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Spezialcoach Mads Buttgereit : Der „Trackman“ hilft jetzt dem DFB-Team

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Neuer Spezialtrainer für die Nationalmannschaft: Mads Buttgereit Bild: dpa

Unter Hansi Flick ändert sich einiges in der Nationalmannschaft. Dazu trägt auch Spezialcoach Mads Buttgereit bei. Beim ersten Training sorgt der Däne gleich mal für großen Elan bei den Stars.

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          Mads Buttgereit brachte den „Trackman“ gleich im ersten Training der Fußball-Nationalmannschaft zum Einsatz. Marco Reus, Thomas Müller, Joshua Kimmich und Kollegen schossen fleißig Freistöße im ersten Training unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick, der den dänischen Standard-Coach als neuen Spezialisten in sein Trainerteam geholt hat. „Das ist eine Innovation“, sagte Flick. Mit zwei Zielen: Verbesserte Schusstechnik und mehr Standardtore.

          Buttgereit setzt bei seiner Arbeit auch auf technische Hilfsmittel wie „Trackman“, ein aus dem Golfen bekanntes Tool. „Das kann man auch im Fußball nutzen“, erzählte Flick am Montag am Rande des Trainings.

          Jeder Schuss wird ausgewertet. Mit welcher Fläche des Schuhs wird der Ball getroffen? Mit welcher Geschwindigkeit fliegt er? Mit welchem Spin? Alles wird exakt gemessen. „Wenn du Daten dazubekommst, kannst du deine Arbeit belegen“, sagte Buttgereit in Stuttgart. „Wir hoffen, dass die Spieler dadurch besser werden“, betonte Flick – und die Quote der deutschen Standardtore mit der Zeit zunimmt.

          Mit großem Elan waren Reus, Müller und Co. im zeitweise starken Regen dabei. Buttgereit überraschte ihre Offenheit und das Interesse nicht. „Hier sind Topspieler“, sagte der Däne, „die suchen jedes Prozent, um sich zu verbessern.“ Auch Flick glaubt an seine Innovation. „Die Spieler sind offen und neugierig.“

          Zaubern könne er nicht, betonte Buttgereit. Bevor ihn Flick rief, war er beim dänischen Erstligaverein FC Midtjylland und für den dänischen Verband tätig. Bei der EM war er ebenfalls als Standardspezialist im Einsatz. Am tollen Freistoßtor von Mikkel Damsgaard im verlorenen Halbfinale der Dänen gegen England hatte aber auch Buttgereit einen Anteil – und wohl auch „Trackman“.

          Kapitän Manuel Neuer verpasste derweil auch die zweite Einheit unter Flick. Beim Vormittagstraining am Dienstag im Stuttgarter Gazi-Stadion fehlte der Torhüter von Bayern München als einziger der 26 für die drei Spiele der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation Nominierten. Neuer übte wegen seiner Probleme am Sprunggelenk aus Gründen der Belastungssteuerung individuell im Teamquartier, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte.

          Bereits am Montagnachmittag war er wie neun andere Profis zur Regeneration im Waldhotel geblieben. „Ich gehe davon aus, dass ich für die drei Spiele spielfähig bin“, sagte der 35-Jährige aber. Flick setzt wie sein Vorgänger Joachim Löw auf Neuer als unumstrittene Nummer eins im deutschen Tor. Flick gibt am Donnerstag in St. Gallen gegen Liechtenstein sein Debüt als Bundestrainer. Danach stehen noch die Duelle mit Armenien in Stuttgart am Sonntag und drei Tage später auf Island an.

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