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Nations League : DFB-Team nach Abstieg „frustriert und genervt“

  • Aktualisiert am

„Wir haben etwas gutzumachen“: Bundestrainer Joachim Löw. Bild: dpa

Nach der WM-Blamage steigt die Nationalelf in der Nations League ab. Vor dem brisanten Duell mit den Niederlanden wählen DFB-Präsident und Bundestrainer klare Worte. Denn es steht noch etwas auf dem Spiel.

          Der Abstieg aus der A-Gruppe der Nations League lässt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nicht unbeeindruckt. „Natürlich ist man ein bisschen frustriert und genervt, als Leistungssportler hörst du das Wort Abstieg nie gerne“, sagte Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff am Samstag: „Vielleicht macht das auch noch deutlicher, dass es kein gutes Jahr von uns war, als wenn man vielleicht noch mal glücklich durchgeschlittert wäre.“

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          Auch Mittelfeldspieler Leon Goretzka, der den entscheidenden Sieg der Niederlande am Freitagabend gegen Weltmeister Frankreich nicht am Fernseher verfolgte, haderte mit dem letzten Gruppenplatz. „Mir wurde gerade gesagt, dass bei uns in der Mannschaft außer Jonas Hector noch keiner die Erfahrung gemacht hat, abzusteigen. Das fühlt sich natürlich nicht gut an“, sagte der Bayern-Profi: „Aber über allem steht die Qualifikation für die Europameisterschaft.“

          Am Montag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Nations League und in der ARD) steht in Gelsenkirchen gegen die Niederlande aber zunächst der Gruppenabschluss der Nations League auf dem Programm. Ein Sieg wäre wichtig, um bei der Gruppenauslosung für die EM-Qualifikation am 2. Dezember in Lostopf eins zu landen. Nicht dabei sein wird Julian Draxler. Der 25 Jahre alte Profi von Paris St. Germain wird wegen eines Trauerfalls in der Familie nicht mehr zum Team stoßen. Draxler hatte deswegen schon das Länderspiel am Donnerstag in Leipzig gegen Russland (3:0) verpasst.

          DFB-Präsident Reinhard Grindel fordert nach dem Abstieg aus der Top-Staffel von der deutschen Elf einen erfolgreichen Jahresabschluss. „Das Spiel gegen die Niederlande ist von größter Wichtigkeit“, sagte Grindel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir wollen bei der Auslosung zur EM-Qualifikation auf jeden Fall in Topf 1 landen“, betonte der Verbandschef. Den Abstieg aus der Liga A bezeichnete Grindel als bitter. Er sei allerdings auch ein Zeichen für ein insgesamt schlechtes Jahr.


          Bei einer Niederlage gegen Holland in Gelsenkirchen droht der DFB-Elf bei der Auslosung für die EM-Qualifikation die Eingruppierung in den Lostopf zwei und damit ein starker Kontrahent auf dem Weg zum Turnier 2020. Laut Grindel bieten sich für Bundestrainer Joachim Löw gegen weniger starke Konkurrenten mehr Möglichkeiten, den Umbruch mit neuen Spielern konsequent voranzutreiben. Derzeit liegt das DFB-Team in dem Setzranking auf Platz elf. Nur die besten zehn Teams kommen bei der Auslosung am 2. Dezember in Dublin in den besten Topf. Konkurrenten des DFB-Teams um einen Platz in Topf eins sind Polen, England und Kroatien. Acht von zehn Plätzen sind bereits vergeben.

          „Wir haben etwas gutzumachen“, hatte Bundestrainer Joachim Löw bereits nach dem Sieg über Russland erklärt. „Niederlande schlägt Frankreich 2:0“, wählte der DFB auf seiner Homepage als Überschrift für die schlechte Nachricht, dass Deutschland in der Nations League den Abstieg aus der Topstaffel nicht mehr verhindern kann. „Die Niederlande hat verdient gegen den Weltmeister Frankreich gewonnen. Für uns ist dieses Ergebnis natürlich bitter, weil wir damit keine Chance mehr haben, in der Liga A der Nations League zu bleiben. Das müssen wir akzeptieren“, erklärte der Bundestrainer am Freitag unmittelbar nach dem 2:0-Sieg von Holland gegen die Franzosen. Deutschland kann im letzten Spiel des neuen Wettbewerbs den letzten Tabellenplatz nicht mehr verlassen.


          Löw will nun zumindest einen versöhnlichen Jahresabschluss und versprach den Fans für die Partie am Montag in der Schalke-Arena volle Motivation und Konzentration. „Aus diesem Jahr, das insgesamt enttäuschend für uns war, wollen wir uns am Montag in Gelsenkirchen mit einem guten Spiel von unseren Fans verabschieden“, betonte der 58-Jährige. Am Samstag bat der Bundestrainer noch einmal in Leipzig zum Training, bevor der DFB-Tross am Sonntag in die Sportschule Kaiserau übersiedelt.

          Mit welchem Personal der Bundestrainer nun das bedeutungslose Spiel gegen die starken Niederländer angeht, ist noch offen. Der frühere Weltmeister Toni Kroos zählt nach einer Erholungspause wieder zum Aufgebot. Der Real-Madrid-Star hatte schon am Freitag in Leipzig trainiert. Der Kölner Jonas Hector leidet an einer Knöchelblessur. Ob der Dortmunder Marco Reus nach einer Fußprellung gegen Oranje auflaufen kann, ist ungewiss. Der 29-Jährige stand zumindest bereits wieder auf dem Übungsplatz.

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