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Randale in Relegation : DFB verurteilt 1860 nach Eklat zu „Geisterspiel“

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1860 München ist zurück im Grünwalder Stadion – aber am 1. August müssen die Fans draußen bleiben. Bild: dpa

Gerade erst ist 1860 zurück im alten Grünwalder Stadion, schon muss der Klub ohne seine Fans auskommen – wegen der Randale in der Relegation. Neues gibt es auch von Investor Hasan Ismaik.

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          1860 München muss wegen der Fan-Randale in der Zweitliga-Relegation eine Heimpartie unter Ausschluss der Öffentlichkeit abhalten. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verurteilte den Traditionsklub am Montag zu einem „Geisterspiel“. Die Begegnung der Regionalliga gegen die Amateure des 1. FC Nürnberg am 1. August wird demnach im Grünwalder Stadion ohne Zuschauer stattfinden. Die „Löwen“ haben dem Urteil bereits zugestimmt, es ist rechtskräftig.

          Im Rückspiel der Abstiegs-Relegation gegen Jahn Regensburg (0:2) war es am 30. Mai in der Allianz Arena zu schweren Ausschreitungen gekommen, als 1860-Fans unter anderem Sitzschalen und Fahnenstangen auf das Spielfeld warfen. Die Polizei musste einschreiten, das Spiel wurde für eine Viertelstunde unterbrochen. Die Strafe fällt so hart aus, weil es laut DFB auch bei fünf anderen Spielen Fan-Randale gab. Die Münchner, die nach dem Abstieg aus der zweiten Fußball-Bundesliga wegen Finanzproblemen zwei Klassen tiefer in der Regionalliga antreten, rechneten selbst bereits mit einem „Geisterspiel“ als Strafe und verkauften ihre Dauerkarten daher zuletzt nur für 17 Heimspiele. In der Regionalliga Bayern sind 19 Team am Start.

          Trotz des deutlichen Mitgliedervotums für eine Trennung will sich Investor Hasan Ismaik bei 1860 weiter nicht zurückziehen. „Meine Antwort auf alle Vorgänge auf der Mitgliederversammlung lautet: Der Klub steht nicht zum Verkauf“, wurde der Jordanier am Montag vom „Münchner Merkur“ und der „TZ“ zitiert. Tags zuvor hatten sich die Mitglieder in einer Wahl mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, dass der Fußball-Regionalligaverein den Kooperationsvertrag mit dem umstrittenen Geschäftsmann kündige. Welche Folgen dieses Votum konkret hat, war zunächst unklar.

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          Der Mehrheitseigner beim Traditionsverein nährte Vermutungen, eine mögliche Trennung werde zum Fall für Juristen. „Ich besitze 60 Prozent der Anteile, die finale Entscheidung wird ein Gericht treffen“, sagte er. Der Finanzier wollte zuletzt schon wegen der 50+1-Regel zum Schutz der Vereine gegen Investoren klagen. Dass er bei der Mitgliederversammlung krachend gescheitert war und auch sein Bruder Yahya nicht in den Verwaltungsrat gewählt wurde, stört ihn offenbar nicht sonderlich, wie er behauptete. Gegner innerhalb des Klubs gebe es „schon seit meinem Einstieg 2011“. Für ihn sei das „in Ordnung“, sagte er. „Ich schlafe sehr gut.“

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