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Nationalmannschaft : Drei-Tore-Debütant Gnabry auf olympischer Welle

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Glückwunsch vom Kapitän und ehemaligen Vereinkameraden: Sami Khedira kennt Debütant Serge Gnabry noch als Mitspieler des kleineren Bruders Rani beim VfB Bild: dpa

Vor drei Monaten noch war Serge Gnabry ein Sorgenkind des deutschen Fußballs: Das Talent drohte in der Reserve des FC Arsenal zu versauern, kein Klub wollte eine Verpflichtung wagen. Erst die Olympischen Spiele bescherten ihm neue Optionen in der Bundesliga.

          Mit dem Dreifach-Torepack in der Tasche dachte Serge Gnabry kurz an sein noch wichtigeres Jahres-Highlight in Brasilien. „Olympia war für mich natürlich ausschlaggebend, dass es so weit gekommen ist. Zuvor war es schwer“, fasste der frech aufspielende Länderspiel-Neuling den Knackpunkt seiner Karriere zusammen. Der 21 Jahre alte Gnabry sicherte sich im Regenspiel von San Marino gleich bei seinem Einstand in der deutschen Elite-Auswahl einen Platz in den Geschichtsbüchern.

          Drei Tore bei der Premiere waren zuvor nur fünf Nationalspielern gelungen, auch dem späteren Weltmeister und Ehrenspielführer Fritz Walter. „Das ist klasse für ihn, für seine Entwicklung und für sein Selbstbewusstsein“, lobte Joachim Löw den effektivsten Debütanten seiner Bundestrainer-Zeit: „Egal gegen welchen Gegner ist das ein sehr guter Auftakt in der Nationalmannschaft.“ Vom Abstellgleis beim FC Arsenal in knapp vier Monaten zu einer Alternative für die nächste Weltmeisterschaft - das klingt nach Fußball-Märchen.

          Kein Überschwang

          „Erst einmal kann ich zufrieden sein, beim Debüt drei Tore zu schießen“, kommentierte der 21 Jahre alte Sohn eines Ivorers und einer Schwäbin den Auftritt beim 8:0-Sieg im verregneten und kalten San Marino. Eine überschwängliche Hochstimmung war daraus nicht zu lesen. „Es war jetzt meine erstes Spiel. Natürlich gegen einen Gegner, der nicht Italien war. Da wird es schwerer. Daher sollte man nicht so viel draus machen“, bemerkte Gnabry zurückhaltend.

          Der gebürtige Stuttgarter kann sich noch gut an bedrückende Zeiten erinnern. Das Talent war schon als 16-Jähriger mit großen Ambitionen zum FC Arsenal nach London gewechselt, gab dort bereits 2012 sein Profi-Debüt. Dann aber kam Gnabry über die Trainingsrolle kaum hinaus, daran änderte auch die Ausleihe zu West Bromwich Albion nichts. Nur 34 Profi-Spiele hat er bestritten, die Hälfte davon für das U21-Team des DFB. Coach Horst Hrubesch holte ihn schließlich aus der Versenkung - beim olympischen Turnier im Sommer war Gnabry als Torschützenkönig einer der Garanten für die glanzvolle Silbermedaille.

          „Ich habe keine Spielzeiten gehabt. Die habe ich jetzt wieder bekommen. Ich fühle mich körperlich gut und hoffe, dass es so weitergeht“, sagte Gnabry, der mit dem Olympia-Schwung plötzlich als begehrter Mann zu Werder Bremen wechselte. Und jetzt wurde der Drei-Tore-Profi sogar verpflichtet, eine Rede zu halten vor den Weltmeistern Mats Hummels, Thomas Müller und Co.

          Gedankenschnell: Gnabry wirkte inspirierend aufs Team

          „Mal schauen, was die Mannschaft von ihm erwartet“, sagte der gut gelaunte Löw nach dem stürmischen Abend in der WM-Qualifikation in Serravalle. „Der Bundestrainer hat mir mitgegeben, einfach mein Spiel zu machen und mein Selbstvertrauen zu zeigen“, berichtete Gnabry: „Das Selbstbewusstsein wächst mit den Toren. Ich habe einen Lauf und hoffe, dass das so weitergeht.“

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