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Ehre für Pelé : Proteste gegen Umbenennung von Maracanã-Stadion

  • Aktualisiert am

Das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro ist legendär. Bild: EPA

Offiziell heißt das Stadion, in dem Deutschland Weltmeister wurde, „Estádio Jornalista Mário Filho“. Nun soll es zu Ehren von Brasiliens Fußball-Ikone Pelé umbenannt werden. Das gefällt nicht allen.

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          Das „Estádio Jornalista Mário Filho“ in Rio de Janeiro, besser bekannt als Maracanã-Stadion, soll zu Ehren der brasilianischen Fußball-Legende Pelé umbenannt werden. „Dies ist eine faire Ehrung für eine Person, die weltweit für ihr Vermächtnis im brasilianischen Fußball und für die Erbringung relevanter Leistungen für unser Land anerkannt ist“, zitierte die Nachrichtenagentur „Agência Brasil“ am Dienstagabend (Ortszeit) André Ceciliano, den Präsidenten des Landtags des Bundesstaates Rio de Janeiro, der die Umbenennung genehmigt hatte.

          Der Gouverneur Rios, Cláudio Castro, muss brasilianischen Medien zufolge noch zustimmen oder hat 15 Tage Zeit, sein Veto einzulegen. Das Maracanã -Stadion würde künftig „Estádio Edson Arantes do Nascimento - Rei Pelé“ heißen, die Sporthalle Maracanãzinho und das Leichtathletikstadion Celio de Barros nebenan dafür nach Mário Filho benannt werden.

          Viele Fans in den sozialen Medien und die Familie des Journalisten Filho sind aufgebracht. „Diese Haltung ist bedauerlich. Eine Barbarei. Sie haben ihn (den Namen) mit einem Federstrich weggenommen. Ich werde nicht mit denen kämpfen, die Mário Filho nicht kennen, nichts über Sport wissen“, sagte sein Enkel Mário Neto, ebenfalls Journalist, laut „Agência Brasil“.

          Mário Leite Rodrigues Filho (1908-1966) hatte die Öffentlichkeit in der damaligen Hauptstadt Rio davon überzeugt, das neue Stadion für die Weltmeisterschaft 1950 nicht im abgelegenen Jacarepaguá, sondern im Viertel Maracanã zu bauen. Das Maracanã-Stadion ist bis heute eng mit der traumatischen Niederlage Brasiliens gegen Uruguay im WM-Finale 1950, aber auch mit dem WM-Titel der deutschen Nationalmannschaft 2014 verbunden.

          Update: Maracanã-Stadion wird nicht nach Pelé benannt

          Das berühmte Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro wird nicht nach der brasilianischen Fußball-Legende Pelé benannt. Gouverneur Claudio Castro legte am Donnerstag sein Veto gegen eine entsprechende Gesetzesinitiative einer Gruppe von Abgeordneten des Regionalparlaments des Bundesstaates Rio de Janeiro ein. Am Vortag hatte das Regionalparlament den umstrittenen Vorschlag bereits zurückgezogen und um das Veto gebeten.

          Offiziell trägt das Maracanã-Stadion den Namen „Estádio Jornalista Mário Filho“ und erinnert an den Sportjournalisten Mário Leite Rodrigues Filho (1908-1966). Er hatte sich einst dafür stark gemacht, das neue Stadion für die Weltmeisterschaft 1950 in der damaligen Hauptstadt Rio de Janeiro nicht im abgelegenen Stadtteil Jacarepaguá, sondern im zentralen Viertel Maracanã zu bauen.

          Die Abgeordneten wollten das Stadion zu Ehren Pelés nun in „Estádio Edson Arantes do Nascimento - Rei Pelé“ umbenennen. Auch wenn der dreimalige Weltmeister in Brasilien verehrt wird, stieß das Projekt auf heftige Ablehnung. Unter anderen beteiligten sich zahlreiche Fans der großen Fußballvereine in Rio und bekannte Sportjournalisten an einer Kampagne gegen die Namensänderung.

          Das Maracanã-Stadion ist eine der berühmtesten Spielstätten der Welt: Bis heute ist es eng mit der traumatischen Niederlage Brasiliens gegen Uruguay im entscheidenden WM-Spiel 1950, aber auch mit dem Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft 2014 verbunden. (dpa, 9. April 2021)

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