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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Skandal bei Atlético-Spiel – Slapstick in Paris

Diego Costa (rechts) hat dem Schiedsrichter einiges zu sagen – danach war vorzeitig Feierabend für den Stürmer. Bild: EPA

Wüste Worte in Barcelona. Real im Glück. Klopp wieder Erster. Guardiola im Finale. Comeback nach Herz-OP von Khedira. Lachnummer verhindert vorzeitige Paris-Meisterschaft. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          Dass auf dem Fußballplatz nicht selten Worte genutzt werden, die weder jugendfrei noch nett sind, wissen wir nicht erst seit dem WM-Finale 2006. Damals provozierte der Italiener Marco Materazzi seinen Gegenspieler Zinedine Zidane so lange, bis dem alle Sicherungen durchbrannten. Vor einem TV-Publikum von rund einer Milliarde Menschen rammte der Franzose im letzten Spiel seiner großen Karriere seinen Kopf auf die Brust des Provokateurs. Dass die verbalen Scharmützel so ausarten, ist selten. Und dazu gilt unter den Spielern die Regel: Was auf dem Platz gesagt wird, bleibt auch dort.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Beim Topspiel der spanischen Primera División allerdings wurde schnell bekannt, welche Worte auf dem Rasen gefallen sein sollen. Dies hatte den einfachen Grund, dass Diego Costa, Stürmer von Atlético Madrid sich keinen Gegner vom FC Barcelona aussuchte, den er beschimpfte, sondern den Schiedsrichter. Schon nach nicht einmal einer halben Stunde ließ der gebürtige Brasilianer, der für Spanien spielt und schon oft durch seine miserablen Manieren auffiel, eine unflätige Tirade gegen Jesus Gil Manzano los. Dem Unparteiischen blieb nichts anders übrig, als die Rote Karte zu zeigen.

          In seinem Bericht hielt Manzano das Vergehen Costas fest. Demnach kam der Spieler „mit lauter Stimme“ auf ihn zu und beschimpfte die Mutter des Schiedsrichters auf übelste Weise. Auch danach war Costa kaum mehr einzukriegen. Sein Trainer Diego Simeone, auch kein Mensch mit angenehmen Umgangsformen, behauptete ob des Skandals sogar noch dreist, dass auch andere Spiele ähnliche Worte genutzt hätten und er sich wundere, warum Costa Rot sah. Barcelona jedenfalls ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Luis Suarez und Lionel Messi schossen kurz vor Ende die Tore zum 2:0-Sieg.

          Real Madrid tat sich im eigenen Stadion mal wieder ziemlich schwer. Gegen SD Eibar gerieten die Königlichen gar in Rückstand. Torjäger Karim Benzema drehte die Partie allerdings noch mit zwei Toren. Den Siegtreffer legte ihm der eingewechselte Nationalspieler Toni Kroos mit einer Flanke auf.

          Der Kampf des FC Sevilla um einen Platz in der Champions League rückte nach dem 2:0-Sieg bei Real Valladolid in den Hintergrund. Trainer Joaquin Caparros sagte, er leide an chronischer Leukämie. Er will seinen Posten aber behalten, da die Krankheit ihn nicht an der Ausübung seines Jobs hindere.

          In der englischen Premier League geht das Kopf-an-Kopf-Rennen weiter. Der FC Liverpool zog durch einen 3:1-Sieg beim FC Southampton mit einem Spiel mehr wieder an Manchester City vorbei. Nach Rückstand trafen Naby Keita, Mohamed Salah und Jordan Henderson für das Team von Jürgen Klopp.

          Beim Liverpooler Stadtrivalen FC Everton musste der FC Arsenal einen Rückschlag im Kampf um den Einzug in die Champions League hinnehmen. Mit Kapitän Mesut Özil, der von seinem Trainer Unai Emery vor der Partie sehr gelobt wurde, unterlagen die Gunners durch ein Tor von Phil Jagielka.

          Während Liverpool sich an die Spitze setzte, zog Manchester City ins Endspiel des FA-Cups ein. Dem Team von Pep Guardiola reichte gegen Brighton & Hove Albion ein Tor durch Gabriel Jesus. Im Finale geht es gegen den FC Watford, der die Wolverhampton Wanderers in der Verlängerung 3:2 bezwang.

          In der italienischen Serie A steht Juventus Turin dicht vor dem achten Meistertitel in Serie. Sieben Spiele vor dem Ende der Saison liegt die „Alte Dame“ 20 Punkte vor dem ersten Verfolger. Beim 2:1-Sieg über den AC Mailand gab Sami Khedira nach seiner Herz-Operation sein Comeback.

          Dass Juventus nicht schon an diesem Wochenende Meister wurde, lag daran, dass die SSC Neapel im Heimspiel gegen CFC Genua einen Punkt holte. Es hätten drei sein müssen, schließlich spielte die Elf von Carlo Ancelotti sehr lange in Überzahl. Mehr als ein Tor von Dries Mertens gab es aber nicht.

          In der französischen Ligue 1 hätte Paris St. Germain den Titel mit einem Sieg vor eigenem Publikum klarmachen können. Doch gegen Racing Straßburg reichte es nur zum 2:2. Thilo Kehrer glich spät aus. Zuvor traf Eric Maxim Choupo-Moting, der aber auch eine unglaubliche Slapstick-Nummer zeigte.

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