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Saarbrücken im DFB-Pokal : „Die größte Sensation seit Christi Geburt“

  • Aktualisiert am

Kaum zu glauben, aber wahr: Der 1. FC Saarbrücken steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Bild: dpa

Erstmals in der Geschichte des DFB-Pokals steht ein Viertligaklub im Halbfinale: Der 1. FC Saarbrücken setzt sich in einem verrückten Elfmeterschießen gegen Fortuna Düsseldorf durch. Nun stellt sich aber die Frage, wo die nächste Partie stattfindet.

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          Vereinsikone Dieter Ferner verzog sich in eine zumindest halbwegs ruhige Ecke, blickte ungläubig durch das Völklinger Stadion und rieb sich immer wieder Tränen aus den Augen. „Das ist die größte Sensation seit Christi Geburt“, sagte der frühere Bundesliga-Torhüter, zweimalige Chef-Trainer und aktuelle Vizepräsident des 1. FC Saarbrücken der Deutschen Presse-Agentur. Dann stürzte sich auch der 71-Jährige in eine der größten Fußball-Partys, die das Saarland je erlebt hat.

          DFB-Pokal

          Bis weit in den Mittwochmorgen hinein feierte der Regionalligaverein seinen historischen Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. „Das hier ist einfach geiler Scheiß“, sagte Trainer Lukas Kwasniok: „Ich habe weinende Erwachsene gesehen, die schon schwere OPs über sich ergehen lassen mussten und viele Schlachten geschlagen haben.“

          Durch das 7:6 in einem Elfmeterkrimi mit 20 Schüssen gegen den Bundesligaklub Fortuna Düsseldorf erreichte der FCS als erster Viertligaverein die Vorschlussrunde. Und nun hofft das Saarland auf den ganz großen Coup. Auch der aus Saarlouis stammende Bundesaußenminister Heiko Maas träumt von einem Endspiel am 23. Mai mit dem großen Underdog. „Der Wahnsinn“, twitterte der SPD-Politiker: „Ich erwarte euch in Berlin!“ Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gratulierte mit den Worten: „Super Leistung. Glückwunsch!“ Und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier twitterte, flankiert von drei Emojis: „Saarländer halt.“

          Die Düsseldorfer waren nach ihrem Liga-Rivalen Köln und den Zweitligavereinen Regensburg und Karlsruhe das vierte Opfer des aufmüpfigen Außenseiters. Vor dem Halbfinale, das am Sonntag ausgelost wird, fürchtet das Gründungsmitglied der Bundesliga niemanden mehr. „Wir haben Bock auf mehr. Wenn man im Halbfinale ist, will man auch ins Endspiel“, sagte Tobias Jänicke, dessen 1:0 (31.) Düsseldorfs Zanka in der Schlussminute egalisiert hatte. „Wir wollen unsere Reise fortsetzen“, sagte Kwasniok lächelnd: „Wir müssen uns einfach wieder ins Elfmeterschießen retten.“

          Dort hielt Keeper Daniel Batz vier Elfmeter – auch das hatte es seit Beginn der Datenerfassung noch nicht gegeben. Einen weiteren hatte Batz schon im Spiel gegen Rouwen Hennings pariert (83.). „Fünf Elfmeter – das ist mehr, als ich vorher in meiner ganzen Karriere zusammen gehalten habe“, sagte der 29-Jährige, der 2012 ein Bundesliga-Spiel für den SC Freiburg absolvierte, und kündigte vor dem Party-Start an: „Bier vertrage ich nicht so gut. Ich vertrage mehr die Longdrinks. Aber ich werde nicht schlafen.“

          Ihr Halbfinale wollen die Saarbrücker unbedingt im kleinen alten Stadion in Völklingen austragen – in dem Wissen, dass auch die für Profiklubs ungewohnten Bedingungen mit mobilen Flutlichtmasten und fehlender Tribünenseite das Pokal-Märchen ermöglichten. Auf den Hinweis, dass die Partie wegen der Anforderungen für die Live-Übertragung im Free-TV wohl in Mainz stattfinden müsse, sagte Torschütze Jänicke: „Dann kommt halt kein Fernsehen.“

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