https://www.faz.net/-gtl-86png

Nach Feuerzeug-Attacke : DFB wertet abgebrochenes Pokalspiel für Leipzig

  • Aktualisiert am

Schiedsrichter Petersen (r.) nach der Attacke am Montagabend Bild: dpa

RB Leipzig zieht am grünen Tisch in die zweite Pokalrunde ein. Der DFB wertet das abgebrochene Erstrundenspiel gegen Osnabrück 2:0 für die Leipziger. Osnabrück stimmt dem Urteil zu. Die Auslosung am Freitagabend kann somit wie geplant stattfinden.

          2 Min.

          Zweitligaklub RB Leipzig ist am Grünen Tisch in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wertete die wegen eines Feuerzeugwurfs auf Schiedsrichter Martin Petersen in der 71. Minute abgebrochene Erstrundenpartie beim VfL Osnabrück erwartungsgemäß mit 2:0 für die Sachsen. Der Drittligaverein lag zum Zeitpunkt des Abbruchs mit 1:0 in Führung.

          „Gemäß der für alle Vereine geltenden Rechts- und Verfahrensordnung des DFB ist das Spiel für den VfL Osnabrück mit 0:2 als verloren zu werten, da der Verein für seine Zuschauer verantwortlich ist und das Verschulden der Zuschauer dem Verein zuzurechnen ist“, erläuterte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, das am Freitag ergangene Urteil. „Ein Wiederholungsspiel oder ein Nachspielen der letzten 20 Minuten ist daher nicht möglich“, erklärte Lorenz.

          Leipzig hatte in seiner schriftlichen Stellungnahme eine Wiederholung der Partie vorgeschlagen. „Würden wir auf dieses Angebot eingehen, so wäre dies gleichbedeutend mit dem Verlust jeder Rechtssicherheit. Die Gestaltung eines Wettbewerbs kann nicht vom Goodwill einzelner Vereine abhängig sein“, bekräftigte Lorenz. „Zudem würde man der Möglichkeit einer Manipulation von Wettbewerben die Tür öffnen, wenn die Vereine zukünftig selbst darüber entscheiden könnten, ob sie noch mal spielen wollen oder nicht.“

          Der VfL Osnabrück wird keine Berufung gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts einlegen. Das teilten VfL-Präsident Hermann Queckenstedt und Geschäftsführer Jürgen Wehlend am Freitag mit. Damit kann die 2. Runde im DFB-Pokal wie vorgesehen am Abend ausgelost werden. Bei fehlender Rechtssicherheit hätte sie verschoben werden müssen, da Leipzig als Zweitligaklub in einem anderen Topf ausgelost worden wäre als der Drittligaverein Osnabrück.

          Die Leipziger nehmen das Urteil des DFB hingegen ohne Gegenrede an. „Das durch das DFB-Sportgericht gefällte Urteil akzeptieren wir, fokussieren uns nun aber auf unser Braunschweig-Spiel“, sagte der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff nach der Entscheidung des Sportgerichts.

          Schon in der Vergangenheit hatte der DFB in ähnlichen Fällen das gleiche Urteil gefällt. 2011 wurde Schalke 04 zum 2:0-Sieger beim FC St. Pauli erklärt. Die Partie war abgebrochen worden, nachdem der Schiedsrichter-Assistent von einem vollen Bierbecher im Nacken getroffen worden war.

          Das gleiche Vorkommnis hatte sich 2006 im DFB-Pokalspiel Stuttgarter Kickers gegen Hertha BSC ereignet; die Berliner wurden am Grünen Tisch zum Sieger erklärt. Die Hamburger Kiez-Kicker mussten zudem ein Spiel auf fremdem Platz austragen, die Stuttgarter eine Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Über etwaige Sanktionen gegen den VfL Osnabrück wegen des den Spielabbruch auslösenden Vorfalls wird das DFB-Sportgericht nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss gesondert entscheiden.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.