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Sorgen beim DFB-Team : „Das tut uns weh, das ist hart“

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„An den habe ich jetzt nicht gedacht“: Joachim Löw möchte Mats Hummels nicht ins DFB-Team zurückholen. Bild: dpa

Wegen der großen Verletzungsmisere mit gleich zwölf Ausfällen nominiert Bundestrainer Joachim Löw zwei Spieler nach. Zudem spricht er vor dem Test gegen Argentinien über die Torwart-Frage – und Mats Hummels.

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          Nur noch das Abschlusstraining und einige Teamsitzungen bleiben Joachim Löw, um seinen Rumpfkader auf den Länderspiel-Klassiker in Dortmund gegen Argentinien am Mittwoch (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zu Länderspielen und bei RTL) vorzubereiten. „Das Ergebnis spielt nicht die allerwichtigste Rolle. Da müssen wir gucken, dass wir das Beste daraus machen“, sagte der Bundestrainer nach der Absageflut bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Ich finde es sehr schade, weil unsere junge Mannschaft, wenn sie sich entwickeln will, eingespielt sein muss“, sagte der Bundestrainer. „Das tut uns weh. Das ist ungewöhnlich hart für uns, wir müssen von vorne beginnen.“

          Fußball-Länderspiele

          Löw muss ohne zwölf etablierte Kräfte planen, da vor dem Länderspiel-Doppelpack gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien und Punktelieferant Estland in der EM-Qualifikation auch noch der Leipziger Timo Werner (grippaler Infekt) und Ilkay Gündogan von Manchester City (Muskelblessur) angeschlagen sind. Zehn Spieler hatten schon zuvor verletzungsbedingt abgesagt. Nur zwölf Feldspieler standen am Montag beim ersten Training auf dem Rasen. Marco Reus und Jonathan Tah blieben am Montag wie die Torhüter Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno zur Regeneration im Quartier.

          „Man hat dadurch auch die Möglichkeit, mal den einen oder anderen Spieler über neunzig Minuten zu testen“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff in der TV-Sendung „100% Bundesliga bei Nitro“ am Montagabend. Der frühere Nationalstürmer kann den Absagen sogar einen positiven Aspekt abgewinnen: „Häufig ist es ja so, dass immer fünf, sechs Spieler ein bisschen enttäuscht abreisen. Das wird uns jetzt nicht passieren.“

          Die nachnominierten Robin Koch (SC Freiburg) und Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim) werden erst am Dienstagmittag im DFB-Quartier in Dortmund erwartet. Löw kann die beiden Defensivspieler somit erst für das Abschlusstraining einplanen. Der 23 Jahre alte Koch ist wie Suat Serdar (Schalke 04) und Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen) erstmals im A-Team dabei. Mats Hummels zurückzuholen war für Löw keine Option. „An den habe ich jetzt nicht gedacht“, sagte er über den formstarken Rio-Weltmeister: „Wir gehen unseren Weg mit den jungen Spielern, es gibt keine Veranlassung, den Mats zu nominieren.“

          „Es ist natürlich auch eine gute Geschichte zum Lernen gegen einen so renommierten Gegner“, sagte Löw zum Spiel am Mittwoch egen die Argentinier, die ohne ihren gesperrten Topstar Lionel Messi antreten. „Argentinien ist schon ein starker Gegner, hat sein letztes Spiel gegen Mexiko 4:0 gewonnen“, betonte Löw: „Da ist es wichtig, dass man drei, vier wichtige Punkte anspricht, die die Mannschaft umsetzen soll. Wie das dann funktioniert, muss man sehen.“ Der Bundestrainer wird am Tag vor dem Spiel auf der Pressekonferenz (12.30 Uhr bei FAZ.NET) Einblicke in seinen Notplan geben. „Im März hatten wir die Idee, diese Mannschaft häufig zusammenspielen zu lassen“, bemerkte Löw. Jetzt muss er improvisieren.

          Eine Entscheidung hat der 59-Jährige schon getroffen: Marc-André ter Stegen wird in Dortmund die vom Barcelona-Torhüter geforderte Chance in der Startelf bekommen. Die jüngsten Debatten um Manuel Neuer und ter Stegen werde er nur noch kurz ansprechen, sagte Löw: „Aber eigentlich ist nicht viel passiert: Marc hat seine Enttäuschung ein bisschen kund getan, was nicht völlig unverständlich war. Er hatte von mir die Zusage, er spielt jetzt gegen Argentinien, Manu gegen Estland. Von daher gibt es nicht mehr viel zu bereden.“

          Löws Erwartungshaltung bleibe unverändert. „Gegen Estland wollen und werden wir gewinnen, unabhängig davon, mit welcher Mannschaft wir auflaufen“, sagte er. Als Tabellenführer der Gruppe C kann seine Auswahl mit einem weiteren Dreier beim Fußball-Zwerg einen großen Schritt in Richtung EM-Endrunde machen.

          Der zweimalige Weltmeister Argentinien bietet übrigens eine ähnlich junge Mannschaft auf. Weltstar Lionel Messi ist gesperrt, die Topspieler Sergio Agüero, Angel Di Maria, Mauro Icardi oder Gonzalo Higuain wurden nicht nominiert. Auch die Spieler der Spitzenteams Boca Juniors und River Plate fehlen wegen des Superclasicos in der Copa Libertadores. Angeführt wird das Aufgebot der Gauchos von den Klassestürmern Paulo Dybala (Juventus Turin) und Lautaro Martinez (Inter Mailand). „Sie haben sich wieder in der Weltspitze etabliert und bringen eine gesunde Härte mit“, sagte Löw: „Das wird eine gute Erfahrung für uns.“ Verletzte hin oder her.

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