielbetrieb genommen. Gesperrt ist er noch nicht, er kann die Analyse der B-Probe verlangen. Für die Dortmunder (die den Fall ausdrücklich nicht als Ablenkung von ihrer eigenen Schuld am Ausscheiden nutzen wollen) hätte ein Einspruch gegen die Wertung selbst bei positiver B-Probe keine Aussicht auf Erfolg. Auch Liverpool hat, falls es ein Einzelfall ist, nichts zu befürchten. Voraussetzung für Strafen gegen einen Klub und den Ausschluss aus einem europäischen Wettbewerb ist, dass mindestens drei Spieler gedopt wurden.

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