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Max Kruse im Gespräch : „Abgezocktheit ist meine Stärke“

Was hat dann den Ausschlag gegeben?

Es gibt immer verschiedene Gründe. Wolfsburg ist sicher auf die kommenden Jahre gesehen eine der Mannschaften, die die Bayern vielleicht nochmal angreifen können. Das haben mir Dieter Hecking und Klaus Allofs auch deutlich gemacht in den Gesprächen. Gladbach war eine schöne Zeit, wir haben eine hervorragende Saison gespielt. Aber es gibt nicht nur positive Dinge, auch wenn die jetzt nicht so in der Öffentlichkeit stehen.

Über die Sie dann vermutlich auch nicht reden wollen...

Korrekt. Die aber sicher dazu beigetragen haben, dass ich mir Gedanken gemacht habe und mich für etwas entschieden habe, hinter dem ich wieder zu 100 Prozent stehen kann. Das ist das, was ich will.

Es hieß, dass Ihr Verhältnis zu Trainer Lucien Favre nicht so einfach war – hat das eine Rolle gespielt?

Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihm. Klar, ist man da auch mal angeeckt, das ist ganz normal, das gehört zu einem professionellen Verhältnis dazu. Ich vertrete meine Meinung, ich bin ein erwachsener Mensch, genauso wie das die Trainer sind.

Sie gelten als Auto-Freak, aber vielleicht nicht unbedingt als VW-Typ. Klaus Allofs wird in den Gesprächen nicht nur mit dem Dienstwagen gelockt haben...

Ich bin 27, das Geld ist für mich sicher nicht unwichtig, das ist keine Frage, aber im Vordergrund steht die sportliche Entwicklung, die ich nehmen kann. Ich brauchte einfach noch einmal einen neuen Input, ich möchte was erreichen, ich möchte Titel gewinnen, da habe ich einfach bei Wolfsburg die noch bessere Perspektive gesehen.

Kann die Meisterschaft schon im nächsten Jahr ein Thema sein?

Das ist schwer zu sagen. Im Fußball kann immer schnell viel passieren, und wir würden uns sicher nicht dagegen wehren. Aber es muss schon viel funktionieren, um die Bayern wirklich angreifen zu können. In den nächsten drei, vier Jahren wollen wir das sicher versuchen. Zu sagen, das muss schon dieses Jahr sein, wäre aber ein bisschen der falsche Weg.

Von Kevin de Bruyne kam während der Woche das Signal, dass er in Wolfsburg bleiben will. Mit so einem Mann an der Seite, dem besten Vorbereiter der Liga, ist es sicher nochmal eine andere Art, Fußball zu spielen. Können Sie sich dann noch mehr aufs Toreschießen konzentrieren?

Natürlich ist das im Hinterkopf. Für mich persönlich wäre es überragend, wenn Kevin bleibt. 21 Tore vorzubereiten – das ist schon Weltklasse. Es ist schön, wenn man weiß, dass man sich auf solche Leute verlassen kann. Nichtsdestotrotz werde ich nie ein Typ sein, der einfach vorne drin bleibt und sich nicht bewegt, um den letzten Ball reinzumachen. Es ist wichtig, als Mannschaft variabel zu sein, dass viele Spieler in die Spitze gehen können – das macht uns unberechenbar.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Für mich ist es ein Neuanfang, deshalb bin ich schon aufgeregt. Ich freue mich auf die neuen Kameraden, das ist ein Kader, der mit außergewöhnlichen Spielern gespickt ist. Da möchte ich meinen Teil beitragen und Verantwortung übernehmen, das ist mein Anspruch. Und ich freue mich natürlich auf die Champions League. Für mich wird es irgendwann das erste Spiel dort sein. Diese Highlight-Spiele hatte ich bis jetzt ja noch nicht. Ich hoffe, dass wir einen richtig coolen Gegner kriegen.

Gibt es so ein Team, gegen das Sie Ihr ganzes Leben schon einmal spielen wollten?

Barcelona oder Madrid wäre schon top.

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