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Argentiniens Fußball-Legende : Die zehn größten Spiele von Diego Maradona

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Sein größter Tag: Diego Maradona mit dem WM-Pokal nach dem Finale 1986. Bild: Getty

Den glanzvollsten Moment seiner Karriere erlebt Diego Maradona im WM-Finale 1986 beim Sieg über Deutschland. Davor gab es die „Hand Gottes“, danach die Meisterschaft mit Neapel. Wir blicken zurück auf seine größten Spiele.

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          Hunderte Spiele machte Diego Maradona seit 1976 für seine Vereine, dabei erzielte er viele Tore. Auch für die argentinische Nationalmannschaft lief der Weltmeister von 1986 in 91 Partien auf und traf 34 Mal. Einige Spiele sind Meilensteine einer unglaublichen Karriere. Ein Rückblick auf die zehn wichtigsten Duelle mit Diego Armando Maradona.

          1) Argentinos Juniors – Talleres de Cordoba 0:1 (20. Oktober 1976)

          „An diesem Tag habe ich mit den Händen den Himmel berührt“, sagt Maradona später. Gerade 15 Jahre alt ist „Dieguito“, der zuvor bei den Juniors in der Pause Bälle und Orangen jonglierte, bei seinem Profi-Debüt. Gleich zu Beginn tunnelt der unbekümmerte Lockenkopf seinen Gegenspieler und erntet ein „Ole!“ des Publikums. Drei Wochen später legt Maradona gegen San Lorenzo seine ersten Tore nach.

          2) Argentinien – UdSSR 3:1 (7. September 1979, Endspiel der U-20-WM)

          Für die WM 1978 im eigenen Land war Maradona noch zu jung, ein Jahr später trumpft er dafür bei den Junioren auf. Im Finale macht der 18-Jährige mit einem Freistoß-Tor alles klar, wird anschließend zum besten Spieler des Turniers gewählt. „Einer der schönsten Momente in meinem Leben“, sagt Maradona. Weiterer Lohn: Der Teenager muss wegen des Titelgewinns in seiner Heimat nicht zum Militärdienst antreten.

          3) Argentinien – Ungarn 4:1 (18. Juni 1982, WM-Vorrunde)

          Maradona gelingt gegen Ungarn ein Gala-Auftritt, schießt seine ersten WM-Tore: Erst per Flugkopfball, dann mit einem satten Linksschuss. Doch zwei Wochen später ist die WM nach einem 1:3 gegen Brasilien beendet, Maradona sieht zu allem Überfluss nach einem Tritt die Rote Karte. Maradona: „Alle hatten gedacht, es würde meine Weltmeisterschaft werden. Ich eigentlich auch.“

          4) FC Barcelona – Athletic Bilbao 0:1 (5. Mai 1984, spanisches Pokalfinale)

          In seinem letzten Spiel für Barca rastet Maradona völlig aus. Erst acht Monate zuvor hatte Andoni Goikoetxea, der „Schlächter von Bilbao“, dem Dribbel-König brutal das Bein gebrochen. Beim Wiedersehen kommt es auf dem Feld zu einer wüsten Schlägerei. „Ich teilte nach allen Seiten Tritte aus. Zum Glück kamen mir die anderen Jungs zur Hilfe, sonst hätten sie mich fertig gemacht“, sagt Maradona. Das Spiel ging verloren, Maradona zieht weiter nach Neapel.

          5) Argentinien – England 2:1 (22. Juni 1986, WM-Viertelfinale)

          Ein Spiel für die Ewigkeit. Erst die „Hand Gottes“, dann das vielleicht unglaublichste Solo der Fußball-Geschichte. „Ich hatte das Gefühl, den Engländern die Brieftasche zu klauen, und das direkt nach dem Falklandkrieg“, sagt Maradona. Alleine für die Beschreibung des 2:0 benötigt Maradona in seiner Biografie über eine Seite. Sein ebenso nüchternes wie wahres Fazit: „Ich hatte das Tor meines Lebens geschossen.“

          6) Argentinien – Deutschland 3:2 (29. Juni 1986, WM-Finale)

          Im Finale wird Maradona von Lothar Matthäus abgemeldet, leitet aber mit einem genialen Pass das 3:2 ein. „Toni, halt den Ball“, ruft Kommentator Rolf Kramer, nachdem Jorge Burruchaga frei vor Torwart Schumacher aufgetaucht war – vergeblich. Maradona: „Das war der Höhepunkt, der glanzvollste Moment meiner Karriere. Dieses Datum, dieser Ort sind mir in die Haut eingebrannt.“

          7) Udinese Calcio – SSC Neapel 0:3 (1. Februar 1987, Serie A)

          „Lavatevi! Wascht euch!“, rufen die Fans aus dem reichen Norditalien den Neapolitanern regelmäßig entgegen. Maradona antwortet auf seine Weise: In Udine trifft er doppelt, erst per Elfmeter, dann mit links aus spitzem Winkel. Drei Monate später ist Neapel sensationell Meister. „Für Neapel den ersten Scudetto in 60 Jahren zu holen, war für mich ein unvergleichlicher Sieg. Anders als jeder andere Erfolg, sogar der WM-Titel 1986.“

          8) VfB Stuttgart – SSC Neapel 3:3 (17. Mai 1989, Uefa-Pokal-Finale, Rückspiel)

          „Ich lechzte nach einem internationalen Titel“, sagt Maradona über seine Zeit in Italien. 1989 geht der Traum in Erfüllung. Schon beim 2:1 in Neapel wird der Argentinier zum Helden, schießt ein Tor und legt kurz vor Schluss den Siegtreffer auf. Zwei Wochen später führt er Napoli in Stuttgart zum Titel: Sowohl beim 1:1 durch Ciro Ferrara als auch dem 2:1 von Careca liefert er die Vorarbeit.

          9) Argentinien – Italien 4:3 i. E. (3. Juli 1990, WM-Halbfinale)

          Die Konstellation ist kurios: Maradona spielt im WM-Halbfinale gegen Italien, und das in „seinem“ Neapel. Die sonst im eigenen Land verspotteten Neapolitaner sind gespalten. „Diego in unserem Herzen, Italien in unseren Gesängen“, steht auf einem Spruchband. Am Ende gewinnen die Gäste denkbar knapp, Maradonas Treffer im Elfmeterschießen wird auch von einigen Italienern bejubelt. Fünf Tage später weint Diego nach dem 0:1 gegen Deutschland bittere Tränen.

          10) Argentinien – Nigeria 2:1 (25. Juni 1994, WM-Vorrunde)

          Maradonas Karriere im Nationaltrikot endete ebenso plötzlich wie skandalös. 2:1 hatte Argentinien gerade in den Vereinigten Staaten gegen Nigeria gewonnen, als eine Krankenschwester den noch feiernden Superstar an die Hand nahm und zur Doping-Probe brachte. Das Ergebnis: Ephedrin im Blut, 15 Monate Sperre. „Die kleine Dicke hat mich zur Exekution geführt“, schrieb Argentiniens Fußball-Legende später.

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