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3:1 beim HSV : Die Bayern klären die Kräfteverhältnisse

  • -Aktualisiert am

Klare Ansage: Franck Ribery und der Hamburger Nicolai Müller (r.) Bild: Reuters

In der Bundesliga trotzte der HSV den Bayern ein torloses Unentschieden ab. Im Pokal sorgt der Rekordmeister nun für Klarheit und zieht locker ins Achtelfinale ein.

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          Der HSV - „verrückt“, dass ein solcher Verein gegen den Abstieg  kämpfe. Pierre-Michel Lasogga - ein „ganz gefährlicher Spieler“. Der neue  Trainer - „Hamburg ist mit ihm sehr aggressiv.“ Und: „Der Pokal ist immer  gefährlich für die großen Mannschaften.“ Womit Pep Guardiola ausnahmsweise  nicht die Hamburger meinte.

          Der Trainer des FC Bayern hatte vor der Partie der zweiten Pokalrunde am  Mittwochabend einiges aufgeboten, um den Hamburger SV zu überhöhen. Der Trainer  des FC Bayern arbeitete so gegen die Befürchtung an, seine sieggewohnte  Mannschaft könne den Tabellen-Sechzehnten der Bundesliga auf die leichte  Schulter nehmen und womöglich schon an die Dortmund-Partie am Samstag  denken. Dass er dabei in seinen Lobpreisungen viel zu hoch griff, gehört zum  Trainergeschäft. Hier ist der nächste Gegner immer brandgefährlich, ob er HSV  heißt oder Borussia Dortmund.

          Guardiola konnte sich von Ängsten dergestalt schon in der Halbzeit  befreien. Seine Mannschaft kontrollierte das Spiel, führte durch Treffer Robert  Lewandowskis und David Alabas 2:0 und steuerte auf einen ungefährdeten Sieg  zu. Am Ende einer einseitigen Partie gewann der Cupverteidiger 3:1 gegen harmlose Hamburger. Franck Ribéry traf in der 55. Minute mit einem abgefälschten Schuss, Lasogga erzielte den Ehrentreffer (86.).

          Achtelfinale erreicht, Aufgabe erfüllt: Die Vorbereitung auf die Partie gegen  den großen Rivalen aus Dortmund kann beginnen. Viel besser als beim 0:0 in der  Bundesliga beim HSV am 20. September nutzte der deutsche Meister seine  Chancen. Das war damals Joe Zinnbauers umjubelter Einstand gewesen. Die Hamburger haben ganz andere Sorgen, als auf vermeintliche und tatsächliche  Münchner Stärken hinzuweisen.

          HSV-Ziel: Passables Abschneiden

          Die Pokalpartie kam zur Unzeit. Als das  grundsätzlich zerbrechliche Hamburger Gebilde gerade nach vier Punkten aus zwei  Spielen etwas stabiler wirkte, kam das 0:3 in Berlin am Samstag. Die folgenden  Aufgaben gegen Leverkusen und in Wolfsburg in Tateinheit mit der dürftigen  Punktausbeute lassen befürchten, dass die Hamburger auch unter Trainer  Zinnbauer zumindest bis zur Winterpause im Bereich der Abstiegszone bleiben.

          Der Plan für den Mittwoch vor ausverkauftem Haus sah deshalb ein passables  Abschneiden vor - nicht untergehen, und weitgehend unbeschadet in die kommenden  Prüfungen gehen. Als die Bayern aber  schon nach sieben Minuten in Führung  gingen, musste man Schlimmes befürchten. Doch wie fiel dies Tor! Unbedrängt  passte Heiko Westermann zurück zu Torwart Jaroslav Drobny. Doch das Zuspiel  geriet viel zu kurz. Thomas Müller erlief den Ball, bediente Lewandowski, und  der Pole war im zweiten Versuch erfolgreich. Fraglich, ob Thomas Müller vor dem  vermeintlichen zweiten Tor tatsächlich im Abseits stand. So hatte es der  Assistent an der Linie gesehen, der Schiedsrichter Marco Fritz nach  Intervention Westermanns darauf hinwies. Fritz nahm das Tor zurück.

          Wehrlos begegneten die Hamburger dem Konkurrenten vergangener Tage  keineswegs. Der HSV griff auch ohne den leicht angeschlagenen Mittelfeldchef  Valon Behrami früh und beherzt an. Vor allem Ribéry wurde ruppig  attackiert. Ihn hatte Guardiola für Mario Götze aufgeboten. Wie so oft lahmte  das Hamburger Offensivspiel bedenklich. Nach vorne passierte wenig bis  nichts. Rafael van der Vaart saß auf der Bank - er hatte bei der Hertha ja auch  wie ein betagtes Auslaufmodell gewirkt und war kaum einmal gesprintet. Der HSV  wirkte hinten auf der Höhe, musste aber in der 40. Minute ganz auf Drobnys  Können vertrauen, als der Keeper den Ball aus kurzer Entfernung gegen Lahm  abwehrte.

          Vier Minuten später nahm der beste Bayern-Spieler Alaba dem Spiel die  Spannung. Aus 27 Metern schoss er freistehend drauf, der Ball drehte sich nach  außen, und Drobny kam nur noch mit den Fingerspitzen dran. 2:0 für die Bayern,  wer kann so etwas schon aufholen? Der HSV konnte nicht. Die vielen mitgereisten  Bayernfans sangen schon zur Pause vom Pokalfinale. Das Pass-Monster Xabi Alonso schaute der Partie im ersten Durchgang weitgehend  unbeteiligt aus dem Mittelfeld zu. Der Maestro sah, dass es gut war und griff  nicht weiter ein. Später forderte er dann vehement den Ball. Er wollte auch mitspielen.

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