https://www.faz.net/-gtl-88i0q

Fifa-Krise : DFL-Präsident Rauball fordert Blatter-Rücktritt

  • Aktualisiert am

„Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob er wirklich zurücktreten wird“: Reinhard Rauball über Joseph Blatter. Bild: dpa

Nun meldet sich auch die Deutsche Fußball Liga im Fifa-Skandal zu Wort. Präsident Rauball zweifelt trotz Einleitung eines Strafverfahrens am Rücktritt von Joseph Blatter. Zugleich geht er auf Distanz zu Michel Platini.

          1 Min.

          Fußball-Spitzenfunktionär Reinhard Rauball zweifelt trotz der Einleitung eines Strafverfahrens am Rücktritt von Fifa-Präsident Joseph Blatter. Zugleich hat der Präsident des Liga-Verbandes Uefa-Chef Michel Platini aufgefordert, die Vorwürfe gegen ihn zu entkräften.

          „Michel Platini wird der Öffentlichkeit und den Fußballfans glaubwürdig – darauf liegt die Betonung: glaubwürdig - erklären müssen, wie die Dinge gelaufen sind“, sagte Rauball in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag). Im Zuge des Fifa-Korruptionsskandals war Platini von der Schweizer Justiz als Auskunftsperson gehört worden.

          Der Franzose behauptet, dass die zwei Millionen Franken, die er 2011 erhalten hat, auf seine Beratertätigkeit für die Fifa zwischen 1999 und 2002 zurückgehen. „Er hat in seinem Brief an die Mitgliedsverbände der Uefa sinngemäß einen Satz geschrieben, der mir überhaupt nicht gefallen hat: Nämlich, dass er sich mit Verweis auf laufende Ermittlungen derzeit nicht im Detail äußern wolle. Als private Person in einem privaten, zivilen Umfeld, kann er das selbstverständlich so machen, wenn er glaubt, sich schützen zu müssen“, sagte Rauball.

          Vom umstrittenen Fifa-Chef Blatter erwartet der Jurist, dass er – wie angekündigt – spätestens im Februar 2016 zurücktritt. „Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob er wirklich zurücktreten wird“, meinte Rauball. „Ich kann mir vorstellen, dass er bis Februar irgendwann auf die Idee kommen kann, zu sagen: Gut, wenn kein anderer Kandidat da ist, der mehrheitsfähig ist, dann mache ich halt weiter. Er ist immerhin gewählt.“

          Am Freitag hatte die Schweizer Bundesanwaltschaft mitgeteilt, gegen Blatter „ein Strafverfahren wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie  – eventualiter – wegen Veruntreuung eröffnet“ zu haben.

          Der englische Fußball-Verband FA bleibt derweil bei seiner Unterstützung für Uefa-Präsident Platini bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten. „Wir denken, er ist ein ausgezeichneter Uefa-Präsident und kann die gleichen Führungsqualitäten bei der Fifa einbringen“, hatten die FA-Funktionäre im Juli einstimmig beschlossen. Nun erklärte der englische Verband: „Wir sind immer noch dieser Ansicht.“ Die FA wies am Mittwoch darauf hin, dass der Chef der Europäischen Fußball-Union Uefa in der Fifa-Korruptionsaffäre in vollem Umfang mit den Schweizer Behörden kooperiert und sich der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes stellt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.