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Advocaat wird neuer Bondscoach : Oranjes Liebling

  • -Aktualisiert am

Der neue alte Trainer der Holländischen Nationalmannschaft Dick Advocaat. Bild: AFP

Dick Advocaat wird neuer Nationaltrainer der Niederlande. Nach Aufbruchstimmung klingt das nicht. Es beschleicht einen das Gefühl, es gäbe nur drei Trainer, die für die einst so bewunderten niederländischen Fußballkünstler in Frage kommen.

          Nach Aufbruchstimmung klingt das irgendwie nicht, dabei wäre sie doch so dringend nötig. Der Königlich-Niederländische Fußballverband stellte an diesem Dienstag Dick Advocaat als neuen Trainer der Nationalmannschaft vor. Als alten, könnte man auch sagen, nicht nur, weil Advocaat ja immerhin schon 69 Jahre alt ist.

          Er war ja auch schon zweimal Bondscoach (von 1993 bis 1995 und von 2002 bis 2004), und irgendwie beschleicht einen das Gefühl, es gäbe ohnehin nur drei Trainer, die für die einst so bewunderten niederländischen Fußballkünstler in Frage kommen: eben Advocaat, dazu noch Guus Hiddink (von 1995 bis 1998 und von 2014 bis 2015) und Louis van Gaal (von 2001 bis 2002 und von 2012 bis 2014).

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          Und wenn aus diesem Trio mal keiner zur Verfügung steht, dann macht es eben übergangsweise ein ehemaliger Spieler. Insgesamt wird Advocaat der elfte „Bondscoach“ seit 1992, eine Interimsbesetzung hier und da mal weggelassen. Der Deutsche Fußball-Bund kommt auf fünf in diesem Zeitraum.

          Hierzulande ist die Häme immer besonders groß, wenn den Niederländern etwas misslingt – etwa mal eine WM-Teilnahme wie 2002 oder zuletzt die EM-Teilnahme im vergangenen Jahr. Dabei haben wir doch früher etwas neidisch rübergeschaut, weil sie so gut kicken konnten, unsere Nachbarn, und weil ihr Angriffsfußball so nett anzusehen war.

          Zugegeben, das ist schon eine Zeit her, die letzten Erfolge waren eher pragmatisch angelegt. 2010 hätten die Niederländer im WM-Finale um ein Haar die von allen bewunderten Spanier aus dem Stadion getreten, und 2014 scheiterten sie nur knapp daran, die Argentinier im Halbfinale komplett einzuschläfern in einer Partie, in der man die Tore hätte abbauen können, ohne dass es jemand bemerkt hätte vor dem Elfmeterschießen.

          Aber für die Fußball-Romantiker ist die Erinnerung an große niederländische Nationalmannschaften immer mit Ajax Amsterdam verbunden und damit an die großen Zeiten dieses Vereins in den siebziger und neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der schönste Fußball in Europa wurde ja genau dort gespielt, und die Amsterdamer Fußballschule galt als Vorbild für perfekte Nachwuchsarbeit, als nie versiegende Quelle an technisch perfekten Spielern, denen man gerne sofort einen anderen Pass ausgestellt hätte.

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          Diese Erinnerung lässt einen Funken Hoffnung, dass es so noch einmal werden könnte – Ajax steht mit seinem Talentschuppen nach dem begeisternden 4:1 im Hinspiel gegen Olympique Lyon kurz vor dem Einzug in das Finale der Europa League. Da könnte also wieder was wachsen, man müsste vielleicht etwas Mut und auch etwas Geduld haben und vor allem einen Trainer, der nachweislich gut mit jungen Spielern arbeiten kann.

          Man darf da angesichts des Spitznamens „der kleine General“ Zweifel haben – wahrscheinlicher ist es, dass sich niemand anders fand als der Mann, der seine Trainerkarriere schon zweimal für beendet erklärt hat.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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