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Fußball-Nationalmannschaft : Die Bayern-Krise bringt auch Löw in Not

  • Aktualisiert am

Bundestrainer Joachim Löw hat einige Sorgen vor den Länderspielen. Bild: dpa

Das DFB-Team steht bei den Spielen in den Niederlanden und in Frankreich unter Druck. Ausgerechnet jetzt schwächeln die Münchner Spieler. Und ein Dortmunder, der in starker Form ist, sagt Löw ab.

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          Die ungewohnten Bundesliga-Bilder aus München müssen auch Joachim Löw extrem beunruhigen. Der alarmierende Formverfall des FC Bayern kommt für den Bundestrainer zur Unzeit. Gleich sieben Bayern-Profis stehen in Löws Aufgebot für die Nations-League-Kracher gegen die Niederlande am Samstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Nations League und im ZDF) und Fußball-Weltmeister Frankreich am folgenden Dienstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Nations League und in der ARD). Auf einen starken Bayern-Block setzt der 58-Jährige, dem ein Vierteljahr nach der WM-Blamage der Nationalmannschaft in Russland ein Déjà-vu droht.

          Bundesliga

          „Die Ergebnisse werden richtungsweisend für das Abschneiden in unserer Nations-League-Gruppe sein“, äußerte Löw, als er am Freitag seinen 23-köpfigen Kader für die Partien in Amsterdam gegen Oranje und drei Tage später im Stade de France gegen den Tabellenführer der Gruppe 1 präsentierte. Zwei Niederlagen – und Deutschland würde nach dem WM-Desaster ein Abstieg in die zweite Liga des neuen Wettbewerbs drohen. Auch Löw geriete abermals in Bedrängnis.

          Ein Grund für das historische Vorrunden-Aus in Russland war die Formkrise der Bayern-Spieler. Nach dem Halbfinal-Aus gegen Real Madrid in der Champions League und dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt kamen die Münchner Stars enttäuscht zum Nationalteam. Bei der WM war der Bayern-Block keine Hilfe. „Ich hoffe, dass wir es in der Nationalmannschaft vielleicht schaffen, uns da ein bisschen Selbstvertrauen zu erarbeiten“, sagte Bayern-Profi Joshua Kimmich nach dem Münchner 0:3 gegen Borussia Mönchengladbach. „Einfach wird es nicht. Wir haben zwei schwierige Spiele“, fügte der 23 Jahre alte Schlüsselspieler hinzu.

          Am Dienstag kommt das DFB-Team in Berlin zusammen. Und dann wird Löw in den Tagen bis zum brisanten Duell mit dem Erzrivalen Holland genau hinschauen müssen, ob er – wie bislang geplant – tatsächlich auf den Bayern-Block setzen sollte. Rund um den ordentlichen Neubeginn im Hinspiel gegen Frankreich (0:0) und beim 2:1-Testspielsieg gegen Peru hatte Löw einige Dinge festgezurrt: Kapitän Manuel Neuer bleibt die Nummer 1, Jérôme Boateng und Mats Hummels sind bei ihm weiter erste Wahl im Abwehrzentrum. Thomas Müller ist immer noch offensiv gesetzt.


          Und Kimmich hat der Bundestrainer zum neuen Sechser im Mittelfeld ernannt. „Das wird auch in den nächsten Spielen so sein“, sagte der Bundestrainer zur neuen Rolle des Münchner Außenverteidigers. Boateng plagt aktuell auch noch eine fiebrige Erkältung. Er fehlte beim Bayern-Desaster gegen Gladbach, soll aber rechtzeitig gesund werden. Neuling Mark Uth, Löws Antwort auf die anhaltende Torarmut der Nationalelf, kam beim Schalker Auswärtssieg in Düsseldorf nur als Joker zum Einsatz und wartet weiter auf sein erstes Saisontor. „Wenn er zum Einsatz kommt, wünsche ich ihm das erste Tor für Schalke im Nationaltrikot“, erklärte S04-Manager Christian Heidel.

          Und nun? Nicht nur James Rodriguez ist ein wenig ratlos. Bilderstrecke

          In Münchner Krisenzeiten würde Löw dringend mehr Borussia Dortmund benötigen. Doch Marco Reus, der Kapitän des Bundesliga-Tabellenführers sagte wegen Kniebeschwerden ab. Reus wird sich stattdessen einer Behandlung und Physiotherapie in Dortmund unterziehen. Auch Leverkusens Kai Havertz muss wegen einer Knieprellung aus dem Spiel gegen den SC Freiburg am Sonntag passen, Antonio Rüdiger fällt ebenfalls aus. Der Bundestrainer nominierte nun Emre Can von Juventus Turin nach. Löw steht vor einer knackigen Länderspielwoche. Das ahnte er schon nach dem Neustart im Vormonat, als er sagte: „Wir stehen unter Beobachtung.“ Und womöglich in einer Woche mitten im Nations-League-Abstiegskampf.

          Schalker Mark Uth erhielt Löw-Anruf im Baumarkt

          Mark Uth vom Fußball-Bundesligaverein FC Schalke 04 hat im Baumarkt von seiner erstmaligen Nominierung für die Nationalmannschaft erfahren. „Ich wollte Holz für meinen Kamin kaufen. Aber das habe ich dann gelassen. Ich bin dann schnell zum Auto gelaufen und habe meine Familie angerufen“, schilderte der 27 Jahre alte Stürmer nach dem 2:0-Sieg in Düsseldorf am Samstag die kuriosen Umstände, als er in der vergangenen Woche den Anruf von Joachim Löw erhielt. Das berichteten mehrere Medien am Sonntag.

          Dass Bundestrainer Joachim Löw ihn für die Nations-League-Spiele gegen die Niederlande in Amsterdam (13. Oktober) und gegen Weltmeister Frankreich in Paris (16. Oktober) nominierte, kam für ihn überraschend. „Ich habe mich natürlich sehr gefreut und konnte es gar nicht so richtig glauben. Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Es ist das Größte für mich“, sagte der frühere Hoffenheimer, dem in dieser Saison für Schalke noch kein Treffer gelang. Löws Handy-Nummer war ihm zudem unbekannt. „Noch habe ich sie nicht gespeichert, aber das werde ich vielleicht noch machen“, berichtete Uth schmunzelnd. (dpa)

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