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Das Debakel des DFB : Der „Fall Özil“ und ein langer Schatten

Das letzte Mal im deutschen Trikot: Mesut Özil 2018 beim WM-Spiel gegen Südkorea in Kasan. Bild: dpa

Für Integration und gegen Rassismus und Diskriminierung? Der „Fall Özil“ vor zwei Jahren war für den DFB der Reality-Check. Das Debakel wurde vollständig verdrängt – und ist bis heute nicht aufgearbeitet.

          8 Min.

          Dieser Tage jährt sich ein fundamentales deutsches Scheitern zum zweiten Mal. Ein 0:2 gegen Südkorea im letzten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft bedeutete das schmähliche Aus der deutschen Weltmeister als Tabellenletzter in der Vorrunde. Und ein gesellschaftspolitisches Debakel kam in jenem Sommer hinzu: der „Fall Özil“. Ein Fall, der das Land über Monate aufwühlte.

          Michael Horeni
          Fußballkorrespondent Europa in Berlin.

          In jenen Sommertagen gingen im deutschen Fußball gleich zwei Illusionen zu Bruch. Die eine, als Weltmeister unschlagbar zu sein. Und die andere: als unschlagbarer Meister auch der Integration in diesem Land zu gelten. Rein sportlich hatte man, hochmütig und geblendet vom eigenen Erfolg, internationale Entwicklungen einfach nur verschlafen. Gesellschaftspolitisch erwies sich jedoch das Credo des Verbandes, auf dem Fußballplatz zusammenzuführen, was in der Gesellschaft auseinanderstrebt, als heillose Überforderung. Der Zusammenprall mit der Wirklichkeit auf und jenseits des Spielfelds, den der deutsche Fußball in jenen Tagen erlebte, war hart. Der härteste der vergangenen Jahre und Jahrzehnte.

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