https://www.faz.net/-gtl-a5w3b

Trauer um Maradona : „Eines Tages spielen wir Fußball im Himmel“

  • Aktualisiert am

Zwei der Großen des Fußballs: Diego Maradona (rechts) und Pele (Bild von 2016) Bild: AFP

Die Fußball-Welt trauert um Diego Maradona. Pelé verliert einen großen Freund. Argentinien ruft eine dreitägige Staatstrauer aus. Neapel will das Stadion umbenennen. Und frühere deutsche Gegner sind geschockt.

          4 Min.

          Die Fußball-Welt weint um Diego Maradona – und der große Pele um einen Freund. „Welch eine traurige Nachricht! Ich habe einen einmaligen Gefährten verloren, die Welt eine Legende“, schrieb Brasiliens nicht minder verehrtes Fußball-Idol in tiefer Trauer über den Tod des argentinischen Nationalhelden: „Es gibt noch viel zu sagen, aber für den Augenblick möge Gott den Angehörigen Kraft geben. Eines Tages spielen wir hoffentlich gemeinsam Fußball im Himmel.“ Pelé und Maradona zählten zu den besten Fußballspielern der Geschichte. Während ihr Verhältnis in der Anfangszeit von Konkurrenz geprägt war, wurden sie später gute Freunde.

          Maradona war laut Auskunft seines Sprechers Sebastian Sanchi keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag in Buenos Aires einem Herzinfarkt erlegen. Am 3. November war er wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn operiert worden. Auch ehemalige Vereine und andere Weggefährten, Fans oder Bewunderer der „Hand Gottes“ reagierten am Mittwoch mit Bestürzung auf die niederschmetternde Nachricht.

          An der Spitze des Trauerzuges stand schockiert Argentiniens Staatspräsident Alberto Fernandez: „Du hast uns an die Weltspitze geführt. Du hast uns sehr glücklich gemacht. Du warst der Größte von allen. Danke, dass es dich gab, Diego. Wir werden Dich ein Leben lang vermissen.“ Argentinien rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Das teilte die Regierung am Mittwoch unmittelbar nach der Nachricht vom Tod mit. Maradona soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge ein Staatsbegräbnis erhalten.

          Der SSC Neapel, der dank Maradona Weltruhm erlangt und 1986/87 seine erste Meisterschaft gewonnen hatte, twitterte: „Für immer in unseren Herzen. Ciao Diego.“ Von „ewiger Dankbarkeit“ schrieben die Boca Juniors aus Buenos Aires, für die Maradona 1981/82 und zum Ende seiner Karriere nochmal von 1995 bis 1997 gespielt hatte. Der FC Barcelona, Maradonas Klub von 1982 bis 1984, dankte dem einst weltbesten Spieler: „Barca drückt seine tiefe Trauer über den Tod einer Ikone des Weltfußballs aus.“

          Auch die Gegner von einst kondolierten. Barcelonas großer Rivale Real Madrid schrieb: „Real spricht der Familie, den Freunden, seinen Vereinen und allen Fußball-Fans sein Mitgefühl aus, besonders den Argentiniern.“ Die englische Fußball-Ikone Gary Lineker, Torschütze in Maradonas wohl größtem Spiel im Viertelfinale der WM 1986, schrieb: „Mit einigem Abstand der beste Spieler meiner Generation. Nach einem segensreichen, aber auch schwierigen Leben ruht er hoffentlich sanft in Gottes Händen.“

          Die Vereinten Nationen würdigten ebenfalls das Lebenswerk der Fußball-Legende. „Ich denke, ich spreche für viele, wenn ich sage, dass es manchmal schien, als wäre er von der Hand Gottes berührt worden“, sagte UN-Sprecher Farhan Haq am Mittwoch in New York. Haq würdigte Maradonas Arbeit als UN-Ehrenbotschafter und nannte die Nachricht seines Todes „sehr traurig“. Der UN-Sprecher spielte mit seiner Aussage auf ein weltberühmtes Tor Maradonas bei der Weltmeisterschaft 1986 an, als dieser seine Hand zur Hilfe nahm und später von „der Hand Gottes“ sprach.

          Der deutsche Nationalspieler Guido Buchwald hatte Maradona als „Kettenhund“ im WM-Finale 1990 ausgeschaltet. „Ich bin geschockt. Die Fußball-Welt hat einen ihrer Größten verloren“, sagte Buchwald dem „Sportbuzzer“. Sein damaliger Weltmeister-Kollege Rudi Völler erklärte: „Diego Maradonas Tod trifft mich sehr. Er war mein Jahrgang, wir waren bei Weltmeisterschaften und in Italien oft Gegner.“ Maradona sei ein „wunderbarer Spieler“ gewesen: „Sein früher Tod ist ein herber Schlag für den Fußball und für Diegos Familie.“

          Weitere Themen

          Ägypten erfüllt die Erwartungen

          Handball-WM : Ägypten erfüllt die Erwartungen

          Mit einem in dieser Höhe nicht erwarteten Erfolg gegen Nordmazedonien zieht Gastgeber Ägypten vorzeitig in die Hauptrunde bei der Handball-WM ein. Auch Rekord-Weltmeister Frankreich hält Kurs.

          Topmeldungen

          Fahndungsfotos um 1971 von Mitgliedern der Baader-Meinhof Gruppe.

          Südlich von Hamburg : Waldarbeiter entdecken mögliches RAF-Depot

          Waldarbeiter haben in Niedersachsen einen ungewöhnlichen Fund gemacht: In einem vergrabenen Fass haben sie mutmaßliche RAF-Schriftstücke und andere verdächtige Gefäße entdeckt. Das Landeskriminalamt untersucht den Fund nun.
          Ein Teil eines Kreuzfahrtschiffs wird am Warnemünder Standort der MV Werften ausgedockt. (Archivfoto)

          MV Werften in der Krise : Schiffbruch an der Ostsee

          Die MV Werften sind durch Corona und hausgemachte Fehler in eine Schieflage geraten. Trotz hoher Staatshilfen fehlen die Perspektiven. Es wächst die Angst vor einem Kollaps.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.