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DFB-Pokalsieg : Eintracht fährt im Autokorso zum Römer

  • Aktualisiert am

Am Samstag wurde in Berlin gefeiert, am Sonntag geht es in Frankfurt weiter. Bild: dpa

Am Nachmittag landen die „Pokal-Helden“ wieder in Frankfurt. Dann geht es mit dem Autokorso zum Römer. Dort wird dann der Sieg über die Bayern mit den vielen Fans gefeiert.

          Nach der Partynacht in der Hauptstadt reisten die Pokalhelden von Eintracht Frankfurt am Sonntagnachmittag in die Finanzmetropole zurück. Um 15.50 Uhr sollen sie auf dem Flughafen landen. Dann folgt ein Autokorso zum Römer. Dort stehen der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt, der obligatorische Empfang und natürlich die nächste Sause auf dem Programm.

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          „Das wird eine längere Woche“, sagte Offensivspieler Marius Wolf noch in Berlin. Und Sportvorstand Fredi Bobic, der „frühestens ab Mittwoch“ wieder zum Alltag übergehen wollte, warnte sicherheitshalber die Frankfurter Bürger vor: „Wir haben uns den Sieg durch ehrliche Arbeit verdient. Nun ist alles erlaubt, wir werden die Bankentürme zum Wackeln bringen.“

          Die feuchtfröhliche Pokalparty vor dem Brandenburger Tor war in der Nacht bereits in vollem Gange, als Niko Kovac der jubelnden Fanschar noch einmal die ersehnte Trophäe entgegenreckte. Beseelt vom ersten Titel seit 30 Jahren lauschte der Erfolgstrainer den Gesängen, die Berlin auch weit nach Mitternacht erfüllten – seine feuchten Augen zeugten von größter Überwältigung. „Ihr habt immer zu uns gehalten“, schrie Kovac vom Balkon aus der Menge zu: „Ich freue mich, Teil eurer Geschichte zu sein!“

          Spätestens in diesem Moment waren all die Anfeindungen und Beschimpfungen vergessen, die der 46-Jährige in den vergangenen Wochen wegen seines bevorstehenden Wechsels zu Bayern München hatte ertragen müssen. Die Anhänger feierten Kovac – und der genoss. Es war das filmreife Ende einer (größtenteils) wundervollen Ehe. „Irgendwann im Leben kommen Situationen, die nicht ganz einfach sind“, sagte Kovac. Sein sensationeller 3:1 (1:0)-Triumph im Endspiel des DFB-Pokals gegen die scheinbar übermächtigen Bayern war so ein Moment, und der ging dem emotionalen Trainer sichtlich nahe. „Ich bin zwar weg, aber ich werde den Klub nie vergessen. Das alles wird immer in meinem Herzen bleiben.“

          Kovac, der eine lebenslange Mitgliedschaft im Verein besitzt, meinte die Rettung in der Relegation vor zwei Jahren, die er nach einer kurzen Eingewöhnungsphase im kniffligen Umfeld am Main erreicht hatte. Er meinte ebenso die unglückliche Pokalniederlage im Vorjahr an gleicher Stelle, die den Verein noch enger zusammenrücken ließ. Und natürlich den großen Schlusspunkt am Samstag, der bis um 6.30 Uhr mit kalten Getränken aus dem goldenen Pokal gefeiert wurde.

          Inmitten aller Feierlichkeiten eines „epochalen Abends“, wie ihn Sportvorstand Fredi Bobic bezeichnete, stand deshalb zu Recht Kovac. „Der Erfolg gehört zu 90 Prozent ihm. Er ist jeden Tag zu 100 Prozent ein Vollprofi“, schwärmte der gebürtige Berliner Kevin-Prince Boateng: „Seine Ansprache hat uns wieder auf den Punkt motiviert.“ Aber nicht nur die war gegen ratlose Münchner das Erfolgsgeheimnis der Eintracht, die unter Kovac somit nur eines von 14 (!) K.o.-Spielen verloren haben. Auch die Spielweise der cleveren Frankfurter belegte Kovac“ taktische Fähigkeiten, von denen künftig der Rekordmeister profitieren wird. „Niko hat das Team perfekt eingestellt und die richtigen Knöpfe gedrückt“, lobte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

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