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Schweinsteiger kritisiert DFB : „Man kann sich nicht mehr 100-prozentig identifizieren“

  • Aktualisiert am

Mittlerweile als TV-Experte aktiv: der frühere Nationalspieler Bastian Schweinsteiger Bild: Picture-Alliance

Die Nationalelf offenbart nicht nur bei ihren Länderspielen Schwächen. Dazu hat der DFB mit Vorwürfen zu kämpfen. TV-Experte Schweinsteiger mahnt – und Bayern-Vorstand Rummenigge sieht einen Werteverfall.

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          Bastian Schweinsteiger sieht bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Probleme in Sachen Fan-Bindung. „Man kann sich nicht mehr so 100-prozentig identifizieren mit der Nationalmannschaft – und das ist schade. Ich hoffe, dass das Ruder wieder rumgerissen wird“, sagte der frühere Fan-Liebling als ARD-Experte beim Nations-League-Premierensieg in der Ukraine (2:1).

          Nations League

          Nach den jüngsten Länderspielen hatten unter anderem Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und der frühere Bundestrainer Berti Vogts Kritik an den Auftritten der DFB-Auswahl geäußert. „Jeder kann Kritik äußern. Aber ich stehe über den Dingen. Dass es unterschiedliche Meinungen gibt, das erlebe ich seit 16 Jahren“, sagte Bundestrainer Joachim Löw dazu.

          Beschädigtes Image

          Karl-Heinz Rummenigge derweil sieht das Image des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einer anderen Angelegenheit als schwer beschädigt an und wirft dem Verband Profitgier vor. „Geld, Vermarktung und Politik haben Priorität, aber nicht der Fußball“, sagte der Vorstandschef von Bayern München der Bild am Sonntag und forderte: „Der DFB muss dringend in ruhiges Fahrwasser zurückkehren. Das ist die primäre Aufgabe von Präsident Fritz Keller.“

          Der frühere Nationalmannschaftskapitän attestierte dem Verband einen „gewissen Wertewandel“ seit dem WM-Triumph 2014: „Es wurde versucht, diesen großen Erfolg finanziell auszunutzen. Mit großen neuen Sponsoring-Verträgen und vielem mehr.“ Von den Münchner Nationalspielern wisse er, dass sie am Rande der Länderspiele „vermehrt Sponsoring-Termine“ absolvieren mussten.

          Auch der Bundestrainer sei ein Opfer der finanziellen Interessen. „Der arme Jogi Löw, der jetzt von allen Seiten kritisiert wird, musste ein Freundschaftsspiel gegen die Türkei bestreiten, damit Geld in die Kassen kommt, angeblich fehlen 15 Millionen Euro“, sagte Rummenigge und schimpfte: „Was sind 15 Millionen im Vergleich zu dem, was die Bundesliga-Klubs verlieren?“

          Der Vorrang von Geld, Vermarktung und Politik gelte „in Teilen auch für die Uefa und Fifa“, kritisierte der 65-Jährige. Sein Hauptgroll gilt aber dem DFB. Rekordnationalspieler Matthäus habe mit seiner jüngsten Kritik „in vielem recht“, betonte Rummenigge. Als Beispiel nannte er, dass der Verband an frühere Nationalspieler keine Freikarten mehr ausgebe. Dieses Problem ließe sich lösen, „wenn man das wirklich will. Der DFB will das offensichtlich nicht wirklich.“

          Bei der Feier zum 30. Jubiläum des WM-Triumphs von 1990, die von Matthäus und Andreas Brehme selbst organisiert wurde, habe sich der DFB „über Corona rausgeredet“, monierte Rummenigge: „Das ist einfach nicht okay.“ Und auch beim 75. Geburtstag von Franz Beckenbauer „kam nichts“ vom Verband.

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