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Argentiniens Fußball-Legende : Maradonas höchst merkwürdiger Deal in Weißrussland

  • -Aktualisiert am

Der frühere argentinische Fußballstar Diego Maradona. Bild: dpa

Zuletzt war Diego Maradona in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nun zieht es einen der besten Spieler der Fußball-Geschichte nach Weißrussland. Es gibt einige pikante Aspekte bei diesem Engagement.

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          „Glückwunsch an meine Jungs von Dinamo Brest zum Sieg im weißrussischen Pokal!“ Eigentlich sollte es ganz normal wirken, wenn der Vorstandsvorsitzende eines Fußballvereins seinem Team auf Instagram zu einem solchen Meilenstein gratuliert. Sollte – wäre der neue Vorstandsvorsitzende von Dinamo Brest nicht einer der besten Fußballer aller Zeiten: der mittlerweile 57-jährige Diego Maradona. Für Dinamo Brest war ein Platz im Mittelfeld der Liga bisher schon ein Erfolg. Titel konnte das Team aus dem Südwesten Weißrusslands kaum präsentieren. Lange konnte Dinamo nur auf den Pokalsieg 2007 verweisen, vergangenes Jahr entschied Brest den Wettbewerb allerdings zum zweiten Mal für sich. Die Verpflichtung des Weltmeisters von 1986 durch diesen weißrussischen Provinzverein kam vor einer Woche wie aus heiterem Himmel.

          „Ich bin nun Präsident, ich bin Trainer“, verkündete der Argentinier in seinem Begrüßungsvideo. Nur: Als Trainer wird Maradona in Brest nicht fungieren – und Präsident darf er in Weißrussland gar nicht genannt werden, obwohl der ehemalige Trainer der argentinischen Nationalmannschaft, zuletzt ohne Erfolg in Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs, de facto genau diese Funktionen ausüben wird. Es steht zwar nirgendwo geschrieben, jedoch gibt es nur zwei Präsidenten in Weißrussland – Staatspräsident und Präsident des Nationalen Olympischen Komitees. Beide Posten werden durch Alexander Lukaschenka besetzt, der im Oktober 2015 mit 83,5 Prozent der Stimmen für seine fünfte Amtszeit wiedergewählt wurde. Bei Dinamo Brest hat Diego Maradona einen Dreijahresvertrag unterschrieben, der nach der WM in Russland in Kraft tritt. Vorher wird der Argentinier viel Zeit in Venezuela verbringen: Erst als Wahlkampfhilfe für Nicolas Maduro, dem umstrittenen Präsidenten, dann als Fernsehexperte während der WM.

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