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Verletzungssorgen beim DFB : Löw muss abermals Spieler nachnominieren

  • Aktualisiert am

Spieler und Bundestrainer Joachim Löw standen nach dem Training für die Fans bereit. Bild: EPA

Erstmals seit vier Jahren trainiert das DFB-Team wieder öffentlich. 5000 Fans sehen in Berlin zu. Allerdings muss Bundestrainer Löw schon wieder zwei Absagen hinnehmen.

          Joachim Löw wollte allen Zweifeln und negativen Vorzeichen trotzen. Doch am Ende gab es eine neue Hiobsbotschaft: Leon Goretzka und Kevin Trapp stehen für die beiden Auswärts-Länderspiele der Nationalmannschaft in der UEFA Nations League gegen die Niederlande am Samstag (ab 20.45 Uhr, live im ZDF) und gegen Frankreich am Dienstag (ab 20.45 Uhr, live in der ARD) nicht zur Verfügung. Beide Akteure konnten auch nicht am ersten Training der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw teilnehmen, das am Dienstag im Stadion auf dem Wurfplatz vor etwa 5000 Zuschauern in Berlin stattfand.

          Aufgrund muskulärer Probleme muss der Torhüter von Eintracht Frankfurt pausieren. Für ihn wird Bernd Leno (Arsenal London) zur Nationalmannschaft stoßen. Leon Goretzka bleibt wegen einer Muskelverhärtung in München. Ins DFB-Aufgebot rückt sein Mannschaftskollege vom FC Bayern, Serge Gnabry, nach. Löw muss bei den Spielen in Amsterdam am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) und drei Tage später in St. Denis (20.45 Uhr/ARD) bereits auf Ilkay Gündogan, Marco Reus, Kai Havertz, Nils Petersen und Antonio Rüdiger verzichten. Emre Can von Juventus Turin wurde bereits nachnominiert.

          Löw machte vor dem Aufgalopp vor vielen aufgeregten und kreischenden Kindern in Berlin klar, dass er in den brisanten Nations-League-Spielen gegen die Niederlande und Weltmeister Frankreich auf die ins Formtief gestürzten Spieler des FC Bayern setzen will.

          Erste Aufmunterung für den Bayern-Block um Manuel Neuer gab es am Dienstagnachmittag im Hertha-Amateurstadion beim Üben vor 5000 überwiegend jungen Fans. Letztmals hatte es nach dem WM-Titelgewinn im Frühherbst 2014 ein öffentliches Training gegeben. Damals kamen 45.000 Fans in die Düsseldorfer Arena um den neuen Weltmeistern zuzujubeln.

          Nations League
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          Beim abschließenden Kleinfeld-Turnier konnten die vielen jungen Fans Tor um Tor ihrer Fußball-Idole bejubeln. Heiß begehrt waren beim öffentlichen Üben der deutschen Nationalspieler, der über rund 90 Minuten ging, am Dienstagabend aber vor allem Autogramme von Timo Werner, Julian Brandt und Kollegen. Auch Handyfotos mit den von Kapitän Manuel Neuer angeführten deutschen Stars standen bei den Kindern hoch im Kurs. Ein Showtraining war es nicht, das die DFB-Kicker den kreischenden Kids boten. Gerade beim Abschlussspielchen ging es auf dem Rasen intensiv und engagiert zur Sache, alles unter der aufmerksamen Beobachtung von Löw. „Wir freuen uns, dass so viele Fans uns sehen und unterstützen wollen“, sagte Julian Draxler.

          „Ich weiß schon, welche Qualitäten diese Spieler auch haben“, sagte Löw bereits zuvor über die Bayern-Fraktion. „Es war in der Vergangenheit immer wieder mal so, dass Spieler im Verein nicht in der Topverfassung waren, bei der Nationalmannschaft dann trotzdem eine tolle Leistung gezeigt haben. Die Spieler sind erfahren genug, mit solchen Situationen umzugehen“, äußerte Löw zur Gruppe um Kapitän Neuer, Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller.

          Der Bundestrainer war am Vormittag am Teamhotel im Tiergarten kraftvoll aus einem Kleinbus gesprungen und schrieb in Begleitung von Torwartcoach Andreas Köpke eifrig Autogramme. Mehr Fannähe ist nach der WM-Blamage in Russland beim DFB angesagt. Erstmals seit vier Jahren durften bei einem Training im eigenen Land mal wieder einige Tausend Anhänger zuschauen. „Das Wichtigste ist für die Kinder, dass sie die Spieler aus der Nähe sehen, Autogramme bekommen und Selfies machen können“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Trainingseinheiten vor Fans soll es wieder in „regelmäßigen Abständen“ geben.

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