https://www.faz.net/-gtl-9qr1l

Lautern gegen Waldhof : Teures „Rot-Spiel“

  • -Aktualisiert am

Polizeieinsatz am Betzenberg: 7311 Einsatzstunden ergeben rund 440.000 Euro Gesamtkosten Bild: dpa

Abgehackte Köpfe an Fußballfiguren, Schmierereien auf einem lebenden Schwein, Rauchbomben im Stadion. Das Hochrisikospiel zwischen Kaiserslautern und Mannheim sorgt für Entgleisungen und hohe Kosten.

          1 Min.

          „Nicht lang schnacken – Kopf abhacken“ oder „Waldhof verrecke“: Spruchbänder wie diese, drastisch und geschmacklos, waren Ausdruck der hohen Brisanz, die das Drittligaspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SV Waldhof Mannheim am Sonntag für beide Fanlager hatte. 36.766 Zuschauer, darunter rund 4500 aus Mannheim, sahen das Derby, das von der Polizei als Hochrisikospiel eingestuft worden war, im Kaiserslauterer Fritz-Walter-Stadion. Es endete 1:1 Die Fankulisse machte es allerdings zu einer denkwürdigen Begegnung.

          Auf Nachfrage dieser Zeitung teilt das rheinland-pfälzische Innenministerium mit, dass die Polizei am Standort Kaiserslautern 7311 Einsatzstunden geleistet habe. Demnach seien rund 440.000 Euro als Gesamtkosten des Einsatzes anzusetzen – ausgenommen die Kosten der Bundespolizei und sonstiger Sicherheitskräfte. Damit kostet dieses „Rot-Spiel“ den Steuerzahler rund 400.000 Euro mehr als ein durchschnittliches Profifußballspiel in Kaiserslautern auf einer niedrigen Sicherheitsstufe.

          Da im Stadion von den Anhängern beider Klubs Rauchbomben und Feuerwerkskörper gezündet wurden, haben beide Vereine wohl mit Strafen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu rechnen. Der Verband will ein Ermittlungsverfahren einleiten. Bereits vorher hatte es in beiden Fanlagern gegenseitige Provokationen gegeben. So wurden in Kaiserslautern die Köpfe von Betonfußballern, die seit der Weltmeisterschaft 2006 in Stadionnähe an einem markanten Verkehrskreisel stehen, zertrümmert. Die Polizei vermutet die Täterschaft in der Mannheimer Fanszene.

          An Fußballerfiguren des sogenannten Elf-Freunde-Kreisels wurden Köpfe abgeschlagen. Bilderstrecke

          Mit insgesamt rund 750 gewaltbereiten Fans beider Lager rechneten die Klubverantwortlichen. Entsprechend hoch waren die Sicherheitsvorkehrungen. 783 Polizisten waren unter Leitung der Polizeidirektion Kaiserslautern am Sonntag im Einsatz. Unterstützung erhielt sie von Kräften aus Thüringen, Hessen, Baden-Württemberg und dem Saarland. Darüber hinaus nahm die Bundespolizei am Einsatz teil.

          In einem offenen Brief riefen beide Vereine ihre Fans dazu auf, sich friedlich zu verhalten. Am Ende blieben die befürchteten Krawalle aus. Die Rivalität zwischen beiden Klubs entlud sich auf den Transparenten im Stadion, mit denen beide Lager sogar Todesdrohungen formulierten. Bereits vor Spielbeginn gingen erste Rauchbomben hoch, was zu einem verspäteten Anpfiff führte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein bisschen im Zimmer sitzen, ein bisschen Gitarre spielen, sich dabei filmen. Das kann für eine Karriere reichen – der Weg ist aber steiniger als man denkt.

          Traumberuf Youtuber : Irgendwas mit Internet

          270.000 Menschen folgen dem Kanal von Youtuber Yosuto. Mit jedem Klick verdient er Geld, eine Faustregel sagt: 10 Dollar für 1000 Aufrufe. Viele denken: Traumkarriere, sowas kann ich auch. Ein Irrtum!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.