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Hamburg im Krisenmodus : Welches Berlin ist dem HSV wichtiger?

Nachdenklich: HSV-Trainer Hannes Wolf muss sein junges Team in die Bundesliga führen – aber nun kommt zunächst ein „Belohnungsspiel“. Bild: dpa

Beim Hamburger SV hat das große Flattern eingesetzt. In der Zweiten Liga gelingt dem ehemaligen Bundesliga-Dino wenig, der Aufstieg ist in Gefahr. Vor dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen RB Leipzig gilt es, Prioritäten zu setzen. Aber welche?

  • -Aktualisiert am

          Seit Wochen ist der Hamburger SV in einem wohlvertrauten Zustand: im Krisenmodus. Das berauschende 4:0 beim FC St. Pauli am 10. März hatte die Startrampe sein sollen für ein entspanntes Saisonende, schließlich war die Konkurrenz um den zweiten Aufstiegsplatz hinter den enteilenden Kölnern ja nicht gerade in bestechender Form. Doch seitdem hat der HSV in der zweiten Liga kein Spiel mehr gewonnen, holte nur einen Punkt aus den vermeintlich leichten Heimprüfungen gegen Darmstadt, Magdeburg und Aue. Die große Flatter hat eingesetzt, denn anstatt sich abzusetzen, droht am kommenden Wochenende bei schlechtem Ausgang der Sturz auf Rang vier, wenn der HSV bei Union Berlin antritt.

          DFB-Pokal
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          Ralf Becker müht sich deshalb, Ruhe auszustrahlen. „Wir haben alles in der Hand“, sagt der Sportchef und erinnert an die nervliche Belastung dieser Mannschaft mit ihrem Altersschnitt von weniger als 23 Jahren. Gerade in den vergangenen drei Heimspielen war ihr die Belastung anzumerken, aufsteigen zu müssen, weil ein Großverein wie der HSV mit seiner Kostenstruktur auf die Einnahmen der ersten Liga angewiesen ist. Da patzte Torwart Pollersbeck, da gelang den Angreifern Narey und Jatta wenig. Und auch der erfahrene Gideon Jung war keine große Hilfe. Gegen Aue (1:1) am Karsamstag wurde es etwas besser, als der seit dem Derby verletzte Aaron Hunt ins Spiel kam und kurz vor Schluss mit einem Freistoß nur die Latte traf. Das Spielglück der Hinrunde ist verschwunden.

          Zwischen „Belohnungsspiel“ und Liga-Alltag

          Nun täte die volle Konzentration auf die Partie bei Union gut. Doch dazwischen steht ein Spiel, das bei einem Sieg über Aue ein Höhepunkt des Fußballjahres geworden wäre. So aber, mit kleinem Vorsprung vor den Verfolgern, wirkt das Halbfinale im DFB-Pokal gegen RB Leipzig an diesem Dienstagabend (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal) eher lästig. Oder? Becker hat gesagt, dass so ein Halbfinale eine Belohnung sei, dass die Besten auflaufen werden und niemand speziell motiviert werden müsse. Der HSV ist nur einen Schritt vom Olympiastadion entfernt, und die Erinnerungen an den letzten Pokaltriumph (und den letzten Titel überhaupt) im Jahr 1987 sind bei vielen noch allgegenwärtig. Kaltz, Stein, von Heesen, es war das Ende einer Ära. Immerhin ein erfolgreiches Ende.

          In diesen Tagen aber herrscht der Gedanke vor, ob ein Pokalkampf gegen flinke Leipziger nicht nur an den Kräften zehrt mit Blick auf Union fünf Tage später. „Wir haben total Bock auf dieses Spiel“, widerspricht Becker allen Zweiflern, die in den vergangenen Wochen mehr geworden sind. Denn sollte es der HSV schaffen, seine komfortable Ausgangslage im Aufstiegsrennen noch zu verspielen, wäre das Pokal-Halbfinale samt seinen Einnahmen nur eine Randnotiz der verkorksten Saison.

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