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DFB-Teammanager Bierhoff : „Vielleicht hilft es, dass die HSV-Fans nicht so verwöhnt sind“

  • Aktualisiert am

Hätte lieber Applaus als Buhrufe: DFB-Teammanager Oliver Bierhoff Bild: Reuters

Bei ihren letzten Aufritten in Hamburg erntete die DFB-Elf vom Publikum mehr Pfiffe als Beifall. Beim Länderspiel gegen Tschechien soll sich das ändern.

          Die deutsche Nationalmannschaft und das Hamburger Fußball-Publikum – das war in der Vergangenheit nicht immer eine große Liebe. „Es gab in Hamburg hier und da auch Pfiffe. Es liegt an uns, die Zuschauer von Anfang an mitzunehmen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff vor dem WM-Qualifikationsspiel am Samstag gegen Tschechien (20.45 Uhr / Live auf RTL und im Länderspielticker bei FAZ.NET)

          In Erinnerung ist noch das Pfeifkonzert im Oktober 2005 beim 1:0 gegen China. Dabei war die DFB-Elf nach einer 1:2-Niederlage zuvor in der Türkei noch von 10.000 Fans bei einem öffentlichen Training in Hamburg bejubelt worden. Auch beim Freundschaftsspiel 2014 hatte es Unmut gegeben bei den Fans. Bundestrainer Joachim Löw machte den Test gegen Polen unmittelbar vor der WM zum Debütanteball mit gleich zwölf Neulingen.

          Fast alle Tickets verkauft

          Die großen Stars fehlten beim 0:0. Mit einem Durchschnittsalter von 21,45 Jahren stand die jüngste Mannschaft in der deutschen Länderspiel-Geschichte auf dem Rasen. Nur 37.569 Zuschauer waren gekommen. Dieses Mal dürfte das Volksparkstadion ausverkauft sein. Bis Mittwoch waren 49.000 der 50.400 Tickets abgesetzt.

          2007 gewann Deutschland in der EM-Qualifikation durch ein Eigentor des Gegners mühevoll 2:1 gegen die Slowakei. Zwei Jahre später sahen die Hamburger Zuschauer in der WM-Ausscheidung ein enttäuschendes 1:1 gegen Finnland. Es ging aber auch anders: 2011 fertigte das DFB-Team die Niederlande in einem Freundschaftsspiel in Hamburg mit 3:0 ab. Acht Spieler aus dem aktuellen DFB-Kader waren damals schon dabei.

          Fehlte schon wieder: Ilkay Gündogan verpasste das erste DFB-Training wegen einer Erkältung

          „Ich hoffe auf eine gute Stimmung“, sagte Bierhoff vor dem neuen Hamburger Auftritt: „Vielleicht hilft es uns, dass die Zuschauer nicht ganz so verwöhnt sind vom HSV, dass sie sich auf unsere gute Leistung freuen können.“

          Trotzdem bleibt natürlich ein Sieg das klare Ziel: „Wir wollen unsere Klasse demonstrieren und die Gruppe souverän anführen““, verkündete Bierhoff zur Zielsetzung. Erst Mittwochmittag mussten die 21 Spieler anreisen. „Diese Woche reichen mir drei Trainingseinheiten“, sagte Löw zum ungewohnt späten Beginn der Vorbereitung auf ein wichtiges Punktspiel.

          Nach „vielen Englischen Wochen“ setzt der Weltmeistercoach gegen die Tschechen auf physisch und mental erholte Akteure. „Viele Spieler sind in der Champions League beansprucht, haben ein langes Programm. Wir haben uns gedacht, dass es besser ist, wenn die Spieler noch einen Tag durchschnaufen können“, begründete Bierhoff die Maßnahme der Sportlichen Leitung.

          Die kürzere Spielvorbereitung betrachtet Bierhoff nicht als Handicap: „Die Spieler kennen sich, sie kennen das taktische System. Und da ist es wichtiger, hier in einer kurzen, intensiven Zeit die Sachen einzuspielen.“ Das von Kapitän Manuel Neuer angeführte Team soll mit Leistung und zwei Siegen für den zusätzlichen freien Tag zurückzahlen. „Ein heißer, wichtiger Herbst“, stehe an, betonte Bierhoff. Das 3:0 in Norwegen gilt als Richtgröße. „Der Start war sehr gut, nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Art, wie wir das Spiel angegangen sind“, sagte Bierhoff: „Es geht nicht nur darum, drei Punkte zu holen. Man will auch zeigen, dass man Richtung WM 2018 weiter wachsen und die stärkste Mannschaft der Welt sein will.“

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          Im ersten Training zur Vorbereitung auf das Tschechien-Spiel fehlte dann allerdings der nächste Spieler. Nach der Komplett-Absage von Mario Gomez wegen muskulärer Probleme verpasste auch Rückkehrer Ilkay Gündogan das erste Training mit der DFB-Elf aufgrund eines grippalen Infektes. Damit standen Bundestrainer Löw bei der Einheit im Stadion des FC St. Pauli noch 17 Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung.

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