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2:1 gegen Standard Lüttich : Die Eintracht gewinnt das erste Schlüsselspiel

Torschützen unter sich: Die Innenverteidiger Martin Hinteregger und David Abraham (rechts) unterhalten sich über ihre Tore. Bild: Reuters

Das Traumergebnis „zu null“ wurde es am Ende nicht. Aber Eintracht Frankfurt verschafft sich in der Europa League dank Standard-Toren gegen Standard Lüttich den erwünschten Vorteil. Die Innenverteidiger sind die Matchwinner.

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          Die Hälfte ist geschafft und die Aussichten sind erfolgversprechend. Nach dem dritten von sechs Vorrundenspielen der Europa League kann sich die Eintracht berechtigte Hoffnungen machen, auch noch im kommenden Jahr international dabei zu sein. Mit dem 2:1 gegen Standard Lüttich verbesserten die Frankfurter ihre tabellarische Situation in der Gruppe F und ordneten sich mit dem zweiten Sieg hinter Spitzenreiter Arsenal London ein – eine Position, die zum Weiterkommen genügen würde.

          Europa League

          Für den Halbfinalteilnehmer aus dem Frühjahr steht die abermalige Qualifikation für die K.o.-Runde ganz oben auf dem Wunschzettel für diese Saison, was nach dem Resultat vom Donnerstagabend machbar erscheint. Die Rückspiele gegen die Gegner aus Belgien, England und Portugal beginnen in der ersten Novemberwoche, dann muss die Eintracht aufgrund der Uefa-Sanktionen zweimal auswärts ohne Fanunterstützung bestehen.

          In der Frankfurter Arena kamen 47.000 Zuschauer zusammen, um den Flutlicht-Auftritt von Adi Hütter und seinem Team gegen den Zweiten der belgischen Pro League aus nächster Nähe zu verfolgen. Auf der Haupttribüne musste dabei ein Teil des VIP-Bereichs frei bleiben – eine Strafe wegen der Vergehen aus der Begegnung mit Racing Straßburg Ende August.

          Bas Dost fällt aus

          Bei der Mannschaft, die Hütter zu Beginn auf den Platz schickte, musste er Abstriche von seiner Idealvorstellung hinnehmen: Dass André Silva nicht würde mitmachen können, hatte sich die vergangenen Tage abgezeichnet, in denen der Portugiese wegen Achillessehnenbeschwerden nicht trainierte. Kurzfristig kam dann auch noch der Ausfall von Bas Dost hinzu. Der Holländer stand nach Angaben des Klubs aufgrund „muskulärer Probleme“ nicht zur Verfügung. So war Goncalo Paciencia nominell in vorderster Angriffsreihe auf sich alleine gestellt.

          Die nächste magische Nacht: Die Eintracht zelebriert abermals die Europa League. Bilderstrecke

          Unterstützung sollte er, so Hütters Vorhaben, im Doppelpack von Daichi Kamada und Mijat Gacinovic erhalten. Das klappte erstmal nur leidlich, da beide oft von den gleichen Ideen angetrieben wurden und sich so auf den Füßen standen, anstatt auf unterschiedlichen Wegen in den freien Räumen zwischen Lütticher Mittelfeld und Abwehr als Ballbeschleuniger Druck aufzubauen. Zum ungeordneten Eindruck trug bei, dass Djibril Sow wenig Kontrolle über das Geschehen besaß und seine Zuspiele auf die Kollegen oft zu hektisch oder zu vorsichtig erfolgten und so in den Umschaltaktionen mögliche Chancen bereits im Anfangsstadium missrieten. Standard präsentierte sich robust und aggressiv, wenn es darum ging, der Eintracht das Vorwärtskommen zu erschweren, und dynamisch sowie laufstark bei seinen Vorstößen. Gacinovic besaß auf Hereingabe von Kapitän David Abraham eine nennenswerte Möglichkeit, bei der er am rechten Pfosten vorbeischoss (13.). Filip Kostic, der knapp eine Woche nach seiner Gala gegen Leverkusen, als Linksaußen in Collins Fai einen aufmerksamen Bewacher besaß, machte sich Mitte der ersten Hälfte vor dem eigenen Tor nützlich, indem er dem freistehenden Mehdi Carcela in letzter Sekunde noch zuvorkam.

          Abraham drückt ein

          Ein Freistoß, ausgeführt von Kamada, brachte der Eintracht die Führung, mit der sie sich für ihr Bemühen belohnte: Der Japaner schlenzte die Kugel quer durch den Strafraum und fand in Abraham, der sich im Rücken von Duje Cop und Kostas Laifis davongeschlichen hatte, einen entschlossenen Abnehmer. Der argentinische Verteidiger hielt seinen Fuß in die Flanke und vollendete aus kürzester Distanz mit seinem ersten Saisontor zum 1:0 (28.). Auf der Gegenseite fehlte Selim Amallah nicht viel, um zurückzuschlagen; sein Heber flog über Eintracht-Keeper Frederik Rönnow, senkte sich aber erst hinter der Latte (40.).

          Nach dem Seitenwechsel starteten die Frankfurter schwungvoll und mit der erkennbaren Absicht, den Vorsprung schnell auszubauen. Sie schnürten Lüttich für Minuten in ihrer Hälfte ein. Gacinovic verstolperte dabei eine Gelegenheit (48.), ehe der bis dahin unauffällige Paciencia Maß nahm, mit seinem technisch feinen Drehschuss aber am aufmerksamen Schlussmann Vanja Milinkovic-Savic scheiterte (49.). Auch Danny da Costa verfehlte das Ziel nur um wenige Zentimeter (56.). Offensiv setzte Standard nur zu vereinzelten Kontern an, die hatten es aber in sich. So wie beim Versuch von Cop, der einen Tick zu hektisch abschloss (66.).

          Und auch wenn es nicht immer spektakulär aussah, was alle Beteiligten auf dem Spielfeld boten, so blieb die Auseinandersetzung fürs Publikum doch unterhaltsam. Zunächst erhöhte Hinteregger auf 2:0. Nach einem Eckstoß von Kamada war der österreichische Innenverteidiger mit dem Kopf zur Stelle (73.). Doch Lüttich steckte nicht auf, verkürzte durch Amallah (82.) und sorgte somit für Spannung bis zum Schluss.

          Die Hereinnahme von Gelson Fernandes für Kamada (88.) gab der Eintracht gegen Ende Stabilität. Der Schweizer half durch seinen Kampfgeist bei Zweikämpfen mit, dass die Eintracht zum sechsten Mal in Serie ungeschlagen blieb und ihre Europa-Kampagne neuen Schwung erhielt.

          „Das Gegentor kann uns ärgern, wenn wir nicht unsere Hausaufgaben im Rückspiel machen“, sagte Bobic, der auf den im Fall einer Niederlage drohenden Nachteil bei Punktgleichheit durch das direkte Duell anspielte. „Ich wollte den Treffer unbedingt machen, wenn man sieht, was hier los ist", sagte Hinteregger bei Nitro: "Standard ist keine schlechte Mannschaft, sie haben das extrem gut gemacht defensiv. Gerade in der ersten Halbzeit. Das Gegentor kann passieren, aber letztlich haben wir das gut über die Zeit gebracht."

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