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Duisburg - Köln : Wieder ein Skandal: Kopfstoß von Trainer Meier

  • Aktualisiert am

Meier stößt mit dem Kopf zu und läßt sich theatralisch fallen Bild: AP

Nur drei Tage nach dem „schmutzigen Samstag“ der Bundesliga erlebt der deutsche Fußball abermals einen Skandal. Norbert Meier, Trainer des MSV Duisburg, versetzte dem Kölner Spieler Albert Streit einen Kopfstoß. Nun droht eine lange Sperre.

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          Der 1. FC Köln hat durch ein 1:1 (1:1) im Nachholspiel beim MSV Duisburg die Abstiegsränge in der Fußball-Bundesliga verlassen. Allerdings war es für das Team des zunehmend unter Druck stehenden Uwe Rapolder bereits das zehnte sieglose Spiel in Serie. Vor 30.295 Zuschauern am Dienstag abend in der MSV-Arena brachte Abdelaziz Ahanfouf die Gastgeber zunächst mit seinem vierten Saisontor in Führung (5. Minute). Für den Ausgleich sorgte Lukas Podolski, der ebenfalls seinen vierten Treffer erzielte (30.). Während Duisburg Vorletzter bleibt, verdrängte Köln die punktgleichen Nürnberger vom 15. Rang.

          Für den negativen Höhepunkt im Kellerduell sorgte Duisburgs Trainer Norbert Meier, der Kölns Albert Streit bei einer hitzigen Auseinandersetzung an der Seitenlinie eine Kopfnuß verpaßte und sich anschließend selbst theatralisch fallen ließ. Streit, der Meier zuvor offenbar provoziert hatte, sah von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) die Rote Karte (85.), Meier wurde auf die Tribüne geschickt.

          „So eine Situation habe ich noch nicht erlebt

          Meier sah sich jedoch nicht als Schuldigen. „Streit kommt auf mich zu und beleidigt mich mit Worten, die ich nicht wiedergeben möchte“, sagte er. „Ich habe keine Kopfnuß verteilt und rechne auch nicht mit einer Sperre.“ Die Fernsehbilder zeigen das Gegenteil. Duisburgs Vereinschef Walter Hellmich bezeichnete die Szene als „unschön“, nahm seinen Trainer aber in Schutz: „Meier ist einer der Ruhigsten überhaupt“.

          Meier in der Opferrolle
          Meier in der Opferrolle : Bild: dpa/dpaweb

          Rapolder wurde nach dem Studium der Fernsehbilder deutlicher. „Natürlich kann man in so einem Spiel mal die Nerven verlieren, aber sich dann fallen zu lassen, ist nicht in Ordnung“, sagte er. „So eine Situation habe ich noch nicht erlebt.“ Der Duisburger Coachmuß nun mit einer langen Strafe rechnen. „Ein Trainer, der sich so verhält, kann nicht drei Tage später wieder auf der Bank sitzen. Darauf werde ich drängen“, sagte der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses, Horst Hilpert, am Mittwoch. Eventuell droht dem Trainer ein zeitlich begrenztes Berufsverbot.

          „Das war seine Idee“

          Der MSV begann im Vergleich zur 0:2-Niederlage in Bremen mit nur einer Änderung, Carsten Wolters für Peter van Houdt. Rapolder brachte in Dimitrios Grammozis, Christian Rahn und Matthias Scherz, der sein 100. Spiel für Köln absolvierte, drei Neue und stellte sein Team weitgehend um. Der nach seinem Ellbogencheck gegen Guy Demel vom Hamburger SV für vier Spiele gesperrte Özalan Alpay verfolgte das Spiel vom Kölner Fanblock aus. „Das war seine Idee“, sagte Manager Andreas Rettig, „das zeigt, daß er sich dem Verein verbunden fühlt“.

          Schon die erste Torchance führte zur Duisburger Führung: Dirk Lottner brachte den nach einer Ecke zunächst abgeblockten Ball erneut vors Tor. Im Strafraum rutschte die scharf geschlagene Flanke erst Grammozis, dann Marvin Matip über den Scheitel. Der überraschte Ahanfouf brachte den Ball aus kurzer Distanz im Kölner Tor unter. Für Duisburg war es der erste Treffer nach 308 torlosen Minuten.

          Lukas Podolski trifft wieder

          Danach kam Köln besser ins Spiel und hatte durch Podolski (11.) und einen 20-Meter-Schuß von Grammozis (20.) zwei gute Möglichkeiten. In der 30. Minute profitierte Podolski von einem Stellungsfehler Uwe Möhrles, der sich bei einem langen Ball von Rahn verschätzte. Podolski legte den Ball an MSV-Torhüter Georg Koch vorbei und schob ins leere Tor ein. Zwei Minuten später sah der Nationalspieler jedoch die fünfte Gelbe Karte und ist am Sonntag in Bremen gesperrt.

          Nach der Pause nahm Duisburg in einer weitgehend zerfahrenen Partie das Heft zunächst wieder in die Hand. Alexander Meyer (51.) und der starke Ex-Kölner Lottner (58.) verfehlten das Tor jedoch knapp. Die gegen Spielende deutlich stärkeren Kölner hatten zwischen der 70. und 75. Minute durch Streit sowie zwei Mal Scherz noch drei hochkarätige Möglichkeiten.

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