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Dortmund gegen Bayern : Machtkampf reloaded

  • -Aktualisiert am

Der Transfer von Mario Götze zu den Bayern spült viel Geld in die Dortmunder Kasse Bild: dpa

2005 stand Dortmund kurz vor dem Kollaps. Nun schwimmt der BVB nach dem Götze-Transfer in Geld! Das Bayern-Signal ist deutlich: Wir können mehr bieten. Die Borussia braucht mit ihrem ungewollten Reichtum ein glückliches Händchen.

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          Vermutlich hätten sie sich in Dortmund diese Schlagzeilen vor acht Jahren mehr als alles andere gewünscht: Der BVB schwimmt im Geld! 2005 aber stand der Verein kurz vor dem Kollaps, auch als Folge eines Machtkampfs mit dem FC Bayern.

          Um den Münchnern Paroli bieten zu können, war über Jahre stark in eine Mannschaft investiert worden, die immer teurer geworden war. Als die Qualifikation für die Champions League verpasst wurde und sich die Borussia zudem beim Stadionausbau verhob, brach das Kartenhaus zusammen.

          Vielleicht haben sie sich in München daran erinnert bei ihren Überlegungen, wie diesen lästigen Borussen beizukommen ist, die ihnen auf spektakuläre Art nicht nur zwei Meisterschaften geklaut haben, sondern sie im vergangenen Jahr im Berliner Pokalfinale demütigten und ihnen dann auch noch Marco Reus wegschnappten.

          „Ich bin sicher, dass Götze eines Tages bei uns spielen wird“, hatte der zu jener Zeit nur mit sportlichen Schlagzeilen konfrontierte Manager-Präsident Uli Hoeneß gesagt. Dass er Recht behalten hat, schmerzt nicht nur die Dortmunder Fans. Auf das Geld aus München hätten sie gerne verzichtet, vielleicht kommt demnächst sogar noch mehr dazu.

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          Das Bayern-Signal ist deutlich: Wir können mehr bieten, mehr Reputation und vor allem mehr Gehalt, und wenn Ihr in Dortmund Eure Spieler behalten wollt, dann werdet Ihr darauf reagieren müssen! Auch in Barcelona und Madrid werden diese Signale ankommen, selbst in Manchester und Chelsea - wobei die Frage ist, ob englische Klubs sportlich eine Verbesserung für Dortmunder Spieler sind.

          Rund um den Borsigplatz werden bange Erinnerungen an die Zeit wach, als sich die Borussia auf solche wirtschaftlichen Kraftproben einließ. Vor allem aber bleibt die Sorge, wie es weitergehen soll bei einem Verein, der sich viele Sympathien mit seinem Produkt erworben hat, das nie zusammengekauft wirkte und bis auf Reus nicht vom großen Geld bestimmt war.

          Nun aber hat die Borussia finanzielle Mittel wie noch nie seit Bestehen des Vereins. Rund 50 Millionen Euro aus der Champions League, je nach Verlauf sogar noch ein paar Milliönchen mehr, dazu die Transfersumme für Götze, und wer weiß schon, was noch alles kommt, wenn sich nur ein Teil der Gerüchte bewahrheitet, die rund um alle wabern, die derzeit ein gelb-schwarzes Trikot tragen.

          Kann die Borussia noch einmal den Weg gehen, der sie zum Erfolg geführt hat? Junge Spieler holen, ihnen die Zeit zur Reife geben und vor allem jene Schnäppchen entdecken, die woanders übersehen werden - das war der Kern des Aufschwungs. Das reicht diesmal nicht, weil sonst der Ausverkauf vielleicht weiter geht. Es wird viele geben, die den Dortmundern mit ihrem ungewollten Reichtum ein glückliches Händchen wünschen.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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