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Turnier in zwölf Städten : DFB legt Quartier für Nationalelf bei EM 2020 fest

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Ein Hingucker: Das neue Bürogebäude „Arena“ des Sportartikelherstellers Adidas in Herzogenaurach. Bild: dpa

Die Fußball-EM im nächsten Jahr findet in zwölf Stadien in ganz Europa statt. Logistisch wird das Turnier für alle zu einer großen Herausforderung. Nun gibt der DFB bekannt, wo die Nationalelf ihr Quartier aufschlägt.

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          Manuel Neuer signalisiert mit einem Lächeln und erhobenem linken Zeigefinder seine Zustimmung. „Ich find', in Herzo ist es top. Das machen wir auf jeden Fall“, lässt der Kapitän aus dem Urlaub wissen – und damit gibt es für Oliver Bierhoff keinen Zweifel mehr: Das EM-Quartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft 2020 wird in Herzogenaurach aufgeschlagen. Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw wird in der „World of Sports“ von Partner adidas wohnen und trainieren.

          Unter dem Motto „1 Partnerschaft – 1 Ziel“, dazu ein Pokal-Emoji und die deutsche Flagge, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seine Wahl am Dienstag mit. Dazu gab es einen 60-sekündigen Spot, in dem augenzwinkernd das vermeintliche Zustandekommen des Deals nachgestellt wird. Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted antwortet dort auf ein Mietgesuch der „erfolgreichen Fußballmannschaft zum Anfassen“ in der „Süddeutschen Zeitung“. Sein Angebot – „hochmoderne Gebäude, fleißige Greenkeeper, ein Stadion“ – findet in einer Umfrage von DFB-Direktor Oliver Bierhoff in der internen Whatsapp-Gruppe bei Neuer, Ilkay Gündogan und Serge Gnabry Anklang. „Das Feedback ist eindeutig“, schreibt Bierhoff, „wir sind dabei.“

          Die fränkische Kleinstadt Herzogenaurach liegt rund 190 Kilometer und damit knapp zwei Busstunden von der Münchner Allianz Arena entfernt, wo das DFB-Team im Falle der Qualifikation bei der Euro (12. Juni bis 12. Juli) mindestens zwei Gruppenspiele bestreiten wird. Der Nürnberger Flughafen, auf dem kein Nachtflugverbot herrscht, ist in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Der DFB und adidas hatten ihre jahrzehntelange Partnerschaft im vergangenen September vorzeitig bis 2026 ausgedehnt. Die Idee zum Quartiersdeal soll aber erst im Dezember auf dem „Leadership Festival“ der DFB-Akademie zwischen Bierhoff und Rorsted entstanden sein.

          Bierhoff erhofft sich auf dem halboffenen Firmengelände des Partners, wo 5600 Mitarbeiter tätig sind, ein Flair wie in einem Olympischen Dorf. Auf dem Areal, in das Adidas seit 1999 rund eine Milliarde Euro investiert hat, gibt es ein Fußballstadion für 4000 Zuschauer. Argentinien um Lionel Messi bereitete sich dort 2006 auf seine WM-Spiele vor – und scheiterte im Viertelfinale am „Sommermärchen“-Gastgeber. Hier wären auch öffentliche Einheiten für Neuer und Co. möglich.

          In „Herzo“ arbeiten 5600 Menschen für den Sportartikelhersteller. Erst kürzlich wurde für sie für 350 Millionen Euro das Bürogebäude „Arena“ geschaffen, eine auf Stelzen schwebende Wabenkonstruktion. Über den „Walk of Fame“ mit den Fußabdrücken von Stars wie Messi oder Zinedine Zidane geht es in die Eingangshalle. Im Fitnessstudio oder auf Tennis-, Beachvolleyball-Platz, Basketballfeld und Kletteranlage kann Sport getrieben werden. Auch Vorstandschef Rorsted geht hier gerne ins Gym.

          Für den Fall, dass sich die Nationalspieler in Turnierstimmung bringen wollen, ist ebenfalls vorgesorgt: Im Firmenarchiv lagern Schätze wie Spielbälle, Trikots der deutschen Finalhelden oder Fritz Walters Schuhe vom „Wunder von Bern“.

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