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DFB vor EM-2024-Vergabe : „Der Fall Özil ist weitgehend abgeschlossen“

Stimmensammler für Deutschland: DFB-Präsident Reinhard Grindel, EM-Botschafter Philipp Lahm und DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius (von links). Bild: dpa

Deutschland bewirbt sich um die Austragung der EM 2024. DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius spricht zuvor über einen Brief an den Fifa-Präsidenten, die Maulwurf-Affäre im DFB und die Folgen eines Misserfolgs bei der Vergabe.

          Wie sind Sie auf der Schlussetappe mit dem Stand der Bewerbung um die EM 2024 zufrieden?

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Ich bin sehr zufrieden, gerade auch nach der Veröffentlichung des Evaluierungsberichts durch die Uefa. Wir haben bislang sehr gut gearbeitet. Aber eine solche Bewerbung ist ein Marathon, bei dem wir uns jetzt auf den letzten Kilometern befinden. Und die sind noch einmal ganz besonders wichtig, um auch tatsächlich den Zuschlag zu bekommen. Denn solch ein Rennen wird erfahrungsgemäß erst auf den letzten Metern entschieden.

          Wenn es stimmt, was der veröffentlichte Briefverkehr nahelegt, soll die Beziehung zwischen Fifa-Präsident Infantino, der als „Key-Influencer“ eingeschätzt wird, und DFB-Präsident Grindel nicht zum Besten stehen. Auch mit den Schweden, die einen Delegierten bei der Vergabe stellen, hat es sich der DFB bei der WM verdorben, als sich zwei Mitarbeiter nach dem Sieg grob unsportlich verhielten. Und der Verband ist derzeit auf der Suche nach einem „Maulwurf“, der die Mailkorrespondenz zwischen DFB-Präsident, Vizepräsident Koch und Ihnen als Generalsekretär zum Thema Länderspielvergabe nach Sinsheim an die Medien durchgesteckt hat. Das alles wirkt nicht gerade professionell und vertrauensvoll.

          Lassen Sie mich mit dem sogenannten „Maulwurf“ beginnen. Wir gehen dieser Frage mit Nachdruck und großer Sorgfalt nach. Wir haben eine Ad-hoc-Kommission unter meiner Leitung ins Leben gerufen, die die Frage der IT-Sicherheit untersucht. Das ist eine Angelegenheit, die uns sehr beschäftigt. Aber auch damit muss man professionell umgehen. So ein Fall ist komplex, dafür kann es viele Gründe geben.

          Kann der DFB ausschließen, von außen gehackt worden zu sein?

          Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass wir nicht gehackt worden sind, auch wenn man das hundertprozentig nie ganz ausschließen kann. Vermutlich handelt es sich um einen internen Vorgang, aber auch das lässt sich derzeit nicht mit Gewissheit sagen. Auf die Mail von Rainer Koch an Reinhard Grindel und mich wegen des Länderspiels in Sinsheim hatte insgesamt ein größerer Personenkreis Zugriff. Aber noch mal: Bisher kennen wir den Ursprung nicht und spekulieren darüber auch nicht.

          Und die anderen Missgeschicke?

          Die Dinge, die beim Schweden-Spiel passiert sind, sind nun einmal leider passiert. Die beiden Mitarbeiter haben sich am allermeisten dafür geschämt und darüber geärgert. Sie haben sich mehrfach entschuldigt und ihr großes Bedauern zum Ausdruck gebracht, auch und gerade gegenüber den Schweden. Ich bin überzeugt, dass dort nichts zurückgeblieben ist. Der Vorgang und der Inhalt des Briefverkehrs zwischen Fifa-Präsident Infantino und Reinhard Grindel sind korrekt wiedergegeben. Dass das Schreiben von Reinhard Grindel an den Fifa-Präsidenten von der Sorge getragen war, dass die Neutralität des Fifa-Präsidenten berührt sein könnte, ist nicht zu leugnen. Das Büro des Fifa-Präsidenten hat sich nach der jüngsten Berichterstattung aber noch einmal im Büro des DFB-Präsidenten gemeldet und bestätigt, dass auch auf Seiten der Fifa in dieser Angelegenheit nichts hängengeblieben ist, dass die Dinge zuvor im persönlichen Gespräch der beiden ausgeräumt wurden.

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