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F.A.Z. exklusiv : DFB-Präsident warnt Uefa vor Zahlungen an Platini

DFB-Präsident Grindel hat eine klare Haltung zu möglichen Abfindungszahlungen an Michel Platini Bild: AFP

Reinhard Grindel fordert den europäischen Fußballverband Uefa auf, auf jegliche Abfindungen für Michel Platini zu verzichten. Laut dem DFB-Präsidenten muss die Uefa mögliche Forderungen ihres früheren Präsidenten unbedingt ablehnen.

          Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, hat den europäischen Verband (Uefa) aufgefordert, von jeglichen Vergütungen für den wegen ethischer Verstöße gesperrten und vergangene Woche abgewählten ehemaligen Uefa-Chef Michel Platini abzusehen. FAZ.NET hatte am Dienstag über das Vorhaben berichtet. „Es ist für die Integrität und Glaubwürdigkeit der Uefa von entscheidender Bedeutung, dass in Finanzfragen absolut seriös gearbeitet wird“, sagte Grindel FAZ.NET.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Schon am Rande des Uefa-Kongresses in Athen, bei dem sich Aleksander Ceferin in der Präsidentenwahl gegen Michael van Praag durchsetzte, habe er beiden Kollegen erklärt, dass er keinerlei Abfindungszahlungen für Herrn Platini leisten würde, weil nach seiner Überzeugung hierfür nach Platinis Sperre keine Grundlage bestünde. „Das gilt gerade angesichts der Tatsache, dass Platini ja aufgrund einer unberechtigten Zahlung suspendiert worden ist“, sagt Grindel. „Sollten die Anwälte von Herrn Platini dennoch auf die Uefa zukommen und mit einem gerichtlichen Verfahren drohen, dann müsste die Uefa das eben aushalten. Eine solche Standhaftigkeit hat in diesem Fall für die Uefa eine hohe symbolische Wirkung.“

          Vorschlag zur finanziellen Abfindung

          Nach Informationen der F.A.Z. will die Uefa im Nachhinein eine großzügige Abfindungsregelung für den über eine Zeit von vier Jahren ausgeschlossenen Platini treffen. Wie zu hören ist, soll nun vor der Entscheidung im Exekutivkomitee der Uefa die Finanzkommission des Verbandes einen Vorschlag zur finanziellen Abfindung Platinis erarbeiten. Deren Vorsitzender ist Marios Lefkaritis aus Zypern – ein alter Weggefährte und Helfer Platinis.

          Der Franzose war zuerst von der Ethikkommission des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa) und dann auch in letzter Instanz vom Internationalen Sportgerichtshof für vier Jahre gesperrt worden. Grund war eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Franken, die im Februar 2011 aus der Fifa-Kasse auf Anweisung des ehemaligen Weltverbands-Chefs Joseph Blatter an Platini ging.

          Am 9. Mai hatte der zu dieser Zeit schon suspendierte Platini selbst seinen Rücktritt als Uefa-Präsident angekündigt. Zudem hätte er sich in diesem Jahr im Normalfall sowieso einer Wiederwahl stellen müssen. Wegen seiner Sperre durfte sich Platini schon nicht für die Fifa-Präsidentenwahl im Februar anmelden, so dass schließlich der frühere Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino der Nachfolger Blatter wurde.

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