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Kommentar : Doping ist der Fifa-Sprengstoff

  • -Aktualisiert am

Präsidenten unter sich: Gianni Infantino von der Fifa (links) und Russlands Wladimir Putin (rechts) Bild: Picture-Alliance

Die Abzocke unter Fifa-Funktionären ist folgenlos für das Business. Stattdessen rollt ein viel größeres Problem auf den Weltfußball zu. Dabei läuft es auf eine Kraftprobe hinaus, die alles sprengen kann.

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          Garcia-Report, McLaren-Bericht? Da kann man schnell durcheinanderkommen, Überblick und Interesse verlieren. Vielleicht ist das ja sogar gewünscht. Der Internationale Fußball-Verband (Fifa) hat kein Interesse, Tag für Tag vorgeführt zu werden. Es kann also kein Zufall sein, dass die Abzocke im Fußballgeschäft unter Funktionären just in diesen Tagen veröffentlicht wurde. Sie bestätigt das Bild, ist aber folgenlos für das Business, weil der Privatermittler weder Russland noch Qatar eine Bestechung beim Gewinn der WM nachgewiesen hat. Das soll die Botschaft sein: Alles sauber.

          Ein paar Tage mag der Report von Garcia mit seinen Raffzahngeschichten ablenken und dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino ein bisschen Spielraum verschaffen. Aber während die Bestechungsfrage ohnehin allenfalls von staatlichen Verfolgungsbehörden geklärt werden kann, rollt auf den Weltfußball ein viel größeres Problem zu. Der Report des Sonderermittlers der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) zu Russland enthält Hinweise auf ein systematisches Doping auch im Fußball. Dafür gibt es vor Auswertung der Analysen zwar noch keinen endgültigen Beweis. Aber warum sollte, wer bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 mit krimineller Energie Proben zugunsten der eigenen Athleten manipuliert hat, ausgerechnet im Königsspiel davon Abstand genommen haben?

          Die Fifa gerät nach der Erkenntnis von McLaren, die Russen hätten auch im Fußball ein „Vertuschungssystem“ installiert, unter gewaltigen Druck. Ihr sitzt dabei mit der Wada eine Kontrollbehörde des Sports im Nacken, die sich profilieren muss und will als letzte Instanz für Sauberkeit im Spitzensport. Sollte McLarens plausibler Vorwurf eines kollektiven Dopings auch nur halbwegs bestätigt werden, dann müsste eine kollektive Strafe folgen, wie etwa in der Leichtathletik. Eine WM in Russland ohne russisches Team? Das ist unvorstellbar angesichts der Macht des Fußballs. Aber diesmal läuft es auf eine Kraftprobe hinaus, die alles sprengen kann. Zumindest den letzten Rest Glaubwürdigkeit.

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          Anno Hecker

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