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Fußball-Nationalmannschaft : Löw nominiert gleich drei Neulinge

  • Aktualisiert am

Bundestrainer Löw will das DFB-Team fit für die Zukunft machen. Bild: dpa

Der Bundestrainer nutzt die letzten beiden Länderspiele des Jahres für einen Talente-Test und lädt gleich drei Spieler erstmals ein. Ein Stammspieler dagegen wird dieses Mal nicht nominiert.

          Joachim Löw macht aus den letzten zwei Länderspielen des Jahres in San Marino und Italien einen Talente-Test. Gleich acht Spieler im 25-köpfigen Aufgebot des Weltmeisters sind 21 Jahre und jünger. Mit den drei Länderspiel-Neulingen Yannick Gerhardt (22) aus Wolfsburg, Benjamin Henrichs (19) aus Leverkusen und Serge Gnabry (21) aus Bremen geht der Bundestrainer das WM-Qualifikationsspiel am 11. November in gegen den krassen Außenseiter San Marino und für das Testspiel vier Tage später in Mailand gegen den Dauergegner 2016 Italien an.

          „Das letzte Qualifikationsspiel des Jahres nehmen wir genauso ernst wie die drei Partien zuvor. In San Marino einen klaren Sieg einzufahren und die Tabellenführung in unserer Gruppe zu bestätigen und auszubauen, ist die klare Pflichtaufgabe“, betonte Löw: „Gleichzeitig wollen wir jungen Spielern immer wieder auch eine Chance geben, sich bei uns zu zeigen.“ Gleich acht Spieler im 25-köpfigen Aufgebot des Weltmeisters sind 21 Jahre und jünger.

          In der WM-Ausscheidung für Russland 2016 liegt Deutschland mit drei Siegen und 8:0 Toren aus den bisherigen drei Partien tadellos im Rennen. Der 56 Jahre alte Löw, der vor wenigen Tagen seinen Vertrag als Bundestrainer bis 2020 verlängert hat, sieht deshalb nun wieder eine gute Möglichkeit zum Experimentieren. „Jetzt wollen wir Serge Gnabry, Yannick Gerhardt und Benjamin Henrichs sehen, die wir ja auch aus der U 21 kennen. Ihre guten Leistungen in den letzten Monaten haben wir registriert“, betonte der DFB-Chefcoach.

          Löw kann es sich zugleich leisten, auf den beim FC Arsenal in Topform spielenden Mesut Özil zu verzichten. Mit Toni Kroos (Real Madrid) und Sami Khedira (Juventus Turin) ist vereinbart, dass sie wohl nur im Punktspiel gegen den Fußballzwerg San Marino spielen werden. Löw begründete: „Eine Winterpause wie in der Bundesliga haben die Spieler in den internationalen Topligen in dieser Form nicht. Daher ist es gut, in Einzelfällen gerade diesen Spielern, die sowohl im Verein als auch bei uns regelmäßig spielen, auch mal eine Pause einzuräumen.“

          Nach seiner Verletzungspause kehrt Stürmer Mario Gomez (VfL Wolfsburg) genauso in den A-Kader zurück wie der Leverkusener Jonathan Tah. Auch Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Max Meyer und Leon Goretzka (beide Schalke 04), die im Sommer mit der deutschen Olympia-Mannschaft in Rio de Janeiro die Silbermedaille gewonnen hatten, bekommen wieder eine Chance. Damit machte der Bundestrainer deutlich, dass er bis zur WM-Endrunde in 19 Monaten den Kampf um die Kaderplätze weiter verschärfen will. Nur noch neun der 23 Weltmeister von 2014 sind zum Jahresabschluss 2016 dabei.

          Im Betreuerstab wird erstmals der Weltmeister und frühere Angreifer Miroslav Klose als Trainer-Azubi dabei sein. „Er hat viel Erfahrung als Spieler, gerade als Stürmer und das ist für uns eine wichtige Hilfe, weil er die Stürmer beobachtet, was machen sie falsch. Er ist eine Hilfe für junge Spieler“, sagte Löw zum 137-maligen Nationalspieler.

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          Verzichtet hat der Bundestrainer auf Leroy Sané (Manchester City), André Schürrle (Borussia Dortmund) und Antonio Rüdiger (AS Rom). Der Wolfsburger Julian Draxler fehlt dagegen verletzt. Sané wird für die U 21 spielen. Schürrle und Rüdiger trainieren nach ihren Verletzungen absprachegemäß weiter in ihren jeweiligen Vereinen, um dort wieder Rhythmus aufzunehmen und an Stabilität zu gewinnen, heißt es in einer Erklärung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Dortmunder Gonzalo Castro ist für Löw derzeit kein Thema.

          Für das DFB-Team beginnt am kommenden Mittwoch die Vorbereitung auf den Jahresabschluss. Nach dem Spiel in San Marino wird die Mannschaft zunächst nach Rom reisen, wo Papst Franziskus den Weltmeister zu einer Privataudienz im Vatikan empfängt. Dann geht es weiter nach Mailand, wo am 15. November der Klassiker gegen den einstigen Angstgegner Italien ansteht, der in diesem Jahr beim Test im März 4:1 und im EM-Viertelfinale im Elfmeterschießen gleich zweimal besiegt wurde.

          Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für San Marino/Italien

          Das Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für das WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino (11. November/Serravalle) und das Freundschaftsspiel gegen Italien (15. November/Mailand):

          Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

          Abwehr: Jerome Boateng, Mats Hummels, Joshua Kimmich (alle Bayern München), Jonas Hector (1. FC Köln), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Shkodran Mustafi (FC Arsenal), Sebastian Rudy (1899 Hoffenheim), Jonathan Tah, Benjamin Henrichs (beide Bayer Leverkusen), Yannick Gerhardt (VfL Wolfsburg)

          Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt, Kevin Volland (beide Bayer Leverkusen), Serge Gnabry (Werder Bremen), Mario Gomez (VfL Wolfsburg), Mario Götze, Julian Weigl (beide Borussia Dortmund), Ilkay Gündogan (Manchester City), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Max Meyer, Leon Goretzka (beide Schalke 04), Thomas Müller (Bayern München)

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