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Einstimmung auf Abbruch? : Wohnzimmer-Finale in Berlin

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Das Pokalfinale kann nicht wie geplant durchgeführt werden - was ist mit dem Rest der Saison? Bild: dpa

Das DFB-Präsidium plant einen außerordentlichen Bundestag. Gibt es einen Saisonabbruch in der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga? Das Pokalfinale ist auf unbestimmt Zeit verschoben.

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          Überraschung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB): Das Präsidium hat sich für die Einberufung eines Außerordentlichen Bundestags ausgesprochen. Damit wäre der Weg geebnet, sollte über einen Saisonabbruch in der 3. Liga und der Frauenfußball-Bundesliga entschieden werden müssen. Die formelle Einberufung des Fußball-Parlaments solle laut Mitteilung „zu gegebener Zeit“ erfolgen, die Teilnahme und Abstimmung der über 250 Delegierten wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf digitalem Weg möglich sein.

          Über einen Abbruch der Spielzeit kann ausschließlich ein solcher Bundestag entscheiden. Eine Entscheidung über eine Fortsetzung der Saison mit Spielen ohne Zuschauer können Präsidium und Vorstand des DFB allein treffen. Beim Verband will man mit dem Vorstoß nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorerst Zeit gewinnen, ein Abbruch ist derzeit kein Thema.

          Noch am Donnerstag war eine bedingungslose Soforthilfe von 7,5 Millionen Euro zugesagt worden war. Das Geld stammt aus einem Topf von 20 Millionen Euro der vier deutschen Champions-League-Starter und stellt die DFL zur Verfügung. Insgesamt 25 Klubs aus der 3. Liga und der Frauen-Bundesliga sollen jeweils rund 300.000 Euro erhalten. Teams aus Vereinen der Männer-Bundesliga bekommen keine Soforthilfe aus dem Fonds.  

          In der 3. Liga tagt am Wochenende der Ausschuss, Anfang der Woche steht die nächste Videokonferenz der 20 Vereine an. Der Widerstand gegen die Austragung der letzten elf Spieltage ist nach wie vor vorhanden, mindestens acht Vereine befürworten ein vorzeitiges Saisonende und stellen sich damit gegen den Kurs des DFB. „Entscheidend ist die behördliche Anordnungslage, die abhängig ist vom medizinischen Konzept“, sagte Zwickaus Vorstandssprecher Tobias Leege dem MDR. Die finale Entscheidung treffen die örtlichen Gesundheitsbehörden. Diese richten sich nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.

          Das hatte sich mit Bezug auf die Testkapazitäten zurückhaltend zu den Plänen des Bundesliga-Neustarts geäußert. In der kommenden Woche wird zudem zu klären sein müssen, inwiefern das DFL-Konzept überhaupt auf die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga anwendbar wäre. 

          Unterdessen plädiert nach der SV Elversberg auch Rot-Weiss Essen für die Einführung einer zweigleisigen 3. Liga. „Eine zweigleisige 3. Liga wäre gut finanzierbar“, sagte RWE-Geschäftsführer Marcus Uhlig: „Es gibt mehr Derbys, höhere Einnahme-Potenziale bei den Zuschauern und weniger Reisekosten. Da kann man nicht mit einem Handstrich sagen, wir machen das nicht.“ 

          Von wegen Berlin, Berlin: Die Pokalvergabe muss noch ein Weilchen warten.
          Von wegen Berlin, Berlin: Die Pokalvergabe muss noch ein Weilchen warten. : Bild: dpa

          Nicht wie geplant stattfinden kann das DFB-Pokalfinale am 23. Mai im Berliner Olympiastadion stattfinden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie bleibt der Wettbewerb auf unbestimmte Zeit ausgesetzt und der Endspieltermin offen. Zunächst stehen noch die Halbfinalspiele mit den Partien FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt und 1. FC Saarbrücken gegen Bayer 04 Leverkusen an.

          Es sei „überaus bedauerlich, dass auch dieses besondere Spiel aller Voraussicht nach ohne Zuschauer im Stadion stattfinden muss, wobei wir selbstverständlich zunächst die generellen behördlichen Entscheidungen und Vorgaben abzuwarten haben“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller und ergänzte: „Unter der Voraussetzung, dass das Spiel genehmigt wird, blicken wir dann erstmals in der Geschichte des DFB-Pokals sozusagen einem Wohnzimmer-Finale entgegen.“

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