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64. Fußballlehrer-Lehrgang : Ehemaliger VfB-Coach Wolf ist „Trainer des Jahres“ 2017

  • Aktualisiert am

Hannes Wolf (links) und Erich Rutemöller stehen vor Beginn der Trainergala des Deutschen Fußball-Bundes zusammen. Bild: dpa

Hannes Wolf ist der Nachfolger von Hoffenheims Julian Nagelsmann als „Trainer des Jahres“. Das Besondere daran: Der 36-Jährige ist derzeit ohne Job. Für sein Lebenswerk wird einer geehrt, der unter anderem Joachim Löw ausgebildet hat.

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          Ausgerechnet der für seinen „Mach et, Otze!“-Spruch berühmt gewordene Erich Rutemöller und der beim VfB Stuttgart geschasste Hannes Wolf haben in diesem Jahr die Trainerpreise des Deutschen Fußball-Bundes abgeräumt. Wolf wurde bei der Abschlussveranstaltung des 64. Fußballlehrer-Lehrgangs als „Trainer des Jahres 2017“ ausgezeichnet, Rutemöller für sein Lebenswerk geehrt.

          „Wir sind uns bewusst, dass die Auszeichnung von Hannes Wolf zu einem untypischen Zeitpunkt erfolgt“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel am Montagabend in Neu-Isenburg. „Er erhält den Trainerpreis, weil wir von ihm und seiner Arbeit überzeugt sind.“

          Der 36 Jahre alte Wolf hatte im vergangenen Sommer den VfB zurück in die Bundesliga geführt, musste aber am 28. Januar angesichts der Abstiegsgefahr gehen. „Es ist fantastisch. Das ist eine Anerkennung für unsere Arbeit in den vergangenen Jahren. Ich freue mich riesig, dass das auch von offizieller Seite gewürdigt wird“, sagte Wolf in einer DFB-Mitteilung. Unter seinem Nachfolger Tayfun Korkut sind die Schwaben jetzt seit sieben Spielen unbesiegt.

          „Mach et, Otze!“

          „Seine Erfolge im Nachwuchs von Borussia Dortmund kann jeder nachlesen, fast noch wichtiger ist, wie häufig es ihm gelungen ist, junge Spieler zu formen und zu entwickeln“, betonte Grindel. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Hannes Wolf am Beginn einer sehr erfolgreichen Trainerkarriere steht.“ Mit dem BVB war der gebürtige Bochumer 2014 und 2015 deutscher B-Jugend-Meister und 2016 A-Jugend-Meister geworden.

          Vor Wolf hatten Horst Hrubesch, Thomas Tuchel, Hermann Gerland, Christian Streich, Norbert Elgert, Maren Meinert, Markus Kauczinski und Julian Nagelsmann den Preis erhalten.

          Mit dem 73 Jahre alten Rutemöller verbindet die Fußballszene vor allem einen Spruch. „Mach et, Otze!“ - das wurden geflügelte Worte. Rutemöller segnete damit 1991 als Trainer des 1. FC Köln eine unfaire Aktion von Frank Ordenewitz ab. Der Stürmer provozierte damals im Pokal-Halbfinale gegen den MSV Duisburg (3:0) nach einer Verwarnung, wegen der er für das Endspiel gesperrt gewesen wäre, eine Gelb-Rote Karte, um die folgende Pflichtspielsperre in der Bundesliga absitzen zu können.

          „Vor den WM-Spielen war ich nicht so nervös wie heute“

          Rutemöller gab sein Einverständnis offen zu und wurde vom DFB mit einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Mark belegt. Auch für Ordenewitz lohnte sich das Ganze nicht: Er wurde wegen unsportlichen Verhaltens trotzdem für das Pokalfinale gesperrt. „Das hat mir am meisten weh getan“, sagte der sichtlich gerührte Rutemöller und räumte ein: „Vor den WM-Spielen war ich nicht so nervös wie heute.“

          Geschmälert wurde die Lebensleistung von Rutemöller, der viele Jahre lang Chefausbilder an der Trainerakademie war, durch den Fall Ordenewitz nicht. „In seiner Zeit als Leiter des Fußballlehrer-Lehrgangs hat er den Werdegang vieler Toptrainer in Deutschland beeinflusst, in der ganzen Welt hat er Wissen gesammelt und Wissen vermittelt“, lobte DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

          Rudi Völler, der frühere Teamchef der Nationalmannschaft, sprach als Laudator von „vier abenteuerlichen Jahren“ an der Seite Rutemöllers und würdigte den Geehrten als wahren internationalen Botschafter für den deutschen Fußball. „Wenn heute einer in der Nationalmannschaft dreimal angeschossen wird und hat dann zufällig ein Tor gemacht, ist er sofort ein Botschafter des deutschen Fußballs“, spottete Völler.

          Rutemöller ist der achte Trainer, dem diese Ehrung zu Teil wird. Vor dem Sportvorstand des Zweitliga-Tabellenführers Fortuna Düsseldorf erhielten Dettmar Cramer, Udo Lattek, Gero Bisanz, Otto Rehhagel, Jupp Heynckes, Ottmar Hitzfeld und Bernd Schröder den Ehrenpreis.

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