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Rassismus im Fußball : Ein Kampf im Fifa-Schaufenster

Zwei, die sich einig sind: Der frühere Fifa-Präsident Blatter und Russlands Präsident Putin lassen den Kampf gegen Rassismus links liegen Bild: AP

Augen zu und durch: Zwei Jahre vor der WM in Russland löst die Fifa ihre Task Force auf. Für den weltweiten Kampf gegen den Rassismus hat der Verband sowieso nie die nötige Kraft besessen.

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          Task Force, übernehmen Sie! Es gab in den vergangenen Jahren seiner zerfallenden Herrschaft nicht viele Entscheidungen, mit denen Joseph Blatter auf dem Züricher Sonnenberg hätte glänzen können. Die schnelle Fifa-Eingreiftruppe gegen Rassismus und Diskriminierung, die der Weltverband nach einem der vielen beschämenden Vorfälle im Stadion ins Leben rief, war so eine.

          Ehemalige Spieler, die seit Kindertagen rassistische Beschimpfungen erleben und ertragen mussten und denen selbst Millionengehälter und Star-Status keinen Schutz gaben, waren in dieser Task Force ebenso dabei wie verschiedene Experten aus aller Welt. Daraus hätte der Skandalverband tatsächlich etwas Gutes machen können.

          Der Kampf hatte nie einen Kopf

          Die gelungene Anti-Rassismus-Kampagne mit ihren weltweit ausgestrahlten Fernsehspots war ein Anfang. Und auch die Forderung und teilweise Umsetzung höherer und schmerzhafterer Strafen für rassistische Ausfälle in den Stadien waren Schritte in die richtige Richtung. Aber diese Task Force für eine der wenigen, aber tatsächlich wichtigen Dinge im Fußball besaß nach ihrem öffentlichkeitswirksamen Start nie die Kraft, die es in diesem weltweiten Kampf unbedingt gebraucht hätte. Und noch immer braucht.

          Es gab aber nicht einmal einen Kopf und ein Gesicht für eine langfristige und engagierte Kampagne, die bei der Fifa allen Einsatz wert gewesen wäre. Der Kampf gegen Rassismus war immer nur eine Sache für das Fifa-Schaufenster. Nach drei Jahren ist nun auch das Schaufenster geschlossen.

          In der Sache ist das, so bitter es klingen mag, kein Verlust. Vom Weltverband und auch von seiner Task Force war schon länger nichts mehr zu hören, wenn es um Strategien und Sanktionen gegen Rassisten auf den Rängen geht, die in Europa allzu oft auch noch mit politischen Kräften Doppelpass spielen können. Vom Ende der zuletzt schon zahnlosen Spezialeinheit geht jetzt nur noch das gleichwohl ebenso falsche wie fatale Signal aus, dass die Fifa mit deren Abschaffung ganz offen signalisiert, welches Gremium sie in einem moralisch schwer angeschlagenen Verband für entbehrlich hält.

          Auch nach der Kritik, die den vielen Herren und der einen Frau in der Spitze des Weltfußballs nun entgegenschlägt, ist aus dem Hause von Blatters Nachfolger Gianni Infantino nichts zu hören, was die Fifa in Zukunft gegen Rassismus und Diskriminierung tun will. Und das in einer Zeit, da sich Fremdenfeindlichkeit und Hass selbst in demokratischen Gesellschaften immer stärker ausbreiten. Vom enthemmten Nationalismus, wie ihn rassistische russische Fans in diesem Sommer mit zur Europameisterschaft nach Frankreich gebracht hatten, ist dabei noch gar nicht die Rede.

          Im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2018 wären angesichts dieser ganz speziellen Mischung in Russland besondere Anstrengungen der Fifa dringend notwendig. Aber so hat der Weltverband auf seine Weise dokumentiert und manifestiert, wie er seinen Weg in Richtung Russland in dieser Frage zu gehen gedenkt: Augen zu und durch.

          Michael Horeni
          Korrespondent für Sport in Berlin.

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