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Dortmunder Fußballfest : Götze bringt das Stadion zum Beben

Elegante Fußballkunst: Mario Götze bereitete zwei Tore vor Bild: REUTERS

Der Wirbel um den Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern bringt die Dortmunder nicht aus dem Konzept. Beim 4:1-Sieg über Real Madrid ist die zeitlich unglückliche Bekanntgabe vielmehr die Initialzündung für ein Fußballfest.

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          Ob die Worte des Trainers Erfolg haben würden? Leidenschaftlich hatte Jürgen Klopp am Dienstag an die Fans appelliert, dass sie über die Enttäuschung wegen der Bekanntgabe des Wechsels von Mario Götze ausgerechnet zu Bayern München nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren mögen.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          „Borussia Dortmund steht über allem“, hatte Klopp gesagt, „lasst uns gegen Real Madrid ein Fußballfest mit einer unvergleichbaren Stimmung feiern. Haut alles raus!“ Doch ob das reichen würde, um die Gemüter zumindest für’s erste zu beruhigen, war die große Frage gewesen.

          Die Antwort auf diese bange Frage gab es schon vor dem Anpfiff, als das Schlussplädoyer von Klopp noch einmal auf den beiden großen Leinwänden im Stadion wiederholt wurde. Stürmischer Applaus von den Rängen war die Folge, und selbst wenn es wenig später bei der Verlesung der Mannschaftsaufstellung Pfiffe gegeben haben könnte, so hätten sie unmöglich durchdringen können. Den Namen „Götze“ brüllten die Fans noch ein wenig lauter als sonst heraus.

          Ein paar Scharmützel hatte es am Nachmittag zwischen den beiden Fangruppen gegeben, als Real-Anhänger sich die neuesten Nachrichten zu Nutze machen wollten und mit „Mario Götze“-Rufen für ein wenig Provokation sorgten. „Unsere Fans werden besonnen reagieren“, hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke prophezeit und Recht behalten.

          Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte: Lewandowski schlägt Real Bilderstrecke

          Hier und da war auf den Trikots der Fans der Schriftzug des 20 Jahre alten Nationalspielers mit Tapestreifen abgedeckt. Das war es dann auch schon. Die Fans der Borussia beließen es in diesem Spiel bei einem eher stillen Protest gegen den spektakulären Transfer und unterstützen ihre Mannschaft frenetisch - wozu sie ja auch wirklich allen Grund hatten.

          Die Reaktion der Fans war ja nur die eine Frage, die sich alle gestellt hatten. Die andere, mindestens mit genauso vielen Fragezeichen versehen, war die, wie Götze mit der gesamten Entwicklung umgehen würde.

          Mit dem Trainer im Rücken kam der Bald-Münchner ins Stadioninnere

          „Ich hoffe, er kann dem Druck standhalten“, hatte Klopp noch kurz vor dem Anpfiff gesagt. Einer, der etwas Ähnliches schon einmal miterlebt hatte, war der frühere Nationalspieler Andy Möller, der einst von der Borussia zum Nachbarn Schalke gewechselt war, was aus Sicht eines Dortmunders mindestens genauso verwerflich ist wie ein Transfer zum FC Bayern.

          „Nach der ersten gelungenen Aktion wird er nicht mehr daran denken“, hatte Möller gemutmaßt. Auf diese erste Szene mussten die Fans nicht lange warten. Götze war es, dessen präzise Flanke Lewandowski nach acht Minuten zum Führungstor nutzte, was das Stadion zum Beben brachte.

          Im Kreise seiner Noch-Kollegen feierte er den überragenden Sieg

          Die schlechten Nachrichten vom Dienstag waren da schon längst kein Thema mehr, und auch der Fehler von Hummels zum 1:1 war nicht mehr als ein kurzer Stimmungsdämpfer. Zur zweiten Halbzeit schalteten die Fans einen Gang und die Spieler gleich zwei hoch.

          Lewandowski traf, wie er wollte, Götze spielte, als sei nie etwas gewesen in dieser Woche, und bereitete mit seinem Spielverständnis jene Szene vor, die zum 4:1 führte. Alles, was sich Klopp erhofft hatte, trat tatsächlich ein.

          „Vielleicht können wir eine Leistung zeigen, die ohne diese Meldung vom Dienstag nicht möglich gewesen wäre“, hatte er gesagt. Seine Mannschaft gab die Antwort auf die Attacke aus München auf dem Platz, und die Fans gerieten komplett aus dem Häuschen. Und weil in Dortmund bald ein Platz frei wird, müsste im Grunde halb Europa anstehen, um so etwas auch einmal erleben zu dürfen.

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